IT intim - Die Sorgen der CIOs

Osteuropa tickt noch ein wenig anders

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Sie haben gerade eine CRM-Einführung in den ehemaligen GUS-Staaten abgeschlossen. Was kommt als nächstes?
Michael Rödel, CIO, Bionorica
Michael Rödel, CIO, Bionorica

Die CRM-Einführung in Russland, Weißrussland, Usbekistan, Kasachstan und der Ukraine war nur die erste Etappe einer ziemlich langen Roadmap. Der Überbegriff dafür heißt "internationale Filialintegration". Aber wir haben mit diesem ersten Projekt sehr viel an Erfahrung gewonnen. Beispielsweise kann ich jedem nur raten, bei der Softwareeinführung in einem Land mit fremder Sprache einen verantwortlichen Mitarbeiter aus diesem Kulturkreis einzustellen. Außerdem muss man in Osteuropa stärker als hierzulande auf die Infrastruktur achten, beispielsweise auf Laptop-Kapazitäten und Übertragungsraten. Und drittens darf man keineswegs dem Hang zur länderspezifischen Individualisierung nachgeben.

Nachdem die CRM-Einführung nun erledigt ist, führen wir in Rusland und die Ukraine sowie Polen, Österreich und USA, wo wir mit unseren pflanzlichen Arzneimitteln Marktführer sind, eine einheitliche Storage-Lösung auf der Basis von Network Appliance (NetApp) ein. Wir installieren eine gesicherte MPLS-Verbindung (Multiprotocol Label Switching), über die wir jede Nacht die Daten der Niederlassungen in unser zentrales Speichersystem in Nürnberg übertragen. Im April kommenden Jahres wollen wir mit der Arbeit fertig sein.

Dann können wir daran gehen, die Anwendungen zu vereinheitlichen. Dazu ist geplant, den Verzeichnisdienst "Active Directory" von Microsoft zu installieren. Außerdem wollen wir ein gemeinsames E-Mail-System schaffen; in der Zentrale arbeiten wir noch mit "Notes", während wir in den Niederlassungen schon "Outlook" verwenden. Wir wollen nun verbindlich auf das Microsoft-Produkt standardisieren. In diesen Zusammenhang gehört auch der Ausbau unseres Voice-over-IP-Systems, mit dessen Hilfe wir unsere Telefonkosten zu verringern hoffen.

Der letzte Schritt ist dann der Aufbau eines weltweiten Wissens-Managements. Wenn die gesicherte Leitung und das Active Directory stehen, setzten wir einen Sharepoint-Server auf. Darüber können wir dann das Wissen unserer Mitarbeiter weltweit zugänglich machen. Das alles braucht Zeit. Wir lassen es lieber langsam angehen und machen es dafür ordentlich. Deshalb werden wir wohl frühestens Ende 2011 damit fertig sein.