Wordpress, Joomla, Drupal und TYPO3

Die besten kostenlosen CMS

31.08.2014 | von 
Christoph Plessner
Christoph Plessner ist geschäftsführender Gesellschafter der visual4 GmbH in Stuttgart. Er verfügt über 10 Jahre Erfahrung im Bereich Beratung und Projektmanagement bei webbasierten Open Source CMS und CRM Systemen für mittelständische Unternehmen. Zusätzlich war er als Dozent an der Macromedia Hochschule für Medien im Bereich strategische Kommunikation tätig. Seine Themenschwerpunkte sind Kundenbeziehungsmanagement und Online Marketing.
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TYPO3

TYPO3 steht für die lange Entwicklung eines erfolgreichen Systems. Der Däne Kaspar Skårhøj begann bereits 1997 mit der Programmierung von Prototypen für ein neuartiges System, bei dem Web-Inhalte getrennt von Design und Konfiguration vom Kunden selbst verwaltet werden können. Nach Restrukturierungen und Anpassungen erschien 2000 die erste Betaversion, die von der Open-Source-Gemeinde gründlich unter die Lupe genommen wurde. Nachdem dann der Code im Sommer 2001 noch einmal grundlegend überarbeitet wurde, erschien kurz darauf die finale Version von TYPO3. Der letzte große Entwicklungsschritt wurde mit Version 6.0 getan. Bei diesem Release erfolgten Neuerungen vor allem im Hintergrund, aber auch im Administrationsbereich. File Abstraction Layer, die Umgestaltung des Extension Managers und optische Anpassungen sind hier einige Beispiele der langen Änderungsliste.

Fakten: TYPO3 weist über sechs Millionen Downloads auf und kommt verstärkt im europäischen Raum zum Einsatz. Das Enterprise-Content-Management-System wird in über 50 Sprachen sowie mit über 5000 Erweiterungen angeboten. Die Community ist sehr stark und zählt über 100.000 Mitglieder, die sich aktiv an der Weiterentwicklung beteiligen.

System: TYPO3 wurde 2001 veröffentlicht und steht aktuell in der Version 6.0.4 unter der GNU-GPL-Lizenz zur Verfügung. TYPO3 basiert auf PHP 5.3.7 sowie Javascript und unterstützt die Datenbanken MySQL 5.1.x, PostgreSQL und Oracle. Zusätzlich werden weitere PHP-Module wie zlib, Graphics- oder ImageMagick empfohlen. Die Systemanforderungen variieren jedoch je nach eingesetzter Version des Systems.Die aktuelle LTS-Version ist noch immer die 4.5. Die nächste mit Long Term Support wird dann die Version 6.2 sein.

Vorteile: TYPO3 beinhaltet alle Funktionen, die ein Enterprise-Content-Management-System auszeichnen. In der Grundinstallation wird bereits eine multilinguale Unterstützung mit Fallback-Funktion bereitgestellt. Eine Multidomain-Unterstützung, um mehrere Seiten über eine TYPO3-Installation zu verwalten, wird ebenfalls ermöglicht. Die integrierte Rechteverwaltung ist sehr umfangreich und ermöglicht den Administratoren, unterschiedliche Rollen und Rechte für die Benutzer einzurichten. Der Administrator kann unter anderem. festlegen, welche Eingabefelder von Inhaltselementen gesehen oder bearbeitet werden können.

In diesem Zusammenhang können in TYPO3 auch die Freigabeprozesse individuell über so genannte Workspaces definiert und abgebildet werden. Der modulare Aufbau, die starke Konfigurationssprache Typoscript und die Möglichkeit, Veränderungen des Codes mit XClasses lokal auszulagern, machen TYPO3 nahezu unbegrenzt erweiterbar und anpassbar. Ferner erlauben sie so eine unkomplizierte Anbindung an weitere Systeme wie zum Beispiel ERP- oder CRM-Lösungen. Die LTS Version (Long Term Support) bietet den Unternehmen einen sehr hohen Grad an Service und Support in Bezug auf die Kompatibilität der Erweiterungen, welche bei Drupal und Joomla nicht immer gewährleistet ist. Sicherheits-Updates haben bei TYPO3 grundsätzlich einen sehr hohen Stellenwert.

Mit dem MVC-Framework Extbase stehen Entwicklern die Türen zu komplexen Typo3-Erweiterungen offen, wie zum Beispiel dem Anbinden an ein CRM-System. Fluid ist die neue Templating-Engine in TYPO3 Version 5 (Neos), die jedoch durch die komplexe Abwärtsportierung auch mit der Version 4.x lauffähig ist. In Verbindung der beiden umfangreichen Features "Extbase" und "Fluid" steht dem Entwickler eine umfangreiche Werkzeugkiste für zahllose Anwendungsszenarien zur Verfügung.

