Collaboration-Programme im Test

Es muss nicht immer Exchange sein

Update  04.02.2014 | von Andrej Radonic

Open-Xchange

Open-Xchange (OX) als einer der wegbereitenden Microsoft-Wettbewerber vereint neben Messaging die Bereiche Terminkalender, Adress-, Aufgaben- und Dokumentenverwaltung in einer umfassenden Produktsuite (Test-Drive). Der in Java geschriebene Systemkern wird auf Linux-Systemen betrieben und in unterschiedlichen Editionen angeboten.

Die OX App Suite v 7, die Anfang 2013 erschien, integriert mobile Geräte und soziale Netzwerke deutlich tiefer als dies bislang der Fall war. Hierzu wurde anderem die Web-GUI auf HTML5-Technik umgestellt. Der Hersteller positioniert das Produkt als browserbasierte Desktopumgebung, welches dank responsive Webdesign geräteunabhängig funktioniert und auf zentrale Datenspeicherung in der private oder public Cloud setzt.

Der kommerzielle Produktzweig umfasst die Hosting Edition sowie die Server Edition, die auf Wunsch als schlüsselfertiges System auch das Betriebssystem (Univention Corporate Server, ein Debian-Ableger) mitbringt und aufgrund des integrierten System-Installers eine recht einfache Inbetriebnahme ermöglicht. Eine kostenfreie Community Edition mit diversen funktionalen Abstrichen steht ebenfalls zur Verfügung.

Die Software ist besonders als SaaS-Lösung weit verbreitet mit stark steigenden Nutzer-Zahlen: Der Hersteller kommt auf 80 Mio. Anwender Ende 2013 und bezeichnet sich als Marktführer im Bereich Opensource Messaging und Groupware.

Der Directory Manager von Open-Xchange.
Der Directory Manager von Open-Xchange.

Die Benutzeroberfläche der kommerziellen Produkte basiert inzwischen auf Ajax-Technik und präsentiert sich aufgeräumt und intuitiv bedienbar. Dialoge werden anwenderfreundlich als Layer statt als Popup geöffnet. Die Web-Oberfläche bietet dem Anwender die Wahl zwischen dem umfassenden Standard-Panel und einem platzsparenden Kompakt-Panel. Letzeres stellt häufig genutzte Funktionen prominenter dar und verlagert weniger oft verwendete Funktionen in Untermenüs. Diese Ansichtsvariante dürfte gerade für Poweruser sowie Tablet- und Netbook-Benutzer praktisch sein.

Während die Server Edition dem Admin nur eine CLI für die Verwaltung an die Hand gibt, bringt die auf UCS basierende Edition OXSE for UCS auch eine Web-GUI mit. Alle Benutzer, Benutzergruppen und Server können damit über eine zentrale Oberfläche einheitlich verwaltet werden. Eine kostenfreie Open-Source Admin-GUI für OX-SE gibt es aus der Community.

Die Kalenderfunktion in Open-Xchange.
Die Kalenderfunktion in Open-Xchange.
Foto: Open-Xchange


OX liefert einen Funktionsumfang, mit dem auch das Vorbild Microsoft Exchange kaum mithalten kann. Voll integriert ist mit dem Programmteil "Infostore" beispielsweise eine Dokumentenverwaltung. Unter anderem können Anwender Mail-Anhänge mit einem Klick in diese zentrale Dokumentenablage befördern sowie netzweit durch Freigaben Dokumente im Team bearbeiten.

APIs für die Integration von Unified Communications Lösungen beispielsweise zur Nutzung von VoIP direkt aus Open-Xchange heraus sind verfügbar.

Open-Xchange Startseite.
Open-Xchange Startseite.
Foto: Open-Xchange

Outlook-Anwender werden über den "OXtender Outlook" an die Mail- und sonstigen Funktionen transparent angebunden. An die Infostore-Daten kommen solche Anwender nur per WebDAV-Laufwerk heran.

Insgesamt sieht die Anbindung mobiler Endgeräte ähnlich aus wie bei Zarafa, Zimbra und Co. Mit der grundlegend überarbeiteten Open-Xchange Mobile Web App können OX-Anwender E-Mails, Kalender- und Kontaktdaten auch unterwegs auf ihrem mobilen Endgerät nutzen. Die mobile Oberfläche unterstützt Apple iPhone, Android-Phones sowie diverse andere Systeme wie Blackberry, Windows Phone und ist dabei auch offline nutzbar.

OX App Suite Portal auf einem iPhone
OX App Suite Portal auf einem iPhone
Foto: Radonic

Zeitgemäß ist auch die Integration mit Social Media Diensten wie Facebook, Xing und anderen, die ein vereinfachtes Austauschen unter anderem von Kontakten und Adressen vorsieht.

Open-Xchange - Pro und Contra

+ Gute Outlook-Integration,

+ großer Funktionsumfang,

+ zeitgemäße Web-Oberfläche,

+ Social Media Integration,

+ gute Erweiterbarkeit.

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