Collaboration-Programme im Test

Es muss nicht immer Exchange sein

Update  04.02.2014 | von 
Andrej Radonic
Andrej Radonic ist Experte für Virtualisierung, Cloud-Technologien und Open Source Anwendungen. Der Fachbuchautor ist Vorstand der interSales AG und entwickelt für mittelständische Unternehmen anspruchsvolle E-Commerce Lösungen.
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Kerio

Kerio Connect (vormals Kerio MailServer) ist ein vorwiegend auf Messaging ausgerichtetes System (Testversion) mit Collaboration-Funktionen. Es präsentiert sich sehr flexibel, läuft es doch als Server auf allen Windows-Server-Plattformen, auf Linux und Mac OS. Anwender arbeiten über eine schlanke, aber effiziente Web-Oberfläche, die sich moderner Ajax-Techniken bedient und mit Version 8 um HTML5-Komponenten sowie viele Funktionen erweitert wurde. Oder sie verbinden sich mit dem gewohnten Outlook, was die Installation des Kerio Outlook Connectors voraussetzt.

Kerio - die Verwaltungskonsole.
Kerio - die Verwaltungskonsole.
Foto: Andrej Radonic

Damit sind dann alle wichtigen und bekannten Outlook-Funktionen für Mail, Kalender (auch in Gruppen), Kontakte, Aufgaben und Notizen verfügbar. Informationen zu Terminen, Kontakten und E-Mails können privat oder öffentlich in der Gruppe bereitgestellt werden. Für alle öffentlichen Elemente lassen sich auch Vertretungsrechte vergeben, so dass beispielsweise das Sekretariat Termine für Dritte annehmen und pflegen sowie E-Mails nicht anwesender Kollegen beantworten kann. Diese Groupware-Funktionen sind sowohl von Windows-Clients mit Outlook als auch von Mac-Rechnern (mit Entourage) nutzbar. Über offene Schnittstellen wie CalDAV lassen sich ebenso andere Clients für die Kalenderverwaltung anbinden, so zum Beispiel Thunderbird Lightning.

Kerio mobil auf dem iPhone.
Kerio mobil auf dem iPhone.

Auch für mobile Arbeitsnomaden ist Kerio offen: So werden viele gängige Smartphones via ActiveSync-Datenaustausch sowie Blackberry via Blackberry Kerio Connector unterstützt. Darüber lassen sich dann beispielsweise von einem Mobil-Gerät OTA (over the air) Mail-, Kalender- und Kontaktdaten austauschen. Mit einem iPhone gelingt das mittels CalDAV und CardDAV-Protokoll. Auf dem iPhone können auch Erinnerungen erstellt und mit Connect abgeglichen sowie Mails mit S/MIME signiert und verschlüsselt werden.

Das System zeigt sich integrationsfreudig: Es versteht sich auf Active-Directory-Anbindung, enthält eine eMail-Archivierung sowie automatisierte Backups. Die Installation bereitet dem Admin wenig Mühe und kann bequem auch von einem Tablet-PC aus erfolgen. Diverse Migrations-Tools für Exchange, Imap, Communigate und 4D ermöglichen einen Umstieg mit schon vorhandenen Benutzern und ihren Mail-Daten. Alle benötigten Dienste sind im System integriert und werden als Komplettpaket mitgeliefert. Die Verwaltung erfolgt über eine aufgeräumte Web-Oberfläche, die eine Vielzahl von Optionen offenbart. So auch die Möglichkeit, externe Virenscanner zu wählen, die dann integriert ihre Arbeit verrichten.

Die Mailfunktion von Kerio Connect.
Die Mailfunktion von Kerio Connect.
Foto: Andrej Radonic

Kerio richtet sich aufgrund seiner einfachen Verwaltung primär an kleine und mittlere Unternehmen mit gehobenen Ansprüchen an die Kommunikationstechnik, wobei die Unternehmensstandorte auch geographisch verteilt sein dürfen - das Distributed Domains Feature ermöglicht die Nutzung einer Mail-Domain an mehreren Standorten. Die virtuelle Appliance installiert sich als fertige VM auf VMware und ermöglicht somit einen noch einfacheren Start.

Kerio - Pro und Contra

+ Preisgünstig, mit umfangreicher Funktionalität,

+ recht einfache Administration,

+ geringe Hardwareanforderungen,

+ automatisches Backup,

+ integrierte Mail-Archivierung,

+ günstig zu integrierender Virenschutz,

+ Unterstützung von Windows- und Apple-Clients.

- Keine quelloffene Lösung.

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