Collaboration-Programme im Test
Es muss nicht immer Exchange sein
Open-Xchange

Open-Xchange (OX) als einer der wegbereitenden Microsoft-Wettbewerber vereint neben Messaging die Bereiche Terminkalender, Adress-, Aufgaben- und Dokumentenverwaltung in einer umfassenden Produktsuite (Test-Drive). Der in Java geschriebene Systemkern wird auf Linux-Systemen betrieben und in unterschiedlichen Editionen vertrieben: von der kostenlosen Community-Edition über die Hosting Edition bis hin zur Server Edition, die auf Wunsch als schlüsselfertiges System auch das Betriebssystem (Univention Corporate Server, ein Debian-Ableger) mitbringt und aufgrund des integrierten System-Installers eine recht einfache Inbetriebnahme ermöglicht. Die Software ist besonders als SaaS-Lösung weit verbreitet, der Hersteller nennt eine Zahl von 60 Mio. Anwendern Ende 2012 und bezeichnet sich als Marktführer im Bereich Opensource Messaging und Groupware.

Foto: Open-Xchange
Die Benutzeroberfläche basiert inzwischen auf Ajax-Technik und präsentiert sich aufgeräumt und intuitiv bedienbar. Dialoge werden anwenderfreundlich als Layer statt als Popup geöffnet. Die Web-Oberfläche bietet dem Anwender die Wahl zwischen dem umfassenden Standard-Panel und einem platzsparenden Kompakt-Panel. Letzeres stellt häufig genutzte Funktionen prominenter dar und verlagert weniger oft verwendete Funktionen in Untermenüs. Diese Ansichtsvariante dürfte gerade für Poweruser sowie Tablet- und Netbook-Benutzer praktisch sein.

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Während die Server Edition dem Admin nur eine CLI für die Verwaltung an die Hand gibt, bringt die auf UCS basierende Edition OXSE for UCS auch eine Web-GUI mit. Alle Benutzer, Benutzergruppen und Server können damit über eine zentrale Oberfläche einheitlich verwaltet werden. Eine kostenfreie Open-Source Admin-GUI für OX-SE gibt es aus der Community.
OX liefert einen Funktionsumfang, mit dem auch das Vorbild Microsoft Exchange nicht mithalten kann. Voll integriert ist mit dem Programmteil "Infostore" beispielsweise eine Dokumentenverwaltung. Unter anderem können Anwender Mail-Anhänge mit einem Klick in diese zentrale Dokumentenablage befördern sowie netzweit durch Freigaben Dokumente im Team bearbeiten.

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APIs für die Integration von Unified Communications Lösungen beispielsweise zur Nutzung von VoIP direkt aus Open-Xchange heraus sind verfügbar.
Outlook-Anwender werden über den "OXtender Outlook" an die Mail- und sonstigen Funktionen transparent angebunden. An die Infostore-Daten kommen solche Anwender nur per WebDAV-Laufwerk heran.
Insgesamt sieht die Anbindung mobiler Endgeräte ähnlich aus wie bei Zarafa, Zimbra und Co. Mit der grundlegend überarbeiteten Open-Xchange Mobile Web App können OX-Anwender E-Mails, Kalender- und Kontaktdaten auch unterwegs auf ihrem mobilen Endgerät nutzen. Die mobile Oberfläche unterstützt Apple iPhone, Android-Phones sowie diverse andere Systeme wie Nokia Symbian S60, Blackberry, Windows Mobile / Phone und ist dabei auch offline nutzbar.
Zeitgemäß ist auch die Integration mit Social Media Diensten wie Facebook, Xing und anderen, die ein vereinfachtes Austauschen unter anderem von Kontakten und Adressen vorsieht.
Die Open-Xchange-Version 7, die Anfang 2013 unter dem Namen OX App Suite erscheinen soll, wird mobile Geräte und soziale Netzwerke deutlich tiefer integrieren als dies bislang der Fall war. Hierzu wird unter anderem die Web-GUI auf HTML5-Technik umgestellt.
Open-Xchange - Pro und Contra
+ Gute Outlook-Integration,
+ großer Funktionsumfang,
+ zeitgemäße Web-Oberfläche,
+ gute Erweiterbarkeit.
