Aufsteiger, Umsteiger, Absteiger, Aussteiger

Die IT-Macher 2010

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Wer schaffte einen Karrieresprung, wer dankte ab, wer fand einen neuen Job, wer wurde ausgezeichnet? Alle Antworten in unserer Parade der IT-Manager, über die die Branche 2010 sprach.

Aufsteiger des Jahres

Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott, Zwei für SAP

Bill McDermott (links) und Jim Hagemann Snabe auf der SAP-Hauptversammlung.
Bill McDermott (links) und Jim Hagemann Snabe auf der SAP-Hauptversammlung.
Foto: SAP AG

Nach dem Abgang von Léo Apotheker übernahmen Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott am 8. Februar als Vorstandssprecher die Führung bei SAP. Während sich McDermott hauptsächlich auf den Vertrieb konzentrieren soll, kümmert sich Snabe im Bereich Business Solutions & Technology weiter um die Entwicklung. Mit der Rückkehr zur Doppelspitze installierte SAP ein altes Erfolgsmodell: Zusammen mit Firmengründer Dietmar Hopp hatte Hasso Plattner das Softwarehaus an die Weltspitze für Unternehmenssoftware geführt.

Ralph Haupter seigt bei Microsoft Deutschland auf

Auch an der Spitze von Microsoft Deutschland gab es in diesem Jahr einen Wechsel. Nach rund drei Jahren wechselte der bisherige Deutschland-Chef Achim Berg nach Redmond. Dort verantwortet er alle Marketing- und Business Development-Aktivitäten für Windows Phones weltweit. Sein Nachfolger in Deutschland ist seit 1. Mai der bisherige COO Ralph Haupter. Der 41-Jährige Diplom-Ingenieur gehört seit drei Jahren der Geschäftsleitung an und war zuvor für Microsoft in Westeuropa für das Geschäft mit Partnern und Mittelstandsunternehmen verantwortlich. Deutschland ist inzwischen der drittgrößte Markt für Microsoft.

Angelika Dammann, SAP

Als die SAP AG im Sommer Jahr Angelika Dammann für das vakante Vorstandsressort Personal verpflichtete, betrat der Softwarehersteller in mehrerer Hinsicht Neuland: Mit der Juristin zog zum ersten Mal in der 38-jährigen Unternehmensgeschichte eine Frau in den Vorstand ein. Die 51-Jährige ist die erste, die sich als Vorstand ausschließlich um das Thema Personal kümmert, und sie ist anders als ihre Vorgänger die erste ausgewiesene HR-Spezialistin auf dieser Position. Ihre einschlägige Erfahrung sammelte Dammann beim Markenartikelhersteller Unilever als Personalchefin für den deutschsprachigen Raum und beim Ölkonzern Shell, wo sie zuletzt für 8000 IT-Mitarbeiter verantwortlich war.

Regine Stachelhaus, Eon

Regine Stachelhaus, einzige Frau im Eon-Vorstand
Regine Stachelhaus, einzige Frau im Eon-Vorstand

2010 war das Jahr der Pionierinnen, und Regine Stachelhaus gehört dazu. Die langjährige HP-Geschäftsführerin, die zuletzt Unicef Deutschland führte, schaffte den Sprung in den Vorstand eines Dax-Unternehmens. Damit ist sie eine von drei Frauen, denen dieser Karriereschritt gelungen ist. Beim größten Energieversorger Eon verantwortet die Juristin das Superressort Personal, IT, Einkauf und Recht. Schon zu HP-Zeiten förderte sie beharrlich die Chancengleichheit von Frauen.

Cornelia Rogall-Grothe, Bundes-CIO

Nach dem Weggang von Hans-Bernhard Beus, der Wolfgang Schäuble ins Bundesfinanzministerium folgt, übernahm die neue Staatssekretärin des Inneren, Cornelia Rogall-Grothe, auch dessen Posten als IT-Beauftragte des Bundes. Die Juristin ist seit 1977 für das BMI tätig und hat dort die unterschiedlichsten Themen bearbeitet - von Wahlrecht über Migration bis hin zu Datenschutz. Eine spezielle IT-Vergangenheit hat die neue Staatssekretärin zwar nicht - wohl aber eigene Ansichten über bestimmte Brennpunktthemen. So war die 1949 geborene Rogall-Grothe als Leiterin der Abteilung V des Innenministeriums unter anderem maßgeblich am Gesetzentwurf zur Novelle des Datenschutzes beteiligt. Im Zuge der Wahlrechtsreform soll sich die neue Bundes-CIO 2007 außerdem für elektronische Wahlgeräte und deren Sicherheit stark gemacht haben.