Outsourcing: Mut zum Kuhhandel

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Die Fäden in der Hand, die Ziele im Blick und den Vertrag in der Schublade - so klappt es mit der Auslagerung.

Die Grundlage für erfolgreiche Outsourcing-Projekte schaffen die Anwenderunternehmen selbst, und sie besteht im Wesentlichen aus einer guten Vorbereitung mit eindeutig definierten Zielen und einer partnerschaftlichen Beziehung mit dem externen Dienstleister.

Hier lesen Sie …

  • welche Outsourcing-Erfahrungen Premiere und E-Plus gemacht haben;

  • warum Anwender großen Wert auf eine gute Partnerschaft legen;

  • welche Probleme die Entfremdung von IT- und Fachabteilung bereitet;

  • warum die Rückabwicklung nur eine theoretische Option ist.

Auf dem ‚Executive Forum’ der COMPUTERWOCHE diskutierten hochkarätige CIOs aus deutschen Anwenderunternehmen verschiedene Sourcing-Strategien. Joachim Depper, Head of IT bei E-Plus, schilderte seine Erfahrung mit der Steuerung von vier externen IT-Dienstleistern.
Auf dem ‚Executive Forum’ der COMPUTERWOCHE diskutierten hochkarätige CIOs aus deutschen Anwenderunternehmen verschiedene Sourcing-Strategien. Joachim Depper, Head of IT bei E-Plus, schilderte seine Erfahrung mit der Steuerung von vier externen IT-Dienstleistern.

Verträge, die zum Start eines Auslagerungsprojektes unterschrieben wurden, gelten im Alltagsgeschäft wenig. "Wenn Probleme auftreten, sollten die Partner eine einvernehmliche Lösung anstreben und bei Bedarf auch den Mut zu einem Kuhhandel haben", empfahl Günter Weinrauch, CIO bei Premiere Fernsehen in München, auf dem "Executive Forum" der computerwoche in Rottach-Egern am Tegernsee.

Vor hochkarätigen CIOs aus deutschen Anwenderunternehmen schilderte Weinrauch seine ersten Erfahrungen mit einem Auslagerungsprojekt, in dessen Zuge Premiere die gesamte IT insgesamt vier Dienstleistern übertragen hat: Den Großteil der IT verantwortet nun Atos Origin. Hinzu kommen die Spezialisten TDS für die SAP-Systeme, BT für die Call-Center-Anbindung und den Betrieb der Telefon-Eingangsportale sowie CreateCtrl, ein auf Applikationen für die Programmplanung und -produktion fokussierter Anbieter. Zum Pragmatismus zählt der Premiere-Manager auch, ab und zu ein Auge zuzudrücken: "Wenn beim kleinen Anbieter drei Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, bringt es wenig, auf die Einhaltung der SLAs zu pochen, das würde die Beziehung kaputtmachen", schilderte Weinrauch. "Von einem großen Anbieter darf man hingegen schnellen Ersatz erwarten."