Das Ende langweiliger Kundengespräche

Surface-Tisch SUR40 kommt in den Handel

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Der Multitouch-Tisch SUR40 für Microsoft Surface hat das Potenzial, Vertrieb und Marketing neue Wege der Kommunikation zu eröffnen - allerdings zu einem hohen Preis.
Dank Multitouch-Fähigkeit kann der SUR40 langweilige Präsentationen beleben.
Dank Multitouch-Fähigkeit kann der SUR40 langweilige Präsentationen beleben.
Foto: Samsung

Nicht zuletzt der aktuelle Tablets- und Smartphone-Boom dokumentiert den natürlichen Drang des Menschen, Dinge anfassen, ja sie buchstäblich begreifen zu wollen. Während Microsoft bei diesen Produktgruppen dem iPad- und iPhone-Hersteller Apple abgeschlagen hinterherhinkt, könnte das Unternehmen mit seinen Surface-Geräten nun ein heißes Eisen im Feuer haben. Der Multitouch-fähige Tisch reagiert wie ein riesiges Tablet auf Gesten und Berührungen. Nimmt man dazu noch speziell erstellte oder modifizierte Anwendungen, können Unternehmen und Institutionen ihre Kunden und Besucher besser informieren und beraten.

Ein erstes Modell - damals noch mit 30-Zoll-Bildschirm und integrierten Kameras - hatte die Company bereits 2007 vorgestellt. Das Gerät war allerdings in der Praxis nur bedingt einsatzfähig, da es nicht nur groß und schwer, sowie mit knapp 13.000 Dollar auch recht teuer war. In diesem Jahr startet der Softwareriese mit dem Samsung SUR40 für Microsoft Surface 2.0 nun einen neuen Anlauf. Kernstück des 30 Kilogramm leichten Geräts ist ein zehn Zentimeter dünnes 40-Zoll-Panel von Samsung mit Full-HD-Auflösung (1920 mal 1080 Pixel) und integrierter Pixelsense-Technologie von Microsoft. Bei dieser nehmen winzige Sensoren bei den einzelnen Bildpunkten des Panels das von der Hintergrundbeleuchtung abgestrahlte und von den Objekten gespiegelte Infrarotlicht auf und bilden es detailgenau ab.

Der Surface-Tisch lässt sich nicht nur aufstellen, sondern - ohne Beine - an die Wand hängen.
Der Surface-Tisch lässt sich nicht nur aufstellen, sondern - ohne Beine - an die Wand hängen.
Foto: Microsoft

Außerdem erkennt das Gerät so neben Fingern und Händen auch Gegenstände, QR-Codes oder Tags. Zusätzlich kann das Panel bis zu 50 Berührungspunkte gleichzeitig wahrnehmen und somit von mehreren Nutzern parallel bedient werden. Zum Anschluss von Peripheriegeräten wie Notebook-PCs, Druckern, Videokameras, Kartenleser oder Barcode-Scannern besitzt das System vier integrierte USB-Ports, hinzu kommt ein HDMI-Anschluss zur Übertragung hochauflösender Videobilder sowie eine Ethernet- und WLAN-Schnittstelle (WLAN n mit bis zu 300 Mbit/s Bandbreite). Last, but not least kann der SUR40 dank Gorilla-Glas auch tatsächlich als Tisch und Abstellfläche genutzt werden, verschütteten Flüssigkeiten sollen laut Hersteller bis zu einer Stunde lang nicht in das Gerät eindringen.

Damit ist es aber schon Schluss mit den Besonderheiten: Herzstück des Ganzen ist nämlich ein einfacher Rechner mit AMD Athlon XII Dual-Core-Prozessor mit 2,9 Gigahertz Taktung, Radeon-HD6750M-Grafikkarte, 4GB RAM und 320GB Festplattenspeicher. Als Betriebssystem dient Windows 7 Professional Embedded 64 Bit, das eine Vielzahl spezieller Surface-Anwendungen ermöglichen soll.

Mit einer Verkaufsempfehlung von rund 9000 Euro - 600 Euro für die optionalen Tischbeine noch nicht mit eingerechnet - ist das SUR40 zwar günstiger als sein Vorgänger. Zumindest private Nutzer werden sich den Traum von einem interaktiven Wohnzimmertisch erst einmal aus dem Kopf schlagen - wenngleich es laut Samsung durchaus Anfragen gibt.