Wordpress, Joomla, Drupal und TYPO3

Die besten kostenlosen CMS

31.08.2014 | von 
Christoph Plessner
Christoph Plessner ist geschäftsführender Gesellschafter der visual4 GmbH in Stuttgart. Er verfügt über 10 Jahre Erfahrung im Bereich Beratung und Projektmanagement bei webbasierten Open Source CMS und CRM Systemen für mittelständische Unternehmen. Zusätzlich war er als Dozent an der Macromedia Hochschule für Medien im Bereich strategische Kommunikation tätig. Seine Themenschwerpunkte sind Kundenbeziehungsmanagement und Online Marketing.
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Drupal

Drupal war von einigen Kommilitonen als soziale Plattform zum Austausch von Informationen gedacht. Dries Buytaert, einer der Hauptentwickler, entschied sich im Jahr 2001, die Web-Community-Lösung auch für die Allgemeinheit zu öffnen. Der Grund: Er wollte die gemeinsame Erstellung von Inhalten sowie den Austausch von Informationen über das Internet fördern. Das System wurde mittlerweile mehrmals mit dem Open Source CMS Award ausgezeichnet und gewann den Hall of Fame Award und den Best Open Source PHP CMS Award. Zurzeit befindet sich Version 8 in der Entwicklung, die auf HTML5 und Responsive Design setzen wird. Außerdem soll die Usability für Anwender, Entwickler und Template Designer verbessert werden. Als Release-Termin ist momentan der September geplant.

Fakten: Die letzten offiziellen Download-Zahlen wurden 2008 von Dries Buytaert in seinem Blog veröffentlicht. Danach gibt es leider keine verlässlichen Werte mehr. Allerdings erfolgten zwischen Mitte 2007 und 2008 allein 1,4 Millionen Downloads. Das war eine Verdoppelung der Downloads gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum mit 620.000 Zugriffen. Weitere Indizien für die positive Entwicklung sind die Anzahl der Erweiterungen, die sich mittlerweile auf über 14.000 belaufen, und die über 750.000 Mitglieder der offiziellen Drupal Community.

System: Drupal steht in seiner heutigen Form in der Version 7.22 unter der GNU-GPL-Lizenz zur Verfügung. Das System basiert auf PHP 5.2.5 und unterstützt die Datenbanken MySQL 5.0.15, PostgreSQL8.3 (beide mit PDO) und SQLite 3.3.7. MSSQL und Oracle werden mit Hilfe zusätzlicher Module unterstützt. Die Markteinführung erfolgte 2001.

Vorteile: Neben den Grundfunktionen eines Content-Management-Systems liegt der Fokus von Drupal im Aufbau von Social-Publishing- und Community-Portalen, wo Mitglieder eigene Inhalte erstellen und mit anderen Teilnehmern interagieren können. Die Grundinstallation ist extrem schlank, bietet aber bereits viele Web-2.0- und Community-Features wie zum Beispiel Weblogs, Foren und Tag Clouds. Die Verwaltung der Inhalte erfolgt dabei, wie bei Wordpress und Joomla, objektbasierend. Der modulare Aufbau von Drupal ermöglicht die Umsetzung von individuellen und komplexen Seitenstrukturen. Multidomain-Management ist ein Thema, das Drupal problemlos unterstützt. Die Verwaltung eines Cores mit Erweiterungen und gemeinsamen Benutzern ist in der Multidomain-Umgebung über mehrere Seiten hinweg möglich. Dies führt jedoch dazu, dass die Konfiguration des Systems weitaus aufwendiger ist als bei Wordpress oder Joomla. Die stark ausgeprägte Community bietet für jegliche Fragestellungen aktive und fundierte Antworten.

Nachteile: Die schlanke Grundinstallation hat zur Folge, dass sehr viele Module nachinstalliert werden müssen. Deren Installation kann dabei leider nicht über die Administrationsfläche erfolgen, sondern nur per FTP. Viele Module stehen in Abhängigkeit zu anderen und erschweren die Aktualisierung. Zudem sind sie leider nicht abwärtskompatibel.

