Wordpress, Joomla, Drupal und TYPO3

Die besten kostenlosen CMS

30.05.2014 | von 
Christoph Plessner
Christoph Plessner ist geschäftsführender Gesellschafter der visual4 GmbH in Stuttgart. Er verfügt über 10 Jahre Erfahrung im Bereich Beratung und Projektmanagement bei webbasierten Open Source CMS und CRM Systemen für mittelständische Unternehmen. Zusätzlich war er als Dozent an der Macromedia Hochschule für Medien im Bereich strategische Kommunikation tätig. Seine Themenschwerpunkte sind Kundenbeziehungsmanagement und Online Marketing.
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Wordpress

Wordpress ist aus der Entwicklung des Systems b2/cafeblog entstanden. Nach nur wenigen Monaten Entwicklungszeit war die Version 0.7 im Jahr 2003 die erste Veröffentlichung der Entwickler Matt Mullenweg und Mike Little und wurde offiziell als Nachfolger des cafeblogs etabliert. Seither sind viele Funktionen hinzugekommen. Die Community ist mittlerweile eine der größten auf dem Gebiet der Content-Management-Systeme. 2007 und 2009 gewann Wordpress den Open Source CMS Award und 2010 den Open Source Award.

Fakten: Der hohe Bekanntheitsgrad von Wordpress spiegelt sich in neun Millionen Downloads und über 18.000 Erweiterungen wider. Zusätzlich stehen dem Nutzer aktuell über 14.000 kostenlose Designvorlagen (Themes) zur Verfügung. Das deutschsprachige Forum wächst kontinuierlich. Über 45.000 Mitglieder tauschen sich gegenwärtig zu Erweiterungen, Problemstellungen und Lösungen aus. Laut Pingdom dominiert Wordpress die Top-100-Blogs mit einem Anteil von fast 50 Prozent.

System: Die Markteinführung erfolgte 2004 unter der Lizenz GNU GPL. Die aktuelle Version 3.5.1 basiert auf PHP ab Version 5.2.4 und setzt eine MySQL-Datenbank ab Version 5.0 voraus.

Vorteile: Die populäre "Fünf-Minuten-Installation" von Wordpress und die äußerst bedienungsfreundliche Administrationsoberfläche haben einen wesentlichen Teil zur starken Verbreitung des Systems beigetragen. Hinzu kommt die einfache Integration von Erweiterungen, so genannten Plugins, die Vielzahl kostenloser Themes und die komfortable Aktualisierung per Knopfdruck. Suchmaschinenfreundliche URLs (Real-URLs) können ohne die Installation von Erweiterungen eingerichtet werden. Zusätzliche Erweiterungen bieten für jede gewünschte SEO-Anforderung eine Lösung. Das gilt auch für die nachfolgend bewerteten Lösungen Joomla, Drupal und TYPO3. Eine große Community und eine gute Dokumentation runden das Gesamtpaket sehr gut ab. Als Sonderfunktion können die für viele Anwendungsgebiete angebotenen Wordpress.com-Apps gesehen werden. Sie sind beispielsweise als Blog-Reader für Windows 8, Publishing- und Verwaltungs-Tools für alle mobilen Geräte sowie als Browser-Erweiterung und Desktop-Anwendungen verfügbar. Damit ist Worldpress nicht nur auf den heimischen Rechner begrenzt.

Nachteile: Funktionen größerer Portale, wie multilinguale Seiten, werden nur über ein Plugin unterstützt. Sie sind deshalb relativ aufwendig zu verwalten und nicht, wie von Wordpress eigentlich gewohnt, intuitiv. Ähnlich verhält es sich auch mit der Multidomain-Fähigkeit. Diese wird grundsätzlich für Subdomains, Subdirectories und für getrennte Domains geliefert, ist in der Handhabung zurzeit aber noch nicht komfortabel. Das Einrichten von Rollen und Rechten wird nativ leider nur rudimentär von Wordpress unterstützt, kann aber bei Bedarf durch Plugins erweitert werden.

