Wordpress, Joomla, Drupal und TYPO3

Die besten kostenlosen CMS

31.08.2014 | von 
Christoph Plessner
Christoph Plessner ist geschäftsführender Gesellschafter der visual4 GmbH in Stuttgart. Er verfügt über 10 Jahre Erfahrung im Bereich Beratung und Projektmanagement bei webbasierten Open Source CMS und CRM Systemen für mittelständische Unternehmen. Zusätzlich war er als Dozent an der Macromedia Hochschule für Medien im Bereich strategische Kommunikation tätig. Seine Themenschwerpunkte sind Kundenbeziehungsmanagement und Online Marketing.
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Joomla

Wegen Streitigkeiten innerhalb der Entwicklerfirma des CMS Mambo entschied sich ein Großteil der Angestellten, die Entwicklung unter dem Namen Joomla. In eigener Regie weiterzuführen. Nachdem die erste stabile Version 2005 ein erweitertes Mambo unter neuem Namen war, entschloss man sich anschließend, diese Wurzeln zu lösen und ein ganz eigenständiges System zu entwickeln. Dieses erreichte nach über zwei Jahren Entwicklungszeit in der Version 1.5 den nächsten Meilenstein. Joomla gewann 2006 und 2007 den englischen Packt Publishing Open Source Content Management System Award.

Joomla! 3.0 hat einen großen Meilenstein in der Entwicklung erreicht, weil es nun eine komplett überarbeitete und benutzerfreundlichere Administratoroberfläche sowie eine einfache Installation und die Unterstützung des Twitter Bootstrap Frameworks bietet. Zusätzlich können Website-Entwickler auf die Hilfe von jQuery beziehungsweise mootools, less css und Icomoon Fontlibrary setzen. Dazu entspricht die Admin-Oberfläche sowie das Standardt-Template endlich dem responsive Design.

Fakten: Joomla ist vor allem in den USA eine sehr verbreitete CMS-Lösung. Die Anzahl der Downloads beläuft sich auf über 15 Millionen. Derzeit stehen über 9000 Erweiterungen für das System bereit. Die Popularität wird auch durch die Mitgliederzahlen von 550.000 Teilnehmern im offiziellen sowie annähernd 150.000 im deutschen Forum deutlich.

System: Joomla wurde 2005 veröffentlicht und steht unter der Lizenz GNU GPL v2. Die aktuelle Version 2.5.4 setzt auf PHP ab Version 5 unter Einsatz einer MySQL-Datenbank.

Vorteile: Die Installation ist zwar nicht ganz so einfach wie bei Wordpress, aber noch überschaubar und ohne Fachwissen zu bewerkstelligen. Das Gleiche gilt für die Verwaltung der Inhalte, wenn das Prinzip verstanden wurde, dass Inhalte nicht seitenbasiert, sondern objektbasiert verwaltet werden. Die Generierung von Templates ist äußerst bedienungsfreundlich und bietet eine modulare Template-Erstellung durch die dynamische Zuweisung von einzelnen, vordefinierten Inhaltselementen, ähnlich wie Templa Voila bei TYPO3. Joomla ist komplett objektbasierend auf dem MVC Framework (Modell View Controller) aufgebaut und gibt so auch Entwicklern die Option, individuelle Erweiterungen für Joomla zu programmieren. Darüber hinaus existieren eine sehr gute Dokumentation und Benutzerhandbücher sowie viele Foren, die alle erdenklichen Fragen abdecken. Version 3.0 beinhaltet nun endlich auch alle zeitgemäßen Funktionen, die ein CMS bieten sollte.

Nachteile: Erweiterungen sind in Joomla in Plugins, Komponenten und Module gegliedert, die wieder im Frontend und Backend eingesetzt werden können. Das ist nicht immer intuitiv und kann teilweise zu Irritationen führen. Weitere Problempunkte, die jedoch meist nur bei größeren Projekten eine Rolle spielen, sind die Rechteverwaltung und die Freigabeprozesse. In der aktuellen Version ist die Rechteverwaltung ausgereift, allerdings können noch keine Freigabeprozesse abgebildet werden. Mandantenfähigkeit ist außerdem nur über Erweiterungen möglich, aber streng genommen wird pro Seite eine Installation benötigt. Leider sind die ausgereiften Erweiterungen teilweise kostenpflichtig, oder sie erfordern eine Registrierung beim Anbieter. Leider kann Joomla! nicht immer direkt auf die neueste Version aktualisiert werden. Stattdessen ist ein manuelles Update über Extensions vorgesehen, das mitunter viel Arbeit und Fachwissen erfordert.

