Amazon, Microsoft, Google und Co. im direkten Vergleich

Die besten Public-Cloud-Plattformen in Europa

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Forrester hat die Angebote der wichtigsten Public-Cloud-Provider auf dem europäischen Markt verglichen. Am besten schneiden dabei die großen US-Konzerne Amazon und Microsoft ab. Europäischen Anbieter landen mit ihren Cloud-Plattformen bestenfalls im Feld der Herausforderer.

"CIOs in europäischen Unternehmen greifen zunehmend auf Public-Cloud-Plattformen zurück, um die digitale Transformation voranzutreiben", berichtet das Marktforschungs- und Beratungshaus Forrester in einer aktuellen Studie. "Sie benötigen dazu sowohl Infrastruktur- als auch Plattformdienste". Mit Blick auf diese Anforderungen identifizierten die Analysten Paul Miller, Dave Bartoletti und John Rymer die neun wichtigsten Anbieter von Public-Cloud-Plattformen auf dem europäischen Markt. Neben Amazon Web Services (AWS), Microsoft, Google und IBM gehören dazu Oracle, Salesforce, CenturyLink, Interoute sowie der schweizerische Provider CloudSigma. T-Systems mit der Open Telekom Cloud schaffte es nicht auf die Shortlist, zählt nach Ansicht von Forrester aber zu den Anbietern, die IT-Verantwortliche bei ihrem Auswahlprozess in Betracht ziehen sollten. Gleiches gilt für SAP und Fujitsu.

Eine Erkenntnis der sehr detaillierten Analyse lautet: Amazon Web Services und Microsoft mit Azure sind auch auf dem europäischen Markt mit Abstand die führenden Anbieter. IBM, Oracle, Google und Interoute sehen die Analysten ebenfalls als starke Anbieter, während CenturyLink, Salesforce und CloudSigma sich etwas abgeschlagen in der Gruppe der "Contenders" wiederfinden. Die untersuchten Player unterscheiden sich im Wesentlichen in der Breite des Angebots, der Menge an Analytics-Features sowie den Tools für die Cloud-Migration, erläutern die Studienautoren. Sie betonen zudem die Bedeutung spezifischer Anforderungen in einzelnen europäischen Staaten, beispielsweise im Bereich der Compliance, die die Cloud-Provider mehr oder weniger gut berücksichtigen. Vor allem das Thema Datenschutz spielte dabei eine Rolle.

Forrester legt Wert auf den Hinweis, dass in den Anbietervergleich nicht nur klassische Infrastrukturdienste (IaaS = Infrastructure as a Service) eingeflossen sind. Ebenso wichtig für die Wertung waren Produkte, die in den Bereich Platform as Service (PaaS) fallen. Gerade die großen Provider verschmelzen IaaS- und PaaS-Features zunehmend auf einer Plattform, so die Beobachtung. IBM mit seiner Bluemix-Plattform, die künftig auch als Dachmarke für die einstigen Softlayer-IaaS-Dienste fungiert, liefert dafür ein aktuelles Beispiel.

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Die Anbieter wollen sich damit nicht nur von Ihren Mitbewerbern abheben, sondern reagieren auf Kundenanforderungen. Für ihre Projekte im Rahmen der digitalen Transformationen benötigten CIOs neben klassischen IaaS-Ressourcen auch fortgeschrittene Plattformdienste etwa für Analytics oder Machine Learning, erläutern die Analysten. Den Begriff Public-Cloud-Plattform definieren sie dementsprechend als "standardisierte Softwarebasis für die Entwicklung und den Betrieb kompletter Applikationen, die für Developer über ein Self-Service-Interface zugänglich ist, eine Pay-per-Use-Abrechnung bietet und Ressourcen bedarfsgerecht zur Verfügung stellt".

Für die Beurteilung der Anbieter definierte Forrester 38 Kriterien, die sich in die drei Gruppen Angebot, Strategie und Marktpräsenz untergliedern. Wie gut die Cloud-Provider im Einzelnen abschneiden, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

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