Nachteile: Die Lernkurve ist im Vergleich zu den anderen Systemen eher flach, und die Installation, Konfiguration und Administration erfordert Fachwissen, um TYPO3-Fehler zu vermeiden. Hier bieten jedoch eine Vielzahl an Büchern und Dokumentationen Hilfe. Die Anforderungen an die Hosting-Umgebung werden nicht von allen Providern standardmäßig unterstützt und sollten im Vorfeld geklärt werden.

Fazit: TYPO3 zeichnet sich durch die Ausrichtung als Enterprise-Content-Management-System aus und spielt seine Stärken vor allem bei größeren und oder komplexen Internet-, Extranet- oder Intranet-Projekten aus. (pg)

Offizielle Seite:

http://typo3.org/

Downloadlink: https://typo3.org/download/ Hier kann dann das entsprechende Package ausgewählt werden.

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Clown
Warum keimt in mir bloss der Gedanke, dass mein Vorposter ein absolutärer TYPO3-Gegner und Drupal-Befürworter ist?

Karlheinz Schlottbom
Soso, "visual4 hat die Open-Source-Systeme Wordpress, Joomla, Drupal und "TYPO3 getestet"? Dafür sind aber gleich in der kurzen Übersicht schon krasse Fehler enthalten. Ich möchte hier nur auf drei Fehler eingehen: 1. TYPO3 ... "Das Enterprise-Content-Management-System .." mit Link zu dem entsprechenden Wikipedia-Eintrag: Wenigstens die Mühe hätte man sich machen können, den Wikipedia-Eintrag auch zu lesen! Demnach müsste TYPO3 u.a. Komponenten für COLD/ERM und Dokumentenmanagement mitbringen. Das wird doch selbst der Autor nicht im Ernst behaupten wollen. Die in den folgenden Sätzen genannten Eigenschaften sind etwas ganz anderes - und sind übrigens mit Drupal ebenso verfügbar. 2. Über Drupal-Module: "Deren Installation kann dabei leider nicht über die Administrationsfläche erfolgen, sondern nur per FTP." Was ist "die Administrationsfläche"? Dieser Satz kann nur von einem Drupal-Anfänger stammen. Es reicht ein einführendes Buch über Drupal, um es besser zu wissen. Sehr einfach installiert man ein Modul mit zwei kurzen Kommanmdos, z.B. "dl modulname" und "en modulname" im Administrationstool "Drush", und zwar inklusive ggf. benötigter anderer Module. Damit sind viele adminsitrative Aufgaben sehr einfach möglich, bespielsweise Sicherungen, Kopieren oder Rückladen einer gesamten Installation jeweils mittels eines kurzen Kommandos. Für sich wiederholdende komplexe Aufgaben erstellt man einfach entsprechende Prozeduren. Das ist ein großes Plus für Drupal - wenn man es weiß. 3. Noch über Drupal-Module: "Zudem sind sie leider nicht abwärtskompatibel": Eine verallgemeinerte Aussage, die so nicht richtig ist. Wie bei anderen Systemen auch, muss auch bei Drupal darauf geachtet werden, welche Erweiterungen man einsetzt. Auch bei anderen CMS ist nicht jede Erweiterung problemlos und in der nächsten Version verfügbar. Bei TYPO3 z.B. gibt es zur neuen Version Neos (bisher 5.0 oder Phoenix genannt) einen Systembruch. Wichtiger ist für Web-Anwendungen ist, wie lange eine Version ohne Upgrade eingesetzt werden kann. Und da steht Drupal sehr gut da. Mehrfach findet man ähnliche CMS-Vergleiche wie diesen, die andere CMS erkennbar aus der Sicht eines TYPO3-Kenners beurteilen. Dabei tauchen zuverlässig nicht weiter belegte Marketing-Vokabeln wie "Enterprise Content Management System" auf, die die Mär stützen sollen, TYPO3 sei für große Aufgabe besser geeignet als etwa Drupal. Die Zahlen von BuiltWith und anderen Quellen zeigen allerdings, dass TYPO3 eher selten für große Websites eingesetzt wird, während Drupal dort deutlich überdurchschnittlich oft genutzt wird. Da werden Drupal-Funktionen eines nackten Drupal-Kernsystems mit TYPO3 vergleichen, anstatt wenigstens eine Out-of-the-Box-Distribution zu verwenden, die besser zu den Anforderungen passt. Wesentliche Stärken von Drupal werden mangels Kenntnis gar nicht berücksichtigt, wie beispielsweise das oben erwähnte Administrationstool.

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