Was CIOs 2008 von Mitarbeitern erwarten

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Technisches Know-how ist die Pflicht, Methoden- und Prozesswissen die Kür. CIOs brauchen IT-Profis, die Prozesse gestalten und neue Themen vorantreiben, statt wie früher nur vorgegebene Abläufe auszuführen.

Der Umbau in den IT-Abteilungen der Anwenderunternehmen geht weiter. Als interne Dienstleister sollen sie zum Unternehmenserfolg beitragen und konkurrieren darin mit externen Anbietern. Kundenorientierung ist tägliche Projektpflicht. Dabei hilft ein solides technisches Fachwissen allein nicht weiter. Dazu kommen müssen eine klare Sprache, das Verständnis von Arbeitsabläufen und die Fähigkeit, mit anderen die beste Lösung zu erarbeiten. 2008 wollen darum viele CIOs das Prozesswissen und die sozialen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter fördern, wie die Umfrage der COMPUTERWOCHE zur Weiterbildung ergab.

Klaus Straub, Audi: Prozesswissen intern vermitteln

Klaus Straub, Audi: Programmierwissen wird oft hinzugekauft.
Klaus Straub, Audi: Programmierwissen wird oft hinzugekauft.

Methoden- und Prozesswissen sind für Klaus Straub Schlüsselkompetenzen in der IT. Der CIO von Audi ist sich aber bewusst, dass er auf dem Arbeitsmarkt keine Bewerber finden wird, die die Prozesse des Autobauers und die dort angewandten Methoden beherrschen. "Daher werden wir uns 2008 verstärkt auf die Qualifizierung zum Thema Prozess-Know-how und auf die professionelle Anwendung unserer Methoden konzentrieren", sagt Straub.

Technisches Detailwissen und Programmierkenntnisse verlieren bei Audi dagegen an Bedeutung. "Sie unterliegen einer immer kürzer werdenden Halbwertszeit und sind oft projektabhängig. Daher wird Wissen dieser Art oft auch bedarfsorientiert hinzugekauft", sagt der CIO. Wichtiger für die IT-Mitarbeiter von Audi werden dagegen fachliche Kompetenzen im Bereich SAP und Architektur-Management sowie soziale und Projekt-Management-Fähigkeiten, um Projektteams steuern zu können. Da die IT Prozesse gestalten und Arbeitsabläufe erneuern soll, müssen IT-Profis in Straubs Augen komplexe Zusammenhänge gut analysieren sowie integrativ in crossfunktionalen Teams arbeiten können.