Fazit: Drupal ist für den Einsatz als Social-Publishing- oder Community-Portal mit dem Schwerpunkt Web 2.0 als Internet, Extranet oder Intranet prädestiniert. Durch den modularen Aufbau können aber auch Portale für Unternehmen und Konzerne realisiert werden. Allerdings ist Drupal im Bereich Freigabeprozesse nicht so stark wie TYPO3.

Offizielle Seite:

http://drupal.org/

Downloadlink:

http://ftp.drupal.org/files/projects/drupal-7.22.zip

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Clown
Warum keimt in mir bloss der Gedanke, dass mein Vorposter ein absolutärer TYPO3-Gegner und Drupal-Befürworter ist?

Karlheinz Schlottbom
Soso, "visual4 hat die Open-Source-Systeme Wordpress, Joomla, Drupal und "TYPO3 getestet"? Dafür sind aber gleich in der kurzen Übersicht schon krasse Fehler enthalten. Ich möchte hier nur auf drei Fehler eingehen: 1. TYPO3 ... "Das Enterprise-Content-Management-System .." mit Link zu dem entsprechenden Wikipedia-Eintrag: Wenigstens die Mühe hätte man sich machen können, den Wikipedia-Eintrag auch zu lesen! Demnach müsste TYPO3 u.a. Komponenten für COLD/ERM und Dokumentenmanagement mitbringen. Das wird doch selbst der Autor nicht im Ernst behaupten wollen. Die in den folgenden Sätzen genannten Eigenschaften sind etwas ganz anderes - und sind übrigens mit Drupal ebenso verfügbar. 2. Über Drupal-Module: "Deren Installation kann dabei leider nicht über die Administrationsfläche erfolgen, sondern nur per FTP." Was ist "die Administrationsfläche"? Dieser Satz kann nur von einem Drupal-Anfänger stammen. Es reicht ein einführendes Buch über Drupal, um es besser zu wissen. Sehr einfach installiert man ein Modul mit zwei kurzen Kommanmdos, z.B. "dl modulname" und "en modulname" im Administrationstool "Drush", und zwar inklusive ggf. benötigter anderer Module. Damit sind viele adminsitrative Aufgaben sehr einfach möglich, bespielsweise Sicherungen, Kopieren oder Rückladen einer gesamten Installation jeweils mittels eines kurzen Kommandos. Für sich wiederholdende komplexe Aufgaben erstellt man einfach entsprechende Prozeduren. Das ist ein großes Plus für Drupal - wenn man es weiß. 3. Noch über Drupal-Module: "Zudem sind sie leider nicht abwärtskompatibel": Eine verallgemeinerte Aussage, die so nicht richtig ist. Wie bei anderen Systemen auch, muss auch bei Drupal darauf geachtet werden, welche Erweiterungen man einsetzt. Auch bei anderen CMS ist nicht jede Erweiterung problemlos und in der nächsten Version verfügbar. Bei TYPO3 z.B. gibt es zur neuen Version Neos (bisher 5.0 oder Phoenix genannt) einen Systembruch. Wichtiger ist für Web-Anwendungen ist, wie lange eine Version ohne Upgrade eingesetzt werden kann. Und da steht Drupal sehr gut da. Mehrfach findet man ähnliche CMS-Vergleiche wie diesen, die andere CMS erkennbar aus der Sicht eines TYPO3-Kenners beurteilen. Dabei tauchen zuverlässig nicht weiter belegte Marketing-Vokabeln wie "Enterprise Content Management System" auf, die die Mär stützen sollen, TYPO3 sei für große Aufgabe besser geeignet als etwa Drupal. Die Zahlen von BuiltWith und anderen Quellen zeigen allerdings, dass TYPO3 eher selten für große Websites eingesetzt wird, während Drupal dort deutlich überdurchschnittlich oft genutzt wird. Da werden Drupal-Funktionen eines nackten Drupal-Kernsystems mit TYPO3 vergleichen, anstatt wenigstens eine Out-of-the-Box-Distribution zu verwenden, die besser zu den Anforderungen passt. Wesentliche Stärken von Drupal werden mangels Kenntnis gar nicht berücksichtigt, wie beispielsweise das oben erwähnte Administrationstool.

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