Fazit: Wordpress ist die optimale Wahl für alle Blogging- oder News-Portale mit verhältnismäßig einfachen Seitenstrukturen. Für kleinere Seiten kann Wordpress auch als CMS-Lösung eingesetzt werden

Offizielle Seite:

EN: http://wordpress.org/

DE: http://de.wordpress.org/

Downloadlink:

EN: wordpress.org/latest.zip

DE: de.wordpress.org/wordpress-3.5.1-de_DE.zip

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Clown
Warum keimt in mir bloss der Gedanke, dass mein Vorposter ein absolutärer TYPO3-Gegner und Drupal-Befürworter ist?

Karlheinz Schlottbom
Soso, "visual4 hat die Open-Source-Systeme Wordpress, Joomla, Drupal und "TYPO3 getestet"? Dafür sind aber gleich in der kurzen Übersicht schon krasse Fehler enthalten. Ich möchte hier nur auf drei Fehler eingehen: 1. TYPO3 ... "Das Enterprise-Content-Management-System .." mit Link zu dem entsprechenden Wikipedia-Eintrag: Wenigstens die Mühe hätte man sich machen können, den Wikipedia-Eintrag auch zu lesen! Demnach müsste TYPO3 u.a. Komponenten für COLD/ERM und Dokumentenmanagement mitbringen. Das wird doch selbst der Autor nicht im Ernst behaupten wollen. Die in den folgenden Sätzen genannten Eigenschaften sind etwas ganz anderes - und sind übrigens mit Drupal ebenso verfügbar. 2. Über Drupal-Module: "Deren Installation kann dabei leider nicht über die Administrationsfläche erfolgen, sondern nur per FTP." Was ist "die Administrationsfläche"? Dieser Satz kann nur von einem Drupal-Anfänger stammen. Es reicht ein einführendes Buch über Drupal, um es besser zu wissen. Sehr einfach installiert man ein Modul mit zwei kurzen Kommanmdos, z.B. "dl modulname" und "en modulname" im Administrationstool "Drush", und zwar inklusive ggf. benötigter anderer Module. Damit sind viele adminsitrative Aufgaben sehr einfach möglich, bespielsweise Sicherungen, Kopieren oder Rückladen einer gesamten Installation jeweils mittels eines kurzen Kommandos. Für sich wiederholdende komplexe Aufgaben erstellt man einfach entsprechende Prozeduren. Das ist ein großes Plus für Drupal - wenn man es weiß. 3. Noch über Drupal-Module: "Zudem sind sie leider nicht abwärtskompatibel": Eine verallgemeinerte Aussage, die so nicht richtig ist. Wie bei anderen Systemen auch, muss auch bei Drupal darauf geachtet werden, welche Erweiterungen man einsetzt. Auch bei anderen CMS ist nicht jede Erweiterung problemlos und in der nächsten Version verfügbar. Bei TYPO3 z.B. gibt es zur neuen Version Neos (bisher 5.0 oder Phoenix genannt) einen Systembruch. Wichtiger ist für Web-Anwendungen ist, wie lange eine Version ohne Upgrade eingesetzt werden kann. Und da steht Drupal sehr gut da. Mehrfach findet man ähnliche CMS-Vergleiche wie diesen, die andere CMS erkennbar aus der Sicht eines TYPO3-Kenners beurteilen. Dabei tauchen zuverlässig nicht weiter belegte Marketing-Vokabeln wie "Enterprise Content Management System" auf, die die Mär stützen sollen, TYPO3 sei für große Aufgabe besser geeignet als etwa Drupal. Die Zahlen von BuiltWith und anderen Quellen zeigen allerdings, dass TYPO3 eher selten für große Websites eingesetzt wird, während Drupal dort deutlich überdurchschnittlich oft genutzt wird. Da werden Drupal-Funktionen eines nackten Drupal-Kernsystems mit TYPO3 vergleichen, anstatt wenigstens eine Out-of-the-Box-Distribution zu verwenden, die besser zu den Anforderungen passt. Wesentliche Stärken von Drupal werden mangels Kenntnis gar nicht berücksichtigt, wie beispielsweise das oben erwähnte Administrationstool.

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