Der Markt für Cloud Computing

Die wichtigsten Cloud-Anbieter im Überblick

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Auf dem Markt für Cloud-Services tummeln sich Branchenschwergewichte und eine Vielzahl spezialisierter Anbieter.

Was zeichnet den typischen Cloud-Computing-Anbieter aus? Welches sind die wichtigsten Player in dem noch jungen Markt, und wie unterscheiden sie sich voneinander? Die Antworten auf solche Fragen fallen selbst professionellen Marktbeobachtern schwer. Amazon, Google, IBM, Microsoft und Salesforce.com gelten derzeit als führende Anbieter. Gemeinsam ist ihnen, dass sie nicht nur einzelne Cloud-Services, sondern komplette Infrastruktur- oder Anwendungsplattformen zur Verfügung stellen. Kleinere Dienstleister spielen in der öffentlichen Wahrnehmung dagegen noch kaum eine Rolle.

Amazon.com

Der Pionier in Sachen Cloud Computing heißt Amazon.com. Schon vor mehr als zwei Jahren erkannte der Online-Händler, dass sich nicht nur Bücher vermarkten lassen, sondern auch die praxiserprobte IT-Infrastruktur der eigenen E-Commerce-Plattform. Daraus entstanden die Amazon Web Services (AWS). Kunden können die Dienste im Bausteinsystem beliebig kombinieren. Die Infrastruktur, sprich die nötige Rechenkapazität, stellt die Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2) zur Verfügung.

Eine Stunde Linux für zehn Cent

Auf dieser Plattform lassen sich Anwendungen in Amazon Machine Images (AMI) speichern. Die Daten liegen dabei im Amazon Simple Storage Service (S3). Für den strukturierten Zugriff auf Daten steht Amazon SimpleDB zur Verfügung. Der Clou dabei: Kunden zahlen nur die tatsächlich in Anspruch genommenen Dienste. So kostet beispielsweise eine Stunde Rechenleistung unter Linux in der günstigsten Variante zehn Cent. Den Begriff "Elastic" wählten die Amazon-Marketiers, weil sich die gewünschte Rechenleistung innerhalb von Minuten anpassen lassen soll.

Lange Zeit standen in der Amazon-Wolke nur Linux und OpenSolaris als Betriebssysteme zur Verfügung. Im November kündigte das Unternehmen an, künftig auch Instanzen von Microsoft Windows Server und SQL Server zu hosten. Über Service-Level-Agreements (SLAs) garantiert der Anbieter eine Verfügbarkeit von 99,95 Prozent (siehe Interview). Amazon kommt mit seinem Angebot damit noch vor Microsoft selbst auf den Markt, dessen Windows-basierende Cloud-Plattform Azure noch nicht verfügbar ist.