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Personal-Management
Fraport macht´s vor

Wie man ein Firmen-Wiki zum Laufen bringt

04.07.2008
Autor(en): Elisabeth Wagner, freie Journalistin in München.
Die Einführung einer firmeninternen Wissensbörse ist mühsam: Von einem Fehlstart, dem erfolgreichen zweiten Versuch und der Kunst, Mitarbeiter zum Mitmachen zu bewegen, kann der Flughafen-Betreiber Fraport berichten.

Sicher, Helmut Sins, Leiter für digitale Mediensysteme bei Fraport, hatte ein bisschen Glück. Das Thema "Ein Wiki für die Mitarbeiter" kam nicht als IT-Projekt auf ihn zu, sondern in Gestalt eines freundlichen Kollegen, des Fraport-Wissens-Managers Wieland Stützel. Die beiden klopften beim Arbeitsdirektor an, bekamen dort ein ausdrückliches: "Ja, das machen wir!" und holten sich noch je einen Kollegen aus der internen Kommunikation und der Personalabteilung sowie eine Mitarbeiterin aus der IT ins Team. Damit war der Weg frei für eine interdisziplinäre, genaue Zieldefinition: Wie kann ein Wiki die vorhandene Kommunikationslandschaft optimal ergänzen?

Helmut Sins, Fraport:
Helmut Sins, Fraport: "Wenn im Wiki nichts los ist, verpufft die Chance, dass das Neue Eigendynamik entwickelt."

Dass grundsätzlich Interesse vorhanden war, hatte Stützel bereits schriftlich als Ergebnis einer firmeninternen Online-Umfrage unter 1100 Abonnenten eines Newsletters ermittelt: "Der Wissensaustausch entlang der Hierarchien ist langsam und fehleranfällig", "Das Gold in den Köpfen wird oft zurückgehalten." So oder ähnlich klangen viele Kommentare. 45 Prozent der Antwortenden äußerten ausdrücklich Interesse an einem Fraport-Wiki. Dennoch war sich das Team um Sins einig, Anwendung und Akzeptanz eines solchen Systems erst einmal im kleinen Kreis zu erproben und dann die Entscheidung über das Ob und Wie einer breiteren Einführung zu treffen. In jedem Fall sollte die zukünftige Wiki-Software folgende Anforderungen erfüllen:

  • einfache Bedienbarkeit als Voraussetzung für hohe Beteiligung;

  • eine Benutzeroberfläche, die sich an der Corporate Identity (CI) von Fraport orientiert;

  • technische Integration in die vorhandene Infrastruktur, insbesondere die Möglichkeit, die Server-Inhalte im eigenen Rechenzentrum zu hosten;

  • möglichst niedrige Kosten.

Unter den um die 100 vom "Ur-Wikipedia" abgeleiteten Softwareprogrammen fiel die Wahl auf die freie Software Twiki. "Dafür sprach, dass sie für den Einsatz in Unternehmen konzipiert wurde", erläutert Sins diese Entscheidung. Außerdem hatte Twiki vertrauenserweckende Referenzen, darunter ein namhaftes deutsches Softwarehaus.



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