Security für iPad und iPhone

Wie iOS sicher wird

Thomas Bär
Thomas Bär, der seit Ende der neunziger Jahre in der IT tätig ist, bringt weit reichende Erfahrungen bei der Einführung und Umsetzung von IT-Prozessen im Gesundheitswesen mit. Dieses in der Praxis gewonnene Wissen hat er seit Anfang 2000 in zahlreichen Publikationen als Fachjournalist in einer großen Zahl von Artikeln umgesetzt. Er lebt und arbeitet in Irsee im Allgäu.
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Frank-Michael Schlede
Frank-Michael Schlede arbeitet seit den achtziger Jahren in der IT und ist seit 1990 als Trainer und Fachjournalist tätig. Nach unterschiedlichen Tätigkeiten als Redakteur und Chefredakteur in verschiedenen Verlagen arbeitet er seit Ende 2009 als freier IT-Journalist für verschiedene Online- und Print-Publikationen. Er lebt und arbeitet in Pfaffenhofen an der Ilm.
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Apples iPhone erfreut sich trotz des steigenden Erfolgs der Android-Smartphones nach wie vor großer Beliebtheit. Was muss der Benutzer beachten, um vor Angriffen und Schadsoftware möglichst sicher zu sein?

Das Standard-Betriebssystem für die Apple-Produkte iPhone, iPad, iPod Touch und der jüngeren Variante des Apple TV ist gerade einmal fünf Jahre auf dem Markt. Mit Fug und Recht darf Apple diese Produkte und das dahintersteckende Betriebssystem iOS als einen vollen Erfolg werten. Während Wettbewerber Microsoft versuchte, die bekannten Techniken von Windows möglichst 1:1 auch auf mobile Geräte zu bringen, gelang Apple mit einer speziellen Betriebssystemsvariante der Durchbruch für die breite Masse mobiler Devices.

Ursprünglich erschien das genau wie Android grundsätzlich auf Unix basierende System als "iPhone OS" zusammen mit dem neu vorgestellten iPhone im Jahre 2007. Die Umbenennung in iOS folgte 2010. Dazu musste zunächst einmal der Markenname von Cisco lizenziert werden: Die Firma nutzt das sogenannte "Internetwork Operating System" (IOS) für Switches und Router. Es handelt sich dabei jedoch lediglich um eine reine "Namensgleichheit"; beide Betriebssysteme haben ansonsten nichts miteinander zu tun.

Mobile Betriebssysteme: Der große Unterschied

Der größte Unterschied von iOS im Vergleich zu den damals erfolgreichen Mobilbetriebssystemen wie "Windows Mobile 6.x" oder "Symbian" besteht darin, dass Apple als monopolistischer Anbieter von Programmen fungiert. Software, im Apple-Jargon nun als "Apps" bezeichnet, kann der Benutzer nur über den AppStore beziehen. Ein Download von Software über die Web-Seiten der verschiedenen Dritt-Anbieter, wie er beispielsweise auch unter OS X noch möglich ist, gehört bei den Systemen unter iOS der Vergangenheit an.

Gleichzeitig wies Apple die Software-Entwickler an, ein Geheimhaltungsabkommen zu unterzeichnen und eine Art Mitgliedsbeitrag zu entrichten, um die Softwareplattform nutzen zu können. Es versteht sich beinahe von selbst, dass Apple bei jeder über den AppStore heruntergeladenen und gekauften Software einen Obolus für sich selbst einbehält. Eine gänzlich neue Strategie der Softwarevermarktung für die ausschließlich von Apple angebotenen Geräte.

Mitunter finden sich einige wenige Stimmen, die dieser Variante der Softwarelieferung im Sinne einer verbesserten Sicherheit etwas abgewinnen können. Im Vergleich zum eher unbewachten Market von Googles Android geht es bei Apple tatsächlich etwas geordneter und gesitteter zu. Allerdings konterkariert die Tatsache, dass Apple über einen Befehl gezielt Apps von den Geräten der Benutzer wieder löschen kann und gleichzeitig das Löschen der vorinstallierten Apps wie "Aktien" oder "Wetter" wirkungsvoll verhindert, den Eindruck eines "offenen und flexiblen" Systems doch sehr deutlich.

Zusammengefasst betrachtete der verstorbene Steve Jobs diese Möglichkeiten und Restriktionen beim Apple-Betriebssystem als wirkungsvolle Maßnahmen gegen Schadsoftware. Dabei bleibt aber außen vor, dass es nicht nur die digitalen Schädlinge alleine sind, die dem Benutzer das Leben schwer machen können. Es zeigt sich bei näherer Betrachtung, dass die Designer und Produktentwickler von Apple einige auch sicherheitsrelevante Dinge unberücksichtigt gelassen haben.

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