Messerundgang Service-orientierte Architekturen

SOA trifft Business Process Management

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Service-orientierte Architekturen in Verbindung mit verbesserten Geschäftsprozessen stehen bei vielen Ausstellern auf der CeBIT 2008 im Mittelpunkt.

Dass sich Service-orientierte Architekturen (SOA) kaum losgelöst von Geschäftsprozessen umsetzen lassen, gehört fast schon zu den Binsenweisheiten in der Fachszene. Auf der CeBIT 2008 demonstrieren etliche Softwarehersteller, wie der Brückenschlag zwischen Business und IT im Kontext einer SOA gelingen kann. Die 2007 erstmals organisierte Sonderausstellung "SOA World" in Halle 3, Stand C45, firmiert in diesem Jahr unter "SOA BPM World". Einige Schwergewichte im SOA-Markt, darunter Oracle und Bea Systems, sind nicht oder nur über Partner auf der CeBIT vertreten. Auch kleinere Spezialisten wie Iona und Progress Software leisten sich keinen eigenen Messeauftritt.

IBM

Das wahrscheinlich breiteste Angebot in Sachen SOA präsentiert IBM in Halle 2, Stand A10. Der IT-Konzern stellt unter anderem das Konzept "SmartSOA" vor. Im Kern gehe es darum, SOA-Projekte einfach und zuverlässig zu machen, werben die Marketiers. Dazu werde unnötige Komplexität in den Vorhaben beseitigt. An sechs Demopunkten erläutern IBM-Experten zudem typische Einstiegspunkte in eine Service-orientierte Architektur.

IDC-Analyst Rüdiger Spies ist im CW-Gespräch sicher, dass mit SOA im Bereich Enterprise Applications eine neue Ära beginnt.
IDC-Analyst Rüdiger Spies ist im CW-Gespräch sicher, dass mit SOA im Bereich Enterprise Applications eine neue Ära beginnt.

Dabei geht es beispielsweise um einen SOA-Start über Prozesse und "Anwendungskonnektivität" mit den Produkten "WebSphere Enterprise Service Bus" (ESB) sowie der "Filenet P8 Platform". Am Einstiegspunkt Anwendungsmodernisierung stehen die "Rational Software Development Tools" sowie die ARC-Methode (Analysis & Renovation Catalyst) des Geschäftsbereichs Global Business Services im Mittelpunkt. Darüber hinaus zeigt der Hersteller ein WebSphere-Portal als Einstieg in das Thema Informationsmanagement. Demopunkte für die Szenarien "Governance" sowie "Infrastrukturmodernisierung" ergänzen das Informationsangebot. Am Infostand "Starter Pack" stellt IBM ein IT-Werkzeug vor, das kleinen und mittelständischen Unternehmen den Zugang zu Service-orientierten Architekturen erleichtern soll.

Das Thema Business-Process-Management präsentiert der Hersteller an vier weiteren Demopunkten. Mitarbeiter erläutern, wie Unternehmen mit IBM-Methoden und -Lösungen wie "Component Business Modeling" oder "Websphere Business Fabric" neue Geschäftsanwendungen erstellen können. Am Informationsstand "Identify the project" zeigt Big Blue, wie sich Kandidaten für SOA-Initiativen identifizieren sowie technische und organisatorische Fähigkeiten im Zusammenhang mit Unternehmenszielen bewerten lassen. Unter dem Motto "Transform to a Service-oriented Enterprise" geht es um das Zerlegen und Kategorisieren von einzelnen Komponenten der Geschäfts- und IT-Funktionen. Ein SOA Governance Framework präsentiert der Anbieter am Infopunkt "Governance of Business Processes".

Wie sich RFID-Technik mit Hilfe einer SOA in bestehende IT-Systeme einbinden lässt, erläutern IBM-Experten am Beispiel Honda Italia. Der Demopunkt "Smart Banking" präsentiert eine Reihe von IT-Lösungen für Banken, beispielsweise die End-to-End-Integration von Geschäftsprozessen am Beispiel einer Baufinanzierung. Unter dem Motto "Versicherungsbetrieb der Zukunft" erfahren Besucher, wie sich eine einheitliche Geschäftsvorfallbearbeitung in einer SOA umsetzen lässt.