Great Place to Work

Die besten Arbeitgeber in der IT 2013

Alexandra Mesmer
Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 14 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie schreibt, redigiert, organisiert, moderiert und kümmert sich um die Online-Rubriken Karriere & Gehalt, Freiberufler, Young Professional und den Karriere-Ratgeber sowie den Karriere- und Freiberufler-Newsletter.
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Microsoft: Manager als Vorbilder

Als Personalchefin von Microsoft Deutschland weiß Brigitte Hirl-Höfer, dass sie nicht nur mit überdurchschnittlichen Gehältern, Sozialleistungen oder einem State-of-the-IT-Arbeitsplatz punktet: „Bewerber erwarten von uns als Arbeitgeber Innovationskraft, Internationalität und eine starke Technologie, aber auch flexible Arbeitsbedingungen und eine gute Work-Life-Balance." Arbeit bemisst sich bei Microsoft nicht nach Stechuhr oder Anwesenheit, sie kann sehr flexibel eingeteilt werden, solange die Ziele erreicht werden. Vertrauensarbeitszeit in einer Branche, der die rasante Weiterentwicklung der Technologien den Takt vorgibt, heißt für Hirl-Höfer aber auch: „Es ist wichtig, dass sich die Mitarbeiter disziplinieren und selbst Grenzen setzen. Die Führungskräfte müssen es vorleben: Ich verschicke am Wochenende keine Mails an mein Team."

Microsoft-Personalchefin Birgitte Hirl-Höfer freut sich über den ersten Platz.
Microsoft-Personalchefin Birgitte Hirl-Höfer freut sich über den ersten Platz.
Foto: Microsoft Deutschland GmbH

Der Personalchefin liegt zudem die ausgeprägte Feedback-Kultur am Herzen, die seit 2011 durch ein neues Anerkennungssystem gefördert wird: „Mitarbeiter können ihren Kollegen ein Lob aussprechen, das durch ein Sternchen im Organigramm visualisiert wird. Zudem zeichnen wir einmal pro Quartal verdiente Kollegen aus." Anregungen der Mitarbeiter, etwa eine Community für technisch orientierte Kollegen zu gründen, werden vom Management aufgenommen und in die Tat umgesetzt.

Microsoft hat in Deutschland eine unterduchschnittliche Fluktuationsrate von weniger als zwei Prozent, das bestätigt Hirl-Höfer ebenso wie der erste Platz im Great-Place-to-Work-Wettbewerb für die IT-Branche. Dass die Mitarbeiter bleiben, führt sie auch auf das strukturierte Karrieremodell zurück, in dem die Erwartungen und Kompetenzen für jede Berufsgruppe genauso definiert sind wie die Erfahrungen, die für eine erfolgreiche Karriere in den Gruppen typisch sind. „Werden Bewerber zu Mitarbeitern, rücken ihre Entwicklungsmöglichkeiten in den Fokus. Darum ist ein Karriereplan wichtig."

Datev: Eine langfristige Beziehung

Gewinnmaximierung ist ein Wort, das nicht in den Datev-Kosmos passt. Der Austausch mit und die Nähe zu den Kunden sind groß, da viele von ihnen auch Mitglieder der Genossenschaft sind. Seinen fast 40.000 Mitgliedern fühlt sich der Softwaredienstleister verpflichtet. Unter dem Motto „Zukunft gestalten" gilt es, neue Technologien für Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Anwälte nutzbar zu machen. Daraus abgeleitet sollen auch die Mitarbeiter „Zukunftsgestalter" sein, dazu gehören die Freiräume, sich selbst und die eigene Kompetenz weiterzuentwickeln. Führungskräfte sollen Gestaltung zulassen, aber auch einfordern, beschreibt Christian Kaiser das Ziel. Für den Leiter Personalstrategie ist „beim Employer Branding die Passung die größte Herausforderung. Wir versprechen Bewerbern wie unseren Kunden nur das, was wir auch halten können." Halten können die Nürnberger viel, was der zweite Platz im Great-Place-to-Work-Ranking für die IT-Branche (Größenklasse über 1000 Mitarbeiter) deutlich unterstreicht.

