Spezialisten liefern die besten BPM-Tools

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Kleine Anbieter wie Pegasystems, Appian oder Lombardi offerieren nach einem Vergleich von Forrester Research die leistungsstärksten Business-Process-Management-Pakete für Geschäftsprozesse mit menschlicher Interaktion.

"BPM-Pakete werden das nächste große Ding, nicht nur in der IT, sondern auch in den Führungsetagen der Unternehmen." So beschreibt Forrester-Analyst Colin Teubner die rasante Entwicklung im Markt für Business-Process-Management. Bis zum Jahr 2011 werden die Lizenzumsätze für BPM-Software auf satte 6,3 Milliarden Dollar wachsen, prognostiziert er in der Studie "The Forrester Wave: Human-Centric BPM For Java Platforms, Q3 2007". Kein Wunder, dass sich Softwarehersteller unterschiedlichster Couleur auf den Markt stürzen ? von kleinen Startups über Integrationsspezialisten bis hin zu den großen Anbietern von IT-Infrastruktur und Standardsoftware. Der Markt ist unübersichtlich geworden, so Teubner. Forrester unterteilt die zahlreichen Angebote deshalb in die Kategorien "Integration-Centric Business Process Management Suites" (IC-BPMS) und "Human-Centric BPMS".

Neben den BPM-Paketen bewertete Forrester auch die Marktstellung und die strategische Ausrichtung der Hersteller.
Neben den BPM-Paketen bewertete Forrester auch die Marktstellung und die strategische Ausrichtung der Hersteller.
Foto: Forrester Research

Erstere wollen die Auguren als integrationsorientierte BPM-Pakete verstanden wissen, die sich aus klassischen EAI-Systemen entwickelt haben (EAI = Enterprise Application Integration). Human-Centric BPMS hingegen sind aus Workflow- und Document-Imaging-Systemen der vergangenen Dekade entstanden. BPM-Pakete dieser Gruppe eignen sich nach der Forrester-Lesart besonders dafür, menschliche Interaktionen in Geschäftsprozesse einzubeziehen. Unternehmen nutzen sie beispielsweise in der Schadensbearbeitung bei Versicherungsfällen oder in der Kreditbewilligung durch Banken. Eine Unterart der Human-Centric BPMS sehen die Experten in Softwarepaketen, die vor allem die Verarbeitung elektronischer Dokumente berücksichtigen. Ebenso wie die integrationsorientierten Suites behandelt Forrester diesen Teilmarkt in einer separaten Studie. Außen vor bleiben im aktuellen Bericht zudem BPM-Systeme, die auf Infrastrukturprodukten von Microsoft aufsetzen. Sie sollen ebenfalls in einer eigenen Untersuchung beleuchtet werden.

Produkte in der Wertung

Hersteller

Produkt

Version

Release-Datum

Appian

Enterprise

5.6

Mai 2007

Bea Systems

Aqualogic BPM

5.7

Januar 2007

Fujitsu

Interstage Business Process Manager

8.1

Januar 2007

Graham Technology

Ciboodle

2.4.0

Februar 2007

Handysoft

Bizflow

10.1.2

Dezember 2006

IBM

BPM Suite

6.0.2

Dezember 2006

Intalio

Intalio BPMS

4.4

Januar 2007

Lombardi

Teamworks

*

6.0

Mai 2007

Pegasystems

SmartBPM Suite

5.2

Januar 2007

Savvion

Savvion Business Manager

7.0

Dezember 2006

Software AG

Webmethods BPMS

7.0

Dezember 2006

Tibco Software

Tibco iProcess Suite Tibco Business Studio

10.5

2.0

November 2006

Mai 2007

Für den Vergleich der Anbieter von Human-Centric BPMS definierte Forrester rund 150 Kriterien, die in drei Kategorien zusammengefasst sind (siehe unten "So bewertete Forrester"): Angebot, Strategie und Marktpräsenz. Eine Gruppe eher kleiner Anbieter liegt nach diesem Schema ganz vorn: Appian, Lombardi Software, Pegasystems und Savvion (siehe Grafik "Ranking BPM-Anbieter"). Laut der Studie verfügen sie allesamt über umfangreiche Erfahrungen in der Prozessimplementierung, eine gute Technik und eine "relativ stabile Zukunft". Dennoch sind die Unterschiede zwischen ihnen keineswegs nur kosmetischer Art. Die Hersteller arbeiteten mit divergierenden Philosophien hinsichtlich des Verständnisses von BPM und offerierten Produkte mit sehr verschiedenen Stärken, urteilt Teubner.