Stromsparwunder: Athlon 64 X2 3800+ EE SFF vs Core 2 Duo E4300

22.01.2007
Von Miachael Schmelzle
Das gab’s noch nie: Desktop-Prozessoren, die weniger Energie verbrauchen als Notebook-CPUs. Und das zum Schnäppchenpreis von 150 Euro! Wir haben zwei dieser Sparwunder genauer unter die Lupe genommen.

Stromsparende Hardware schont den Geldbeutel und die Umwelt. Nach Jahren des hemmungslosen Stromkonsums haben nun auch AMD und Intel das Energiesparen entdeckt. Mit welcher Konsequenz die Prozessorhersteller dabei vorgehen, zeigen die aktuellen Modelle AMD Athlon 64 X2 3800+ EE SFF und Intel Core 2 Duo E4300, die mittlerweile das Verbrauchsniveau von Notebook-CPUs erreichen.

AMDs 2-GHz-Prozessor entstammt zwar noch der 90-Nanometer-Fertigung, trägt aber im Modellnamen den Zusatz EE (energy efficient desktop) sowie SFF (small form factor). Damit kennzeichnet AMD seine besonders genügsamen CPUs, die mit einer sensationell niedrigen TDP (thermal design power) von gerade einmal 35 Watt glänzen. Dabei ist der Athlon 64 X2 3800+ derzeit der einzige Zwei-Kern-Prozessor, dem AMD die Gütesiegel „EE“ und „SFF“ zugesteht. Trotz seines Schnäppchencharakters - die CPU ist ab rund 150 zu haben - hat AMD dem 3800+ EE SFF das komplette Ausstattungspaket spendiert. Der Athlon 64 X2 3800+ EE SFF ist zwar nicht offiziell in den Verkaufslisten des Fachhandels aufgeführt, lässt sich aber laut AMD auf Anfrage bei autorisierten Fachhändlern bestellen.

Halbleiter-Goliath Intel schickt den Core 2 Duo E4300 ins Energiespar-Rennen. Der 1,8-GHz-Prozessor ist das brandneue Einstiegesmodell in die Doppelkerner-Baureihe Core 2 Duo. Auf besondere Bezeichnungen im Modellnamen, die auf den sparsamen Charakter des Prozessors hinweisen, verzichtet Intel. Auch bei der TDP stapelt Intel tief und gibt großzügige 65 Watt an - in der Praxis verbraucht der erste Core 2 Duo der L-2-Kernrevision deutlich weniger. Neben der effizienteren Kernrevision trägt sicherlich auch der um 66 auf 200 MHz reduzierte Systemtakt zu den niedrigeren Verbrauchswerten bei. Denn im Gegensatz zu den 266-MHz-Modellen, die im Bereitschaftszustand die Taktrate auf 1,6 GHz (6 x 266 MHz) senken, schaltet der E4300 seinen Arbeitstakt gleich auf 1,2 GHz herunter (6 x 200 MHz). Und den kompletten Funktionsumfang der Core-2-Duo-Baureihe darf der E4300 auch nicht nutzen: Die Virtualisierungstechnik Vanderpool hat Intel irreversibel deaktiviert. Hinzu kommt der auf 2 MB halbierte L2-Cache, den die beiden Rechenkerne des E4300 gemeinsam nutzen.

Zum Vergleich führen wir noch zwei AMD-Prozessoren auf, die sich im Preisumfeld der 200-Euro-Klasse bewegen und die restlichen Verbrauchskategorien abdecken: Stellvertretend für die AMD-Prozessoren mit einer TDP von 65 Watt steigt der Athlon 64 X2 4600+ EE (Einzeltest) in den Ring. Für die 89-Watt-Baureihe tritt der Athlon 64 X2 5000+ (Einzeltest) an. Aus dem Hause Intel stellt sich der 65-Watt-Prozessor Core 2 Duo E6400 (Einzeltest) dem Vergleich, dem ebenfalls nur 2 MB L2-Cache zur Verfügung stehen. Das Testfeld komplettiert der Notebook-Prozessor Core Duo T2600 mit 2,13 GHz, dessen TDP laut Intel 31 Watt beträgt.