Christian Kaiser, Leiter Personalstrategie der Datev, ist seit 16 Jahren dabei.
Christian Kaiser, Leiter Personalstrategie der Datev, ist seit 16 Jahren dabei.
Foto: DATEV eG

„Wir versprechen den Bewerbern Substanz, eine besondere Form von Kollegialität, Arbeit an innovativen Themen, eine systemrelevante Tätigkeit, Profilentwicklung und eine auf Jahre angelegte Tätigkeit. Unsere Betriebszugehörigkeit beträgt durchschnittlich 15 Jahre", sagt Kaiser, der selbst seit 16 Jahren für Datev arbeitet. Über 90 Prozent der Beschäftigen bekräftigen, dass sie hier noch lange arbeiten wollen. Auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter in verschiedenen Lebensabschnitten wird eingegangen, so ist eine Kindertagesstätte im Bau und seit zwei Jahren „Führen in Teilzeit" möglich. Seitdem nutzen dreimal so viele Führungskräfte das Teilzeitmodell.

Auch wenn Datev marktgerechte Gehälter zahlt und gute Sozialleistungen anbietet, sollte das Finanzielle nicht im Vordergrund stehen, sagt Kaiser: „Bewerber, die wahnsinnig schnell mit hohem Einsatz viel verdienen wollen, sind bei uns nicht so gut aufgehoben. Wir legen Wert auf eine langfristige Karriereentwicklung, und dafür kann Geld nicht das einzige Motivationsmittel sein." Entscheidend bleibt die Unternehmens- und Arbeitskultur, die beide Seiten leben müssen.

Gewinner in der Größenklasse mehr als 1000 Mitarbeiter

  1. Microsoft Deutschland GmbH

  2. DATEV eG

  3. SAP AG

  4. T-Systems Multimedia Solutions GmbH

  5. Ingram Micro Distribution GmbH

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JustBeep
Trotzdem bleibt zu bezweifeln, daß myHammer ein "Srum-Entwicklungsteam" hat. Bei uns heißt die Methodologie immer noch "Scrum" ...

Alexandra Mesmer
amesmer@computerwoche.de Danke für die Hinweise. Die Bildergalerie ist so aufgebaut, dass Sie immer rechts klicken müssen, damit die Reihenfolge der Unternehmen stimmt. Bei uns funktioniert es mit dem Rechtsklicken, vielleicht liegt es an Ihrem Browser? MyHammer gehört zur Größenklasse der Unternehmen zwischen 50 bis 100 Mitarbeiter und ist auch richtig eingeordnet, allerdings nur, wenn man rechts klickt.. Für eine bessere Übersicht haben wir die Rankings der vier Größenklassen als Kästen auf den Artikelseiten eingefügt. Beste Grüße aus der Redaktion

JustBeep
Sicherlich verdient die Computerwoche auf ihre Weise (Headlines, Aufmerksamkeit, Aufmacher, Sommerlochthemen, ...) an dem sogenannten Fachkräftemangel. In Wirklichkeit ist es aber ein Papiertiger, hinter dem nur eines steht: Lohndumping durch die BlueCard (bei der nun die Gehaltsgrenze so weit runtergedrückt wurde, daß sogar Facharbeiter um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen. Wer wird noch einen deutschen Informatiker für € 50.000,- anstellen, wenn's den EU-Informatiker für € 35.000,- gibt? Den vielbeschworenen Fachkräftemangel gibt es nämlich in Wirklichkeit nicht: http://tinyurl.com/athe2zh

disqus_htpvhYIJUD
Also die Bildserie ist nicht wirklich funktionsfähig - nur nach Links klicken möglich - keine Übersichtstabelle - Myhammer mit 60 Mitarbeitern in der Kategorie über 1.000 eingeordnet -.- Der Artikel selbst ist sehr gelungen, aber an der Umsetzung haperts noch ;)

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