Fazit: Joomla unterstützt grundsätzlich komplexere Seitenstrukturen als Wordpress, ist aber nicht so flexibel wie TYPO3 oder Drupal, da immer nur ein Hauptinhaltselement zugeordnet werden kann. Joomla ist somit optimal für kleinere bis große Seiten, wenn keine Freigabe-Workflows und keine Multidomain-Installationen erforderlich sind.

Offizielle Seite:

EN: http://www.joomla.org/

DE: http://www.joomla.de/

Downloadlink:

http://joomlacode.org/gf/download/frsrelease/17965/78414/Joomla_3.0.3-Stable-Full_Package.zip

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Clown
Warum keimt in mir bloss der Gedanke, dass mein Vorposter ein absolutärer TYPO3-Gegner und Drupal-Befürworter ist?

Karlheinz Schlottbom
Soso, "visual4 hat die Open-Source-Systeme Wordpress, Joomla, Drupal und "TYPO3 getestet"? Dafür sind aber gleich in der kurzen Übersicht schon krasse Fehler enthalten. Ich möchte hier nur auf drei Fehler eingehen: 1. TYPO3 ... "Das Enterprise-Content-Management-System .." mit Link zu dem entsprechenden Wikipedia-Eintrag: Wenigstens die Mühe hätte man sich machen können, den Wikipedia-Eintrag auch zu lesen! Demnach müsste TYPO3 u.a. Komponenten für COLD/ERM und Dokumentenmanagement mitbringen. Das wird doch selbst der Autor nicht im Ernst behaupten wollen. Die in den folgenden Sätzen genannten Eigenschaften sind etwas ganz anderes - und sind übrigens mit Drupal ebenso verfügbar. 2. Über Drupal-Module: "Deren Installation kann dabei leider nicht über die Administrationsfläche erfolgen, sondern nur per FTP." Was ist "die Administrationsfläche"? Dieser Satz kann nur von einem Drupal-Anfänger stammen. Es reicht ein einführendes Buch über Drupal, um es besser zu wissen. Sehr einfach installiert man ein Modul mit zwei kurzen Kommanmdos, z.B. "dl modulname" und "en modulname" im Administrationstool "Drush", und zwar inklusive ggf. benötigter anderer Module. Damit sind viele adminsitrative Aufgaben sehr einfach möglich, bespielsweise Sicherungen, Kopieren oder Rückladen einer gesamten Installation jeweils mittels eines kurzen Kommandos. Für sich wiederholdende komplexe Aufgaben erstellt man einfach entsprechende Prozeduren. Das ist ein großes Plus für Drupal - wenn man es weiß. 3. Noch über Drupal-Module: "Zudem sind sie leider nicht abwärtskompatibel": Eine verallgemeinerte Aussage, die so nicht richtig ist. Wie bei anderen Systemen auch, muss auch bei Drupal darauf geachtet werden, welche Erweiterungen man einsetzt. Auch bei anderen CMS ist nicht jede Erweiterung problemlos und in der nächsten Version verfügbar. Bei TYPO3 z.B. gibt es zur neuen Version Neos (bisher 5.0 oder Phoenix genannt) einen Systembruch. Wichtiger ist für Web-Anwendungen ist, wie lange eine Version ohne Upgrade eingesetzt werden kann. Und da steht Drupal sehr gut da. Mehrfach findet man ähnliche CMS-Vergleiche wie diesen, die andere CMS erkennbar aus der Sicht eines TYPO3-Kenners beurteilen. Dabei tauchen zuverlässig nicht weiter belegte Marketing-Vokabeln wie "Enterprise Content Management System" auf, die die Mär stützen sollen, TYPO3 sei für große Aufgabe besser geeignet als etwa Drupal. Die Zahlen von BuiltWith und anderen Quellen zeigen allerdings, dass TYPO3 eher selten für große Websites eingesetzt wird, während Drupal dort deutlich überdurchschnittlich oft genutzt wird. Da werden Drupal-Funktionen eines nackten Drupal-Kernsystems mit TYPO3 vergleichen, anstatt wenigstens eine Out-of-the-Box-Distribution zu verwenden, die besser zu den Anforderungen passt. Wesentliche Stärken von Drupal werden mangels Kenntnis gar nicht berücksichtigt, wie beispielsweise das oben erwähnte Administrationstool.

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