Management-Fehler und ihre Folgen

Vergraulen auch Sie Ihre Mitarbeiter?

08.09.2009
Von Mary K. Pratt und
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Wenn gute Mitarbeiter kündigen, liegt das auch an den Führungskräften. Wir zeigen die häufigsten Fehler des Managements - und wie man sie vermeidet.

An alle Manager zur Erinnerung: Ihre Top-Leute können fast immer einen anderen Job bekommen, auch in einer unruhigen Wirtschaftslage. "Die besten Arbeitnehmer können jederzeit abgeworben werden. Manager müssen vorbeugen und ein Umfeld schaffen, in dem die guten Leute bleiben möchten", sagt Paul De Young, Management-Experte bei der Beraterfirma Watson Wyatt Worldwide Inc, im Interview mit unserer US-Schwesterpublikation Computerworld.

Wenn die Mitarbeiter erst einmal gehen, ist es zu spät. (Bild: Fotolia, SyB)
Wenn die Mitarbeiter erst einmal gehen, ist es zu spät. (Bild: Fotolia, SyB)
Foto: Fotolia, SyB

Befolgen Sie seinen Ratschlag schon? Oder treiben Ihre Management-Strategien die Arbeitnehmer aus der Firma? Bevor Sie die Antwort geben, lesen Sie weiter. So können Sie verhindern, dass Sie Ihre Talente verlieren.

Der erste Fehler: eigene Ideen verbieten

"Programmierer und Entwickler haben ihre eigenen Ansichten darüber, wie man Dinge erledigt. Deshalb treten häufig Konflikte zwischen ihnen und dem Management auf", sagt Pradeep K. Khosla, Dekan für Ingenieurswissenschaften an der Universität Carnegie Mellon in Pittsburgh. Ein Bekannter von Khosla etwa hatte seinen Programmier-Job gekündigt, weil er seine Ideen zur IT-Architektur des Unternehmens nicht weiterverfolgen durfte.

Besser wäre es, wenn Manager eine Balance zwischen den eigenen Ideen ihrer Arbeitnehmer und der Unternehmenspolitik fänden. "Die Unternehmenskultur sollte auf allen Ebenen darauf ausgelegt sein, dass die Arbeitnehmer einfallsreich sein dürfen und wollen", sagt De Young. Nur wenige Unternehmen können es ihren IT-Ingenieuren wie Google erlauben, 20 Prozent ihrer Arbeitszeit mit eigenen Projekten zu verbringen. Aber sie können ihnen gestatten, einen Teil ihrer Arbeitszeit mit Aufgaben zu verbringen, die ihre Kreativität fördern.