Novell sucht Groupware-Anschluss

Wolfgang Sommergut ist Betreiber der Online-Publikation WindowsPro.
"Groupwise" spielt in Novells Linux-Strategie eine wesentliche Rolle. Die Version 7 soll nun Boden gegenüber IBM und Microsoft gutmachen.
Mit Groupwise 7 (Sequoia) kommt ein Upgrade-Angebot für Exchange- und Notes-Anwender: 49 Dollar pro User-Lizenz (rund 70 Prozent unter dem aktuellen Preis), inklusive zwei Jahre Upgrade-Schutz.
Mit Groupwise 7 (Sequoia) kommt ein Upgrade-Angebot für Exchange- und Notes-Anwender: 49 Dollar pro User-Lizenz (rund 70 Prozent unter dem aktuellen Preis), inklusive zwei Jahre Upgrade-Schutz.

Nach rund viereinhalb Jahren kündigt Novell wieder ein großes Update seines Groupware-Systems an. Als ewiger Dritter hinter den Marktführern IBM und Microsoft zieht es mit Groupwise 7 nun bei vielen Funktionen mit den beiden Großen gleich. Die neue Ausführung findet indes nicht nur veränderte Rahmenbedingungen im Markt für Messaging- und Collaboration-Werkzeuge vor, sondern trifft auch beim Hersteller selbst auf ein verändertes Umfeld.

Novell bietet in dieser Kategorie drei Produkte an und konzentrierte sich erst in den vergangenen Jahren wieder ganz auf Groupwise. Neben dem Groupware-Flaggschiff verfügt das Unternehmen noch über "Netmail", eine schlanke Software für Messaging und Kalender. Außerdem vertreibt es "Open Xchange" das von der deutschen Netline GmbH zusammen mit Suse entwickelt wurde. Novell übergab Netmail vor einem halben Jahr an das Open-Source-Projekt "Hula", und Open Xchange löste sich auf Betreiben der ursprünglichen Entwicklungsmannschaft von der exklusiven Bindung an die Suse-Distribution.

Konzentration auf Groupwise

Nach der Bereinigung seines Collaboration-Portfolios versucht Novell nach Jahren der Zurückhaltung, wieder Anschluss an die beiden Marktführer zu finden. Wie einige Mitbewerber möchte das Unternehmen mit Groupwise 7 besonders die Anwender von Microsofts "Exchange 5.5" ansprechen. Rund ein Drittel der Exchange-Installationen läuft nämlich immer noch unter dieser Version, für die Microsoft Ende 2005 den Support einstellt. Ein wesentlicher Grund für den hohen Anteil der veralteten Software liegt darin, dass viele Firmen das Active Directory nicht einführen wollen. Beim Update auf ein neueres Microsoft-System führt aber kein Weg an diesem unternehmensweiten Verzeichnisdienst vorbei. Viele andere Messaging-Systeme beschränken sich dagegen auf applikationsspezifische Verzeichnisse oder können einen bestehenden LDAP-Server nutzen. Das gilt etwa für Oracles "Collaboration Suite", Lotus Domino oder Scalix, das kürzlich mit einer kostenlosen "Community Edition für Linux" in die Offensive ging. Das Setup von Groupwise erfordert aber ebenfalls die Installation eines Enterprise-Verzeichnisses, nämlich des Novell-eigenen "eDirectory".