Vom Mainframe zur Service-Company

IBM feiert 100. Geburtstag

20.12.2011 | von Christoph  Witte (Autor) 
Christoph Witte ist ehemaliger Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und Gründer sowie Leiter der Wittcomm, eine Agentur spezialisiert auf Kommunikationsdienstleistungen für Unternehmen aus dem Hightech- und ITK-Segment.
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Kein anderes Unternehmen hat die Entwicklung der Informationstechnologie, ihren Markt und ihre Nutzung so beeinflusst wie IBM - im Guten, aber auch im Schlechten.
Big Blue, wie IBM in der IT-Branche gerne genannt wird, feiert heute das 100-jährige Bestehen.
Big Blue, wie IBM in der IT-Branche gerne genannt wird, feiert heute das 100-jährige Bestehen.

Zurzeit strotzt IBM wieder vor Solidität und Selbstvertrauen. Das letzte Geschäftsjahr 2010 verlief glänzend, die Zahlen des ersten Quartals 2011 weisen auf ein ebenfalls gutes Jahr 2011 hin. Dabei wird das Geschäft mit Software für die IBM immer bedeutender. Bereits im Jahr 2010 brachte sie es in diesem Geschäftsbereich auf rund 22,5 Milliarden Dollar Umsatz bei einer Bruttomarge von sage und schreibe 86 Prozent.

Damit liegt die Gewinnspanne in diesem Segment mehr als doppelt so hoch wie in jedem anderen Bereich. Nach den Global Technology Services ist Software inzwischen außerdem der zweitgrößte Umsatzträger noch vor den Global Business Services (18,2 Milliarden Dollar) und vor Systems and Technology ( 17,9 Milliarden Dollar). IBM-Chef Samuel Palmisano, der den Jubilar seit 2001 regiert, hat offenbar vor, dieses Geschäft weiter auszubauen. In der im letzten Geschäftsbericht vorgelegten Roadmap soll allein der Bereich analytische Software bis 2015 einen Umsatz von 16 Milliarden Dollar einfahren.

Damit hängt das Wachstumsszenario der IBM vor allem vom Erfolg im Softwarebereich ab. Selbst vom so hochgejazzten Thema Cloud Computing erwarten die Armonker weit weniger. Es soll 2015 "nur" Einnahmen von sieben Milliarden Dollar bringen.

Die relativ neue Liebe zum Thema Software löst unter Branchenkennern und Beobachtern Spekulationen über die Zukunft der IBM aus. Richard Seibt, selbst bis 1998 Manager und Mitglied der Geschäftsführung von IBM Deutschland (Mr. OS/2) ist sicher, dass der Konzern ein Softwareunternehmen wird. Das würden die bereits getätigten und noch geplanten hohen Investitionen in Technologie und Zukäufe belegen.

"Die IBM ist dabei, in der Software Solutions Group vertikale Industry Frameworks aufzubauen, die es erlauben, verschiedene standardisierte Applikationen verschiedener Hersteller ganz einfach miteinander zu verzahnen." Auf diese Weise, so Seibt weiter, entständen branchen- oder sogar kundenspezifische Lösungen, die für die Anwender viel leichter zu handhaben seien als die großen ERP-Monolithen von SAP und Oracle.