Wie Wissen in das Unternehmen kommt

Reppesgaard studierte in Hannover und arbeitete danach als Reporter und Moderator bei Hörfunk von Radio Bremen zu innen- und jugendpolitischen Themen und in den Bereichen Technologie und Wissenschaft. Seit dem Jahr 2000 lebt er in Hamburg, seit 2001 arbeitet er mit Christoph Lixenfeld im druckreif Redaktionsbüro zusammen.
Der Aufbau eines umfangreichen, weltumspannenden Wissens-Managements bei der Siemens AG gibt ein Beispiel, wie sich künftig Know-how und Experten für Projekte effizienter einsetzen lassen.

Wer sich bei der Siemens AG mit dem Thema Wissens-Management (WM) beschäftigt, kann mit der Rückendeckung von ganz oben rechnen. "Die Existenz des Wissens-Managements innerhalb unseres Unternehmens spart nicht nur Zeit, weil redundantes Arbeiten vermieden wird, sondern auch, weil man schnell auf die Leute stößt, die das Wissen haben, das man braucht, auch wenn man sie nicht persönlich kennt", sagt Thomas Ganswindt, Vorstand des Siemens-Bereichs Information and Communication Networks (ICN).

Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass sich Top-Manager so deutlich für das Thema aussprechen. WM gilt Skeptikern als fragwürdige Disziplin, weil sich seine Auswirkungen schwer in harten Zahlen ausdrücken lassen. Bei Siemens denkt man anders - unter anderem, weil weltweit die Bedeutung der Wissensarbeit im Geschäft immer größer wird, wie der Wissens-Management-Experte und Moderator der Siemens Wissens-Manager-Community, Josef Hofer-Alfeis von der Zentralabteilung Corporate Technology, erklärt.

Inhalte strukturiert bereitzustellen, damit sie in der täglichen Arbeit nützen, ist wettbewerbsentscheidend für den technologiegetriebenen Weltkonzern geworden, sagt der WM-Experte. Warum dies dem Unternehmen nützt, zeigt das Beispiel der "Urgent Request"-Anfragen im Siemens-eigenen Wissensnetzwerk. Gerät ein Projekt ins Stocken oder wird eine bestimmte Expertise zu einem bestimmten Thema gesucht, kann jeder Mitarbeiter eine Online-Anfrage an einen Expertenkreis stellen. "Das Prinzip funktioniert ja bereits im Internet in den Newsgroups", sagt Manfred Langen, Senior Principal Consultant für Knowledge Management in der Siemens-Zentrale. "Dort helfen Leute völlig Fremden mit Ratschlägen. Und unter Kollegen in einer Firma funktioniert es noch besser." Auf jede Frage gibt es im Schnitt zwei Antworten, länger als zwei Tage muss selten ein Ratsuchender warten. Und anders als bei den Newsgroups gibt es keine Informationen aus dubiosen Quellen, die Profis sind unter sich. Komplexere Fragen diskutieren oft mehrere Experten, und für drängende Probleme stellen Siemens-Experten Arbeitsgruppen zusammen.

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