Mobile Cloud Services

Samsung und Oracle vereinbaren Kooperation

Florian Maier beschäftigt sich mit dem Themenbereich IT-Security und schreibt über reichweitenstarke und populäre IT-Themen an der Schnittstelle zu B2C. Daneben ist er für den Facebook- und LinkedIn-Auftritt der COMPUTERWOCHE zuständig. Er schreibt hauptsächlich für die Portale COMPUTERWOCHE und CIO.
Samsung und Oracle gehen eine Partnerschaft ein, um gemeinsam Mobile Cloud Services für Business-Kunden anzubieten. Oracle könnte so der Einstieg ins Consumer-Geschäft gelingen, Samsung sich im B2B-Sektor besser aufstellen.

Wie die Korea Times berichtet, haben Oracle Vize-Chef Mark Hurd und Shin Jong-Kyun - bei Samsung verantwortlich für Mobilgeräte - am vergangenen Donnerstag in Seoul die Details einer Kooperation fixiert, die beiden Unternehmen zuträglich sein soll. Während Oracle sich einen Schub für seine Datenbank-Cloud-Lösungen erwartet, möchte Samsung seinen Einfluss bei Geschäftskunden deutlich ausweiten.

Oracle will einen Fuß in das Consumer-Geschäft bekommen. Eine mögliche Kooperation mit Samsung könnte hilfreich sein.
Oracle will einen Fuß in das Consumer-Geschäft bekommen. Eine mögliche Kooperation mit Samsung könnte hilfreich sein.
Foto: Oracle

Samsung hat sich bereits mit Microsoft und auch SAP zusammengetan und erst vor kurzem die Meldung dementiert, man stünde kurz vor der Akquise von Blackberry. Allerdings haben die Koreaner im gleichen Atemzug zugegeben, dass sie ihre Beziehungen zu dem kanadischen Business Device-Hersteller gerne vertiefen möchten. Die Kooperation zwischen Oracle und Samsung wollte hingegen keine der beiden Seiten kommentieren.

In seinem Bericht über das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2015 konnte Oracle vermelden, dass der Umsatz in den Bereichen Software und Cloud Computing um fünf Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar angewachsen ist. Der Umsatz in den Bereichen SaaS (Software as a Service), PaaS (Platform as a Service) und IaaS (Infrastructure as a Service) sei gar um 45 Prozent auf 516 Millionen Dollar gestiegen.

Blackberry als Garant für Mobile-Business-Erfolg?

Eine Partnerschaft zwischen Samsung und Oracle könnte strategische Ähnlichkeiten zur kürzlich beschlossenen Kooperation zwischen IBM und Apple aufweisen, so Charles King, Analyst bei Pund-IT: "Insbesondere für Oracle könnte diese Partnerschaft wichtig sein, sollten sich die Gerüchte über eine Übernahme von Blackberry durch Samsung bewahrheiten. Auch wenn Blackberry momentan ein Schatten seiner selbst ist - das Unternehmen hat immer noch eine breite Basis im privaten wie öffentlichen Organisationen. Also genau dort, wo Oracle und Samsung nur zu gerne ins Mobile-Geschäft einsteigen würden."

Digital Leader aufgepasst! - Foto: IDG

Digital Leader aufgepasst!

Ray Wang, Analyst bei Constellation Research sieht die zunehmende Consumer-Orientierung des Technologie-Sektors als weiteren Motivationsfaktor - insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Business-Bereich mit mobilen Endgeräten geradezu überflutet wird. "Viele Unternehmen sind gerade erst dabei herauszufinden, wie sie mit all diesen Devices umgehen sollen", so Wang. Durch eine Kooperation mit Samsung würde Oracle eine breitere Vertriebs-Basis für seine Software erlangen und hätte gleichzeitig die Möglichkeit, in den Consumer-Markt vorzustoßen. Die Endgeräte von Samsung würden durch ihr Preisgefüge zudem inzwischen deutlich mehr Zugang zu Wachstumsmärkten erlangen, so Wang weiter.

Cloud-Kooperation wirft Fragen auf

Für Samsung wären die Margen im Business-Sektor um ein Vielfaches höher als im Privatkunden-Bereich. Ob allerdings Oracle seine Kundschaft nachhaltig davon überzeugen kann, auf Cloud-basierte Mobile Services zu setzen, bleibt abzuwarten, wie auch Charles King sagt: "Während die traditionelle Software in vielen Unternehmen eine lange Tradition hat, ist die Cloud-Strategie von Oracle eher undurchsichtig. Oracle wird auf diesem Gebiet als ‚Zuspätkommer‘ wahrgenommen, verglichen mit anderen großen und aggressiveren Playern. Und auch wenn eine Partnerschaft zwischen Oracle und Samsung eine spannende Sache wäre - momentan gibt es dahingehend mehr Fragen als Antworten." (Mit Material von IDG News Service)