Collaboration-Programme im Test

Es muss nicht immer Exchange sein

Andrej Radonic ist Experte für Virtualisierung, Cloud-Technologien und Open Source Anwendungen. Der Fachbuchautor ist Vorstand der interSales AG und entwickelt für mittelständische Unternehmen anspruchsvolle E-Commerce Lösungen.

Open-Xchange

Open-Xchange (OX) als einer der wegbereitenden Microsoft-Wettbewerber vereint neben Messaging die Bereiche Terminkalender, Adress-, Aufgaben- und Dokumentenverwaltung in einer umfassenden Produktsuite (Test-Drive). Der in Java geschriebene Systemkern wird auf Linux-Systemen betrieben und in unterschiedlichen Editionen angeboten.

Die OX App Suite v7 integriert mobile Geräte und soziale Netzwerke deutlich tiefer als dies bislang der Fall war. Hierzu wurde anderem die Web-GUI auf HTML5-Technik umgestellt. Der Hersteller positioniert das Produkt als browserbasierte Desktopumgebung, welches Dank responsive Webdesign geräteunabhängig funktioniert. Mit der Komponente OX Drive können Anwender alle in der private oder public Cloud speichern und zwischen ihren Geräten automatisch synchronisieren.

Der Directory Manager von Open-Xchange.
Der Directory Manager von Open-Xchange.

Neben dem kommerziellen Produktzweig, der zudem noch den Open-Xchange Server in Version 6 umfasst, steht eine kostenfreie Community Edition mit diversen funktionalen Abstrichen zur Verfügung.

Die Software, die zwischenzeitlich insbesondere an Hosting- und Cloud-Anbieter vertrieben wird, verzeichnet stark steigende Nutzer-Zahlen: Der Hersteller kommt auf 120 Mio. Anwender in 2015 und bezeichnet sich als Marktführer im Bereich Opensource Messaging und Groupware.

Die Open-Xchange Startseite namens "Portal".
Die Open-Xchange Startseite namens "Portal".

Die Benutzeroberfläche der kommerziellen Produkte basiert inzwischen auf Ajax-Technik und präsentiert sich aufgeräumt und intuitiv bedienbar. Dialoge werden anwenderfreundlich als Layer statt als Popup geöffnet. Die Web-Oberfläche passt sich automatisch an die Displaygröße an und ist damit auch auf Tablets und Smartphones gut nutzbar. Die neue Portal-Ansicht liefert nach dem Login eine Übersicht über alle für den User wichtigen Daten und lässt sich per Drag-and-Drop den persönlichen Wünschen anpassen.

Der Web-Mail-Client von Open-Xchange.
Der Web-Mail-Client von Open-Xchange.

OX liefert einen Funktionsumfang, mit dem auch das Vorbild Microsoft Exchange kaum mithalten kann. Voll integriert in die kommerzielle Ausgabe ist beispielsweise eine Dokumentenverwaltung. Unter anderem können Anwender Mail-Anhänge mit einem Klick in diese zentrale Dokumentenablage befördern sowie netzweit durch Freigaben Dokumente im Team bearbeiten. Ebenfalls in der kostenpflichtigen Variante enthalten sind Text und Spreadsheet, mittels derer Office-Dokumente direkt in OX App erstellt und bearbeitet werden können. Mit der Presenter Komponente können Anwender Präsentationen aus der Web-Anwendung heraus darstellen. Optional ist zudem ein plattformübergreifender Messenger integriert.

APIs für die Integration von Unified Communications Lösungen beispielsweise zur Nutzung von VoIP direkt aus Open-Xchange heraus sind verfügbar.

Mit OX Drive speichern Anwender Dokumente und Bilder auch in der Cloud.
Mit OX Drive speichern Anwender Dokumente und Bilder auch in der Cloud.

Outlook-Anwender werden über den "OXtender Outlook" an die Mail- und sonstigen Funktionen transparent angebunden. An die Dokument-Daten kommen solche Anwender nur per WebDAV-Laufwerk heran.

Mit der neuen OX Guard Komponente lässt sich der Mailer um PGP erweitern. OX Anwender verschlüsseln ihre Mails damit mit ein paar einfachen Klicks.

Zeitgemäß ist auch die Integration mit Social Media Diensten wie Facebook, Xing und anderen, die ein vereinfachtes Austauschen unter anderem von Kontakten und Adressen vorsieht.

Open-Xchange - Pro und Contra

+ Gute Outlook-Integration,

+ großer Funktionsumfang,

+ zeitgemäße Web-Oberfläche,

+ Social Media Integration,

+ gute Erweiterbarkeit.

Inhalt dieses Artikels

 

Patrik Michele Cavallaro

Hallo, eigentlich ein netter Beitrag. Aber, was ZARAFA betrifft, ein bischen unvollständig.
Zarafa wird künftig (bis 2017) den Outlook-Connector nicht mehr supporten. Somit kann eine Outlook Anbindung nicht mehr gewährleistet werden.Diese Anmerkung ist bestimmt sinnvoll, gerade dann, wenn sich Unternhemen auf der Suche nach alternativer Groupware Lösung aufmachen.

Marcel E.

Gibt es noch andere Lösungen wie Landmarks mit den ich die Verwaltung von Kalender/Kontakt Kram irgendwie von den Mails getrennt halten kann?

Joh

Was ist eigendlich mit Tobit David? Ist dies aktuell noch eine Alternative, die halt auf Windows Betriebssystem aufsetzt oder ist dies keine Alternative mehr?

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