Kostenträchtige Storage-Landschaften

Speicher-Virtualisierung zu komplex

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Während die virtualisierte Server-Infrastrukturen im Rechenzentrum fast schon zum Standard-Repertoire gehören, verhalten sich die Unternehmen noch zurückhaltend, wenn es um die Virtualisierung der Desktop- und Storage-Landschaften geht. Diese Projekte sind ihnen oft zu kostenträchtig und zu komplex.
Die meisten Erwartungen setzen IT-Entscheider in die Hochverfügbarkeit und Performance von virtualisierten Storage-Landschaften. Dies zeigte eine Umfrage auf der VMWorld in Cannes.
Die meisten Erwartungen setzen IT-Entscheider in die Hochverfügbarkeit und Performance von virtualisierten Storage-Landschaften. Dies zeigte eine Umfrage auf der VMWorld in Cannes.
Foto: NetApp

Virtualisierung gilt als der wichtigste Schlüssel für effizientere und flexiblere IT-Landschaften, für Kosteneinsparungen bei Hardware und Administration sowie für sinkende Ausgaben für Energieverbrauch und Klimatechnik. Ohne Zweifel hat sich das Thema vom Hype zum realen Markttrend entwickelt und ist in den Rechenzentren der Unternehmen angekommen. Die aktuellen Studien der Marktforscher sprechen eine klare Sprache: Die Virtualisierung der Server-Landschaften ist in vollem Gange. Mehr als die Hälfte der in diesem Jahr verkauften Server werden in virtualisierten Infrastrukturen ihren Dienst verrichten, hat IDC ermittelt. Ebenso steht nach Berechnungen der Analysten von Gartner auch dem Markt für Virtualisierungs-Software ein kräftiges Wachstum bevor: Die Ausgaben sollen in der Region Europa, Naher Osten und Afrika um 55 Prozent zulegen, von 330 Millionen Euro im vergangenen auf 512 Millionen in diesem Jahr.

Während in Zeiten knapper IT-Budgets vielerorts Investitionen gestrichen oder vertagt werden, scheint die Server-Virtualisierung davon kaum betroffen zu sein. Eine vom Microsoft in Auftrag gegebene Umfrage unter 281 IT-Verantwortlichen deutscher Unternehmen zeigt: Auch in der gegenwärtig angespannten Wirtschaftslage wollen 80 Prozent ihre Ausgaben erhöhen, wenn sich damit die Effizienz steigern oder Wettbewerbsvorteile erreichen lassen. Server-Virtualisierung und Konsolidierung gilt als der Königsweg: Trotz Kürzungen in vielen Bereichen wollen 43 Prozent der befragten IT-Experten hier vermehrt investieren und nur sieben Prozent die Ausgaben senken.

Die Vorteile der Virtualisierung lassen sich sowohl in den Broschüren der Anbieter von Hard- und Software als auch in den Analysen der Marktforscher nachlesen und sind im Kern unbestreitbar: Kostenvorteile bei Hardware und Administration, geringerer Bedarf an Stellfläche und Energie für Betrieb und Kühlung, einfachere Business-Continuity-Lösungen, weniger Ausfallzeiten und eine flexiblere Infrastruktur, die sich schneller und günstiger an Markt- und Businessanforderungen anpassen lässt.