Die Top-Arbeitgeber 2010

Microsoft steigt in der Gunst der Informatiker

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Beliebtester Arbeitgeber aus Sicht der Informatikstudenten bleibt Google vor IBM und SAP. Microsoft ist auf Platz vier geklettert.

Auch wenn der Hype um Google etwas nachgelassen hat und die Kritik vor allem am umstrittenen Streetview-Projekt immer lauter wird, tut das der Popularität des Unternehmens bei Berufseinsteigern keinen Abbruch. Nach wie vor wollen Deutschlands Informatikstudenten am liebsten bei Google arbeiten. Keinem Arbeitgeber ist es in so kurzer Zeit gelungen, ein derart positives Image aufzubauen. "Google schafft den Spagat zwischen beliebt und anspruchsvoll, zwischen locker und leistungsorientiert", hieß es im vergangenen Jahr in der Begründung von Trendence, dem Berliner Marktforschungs- und Beratungshaus, das seit Jahren europaweit Studenten nach ihrem Wunschunternehmen befragt.

Mühsame Bewerbung bei Google

Allerdings hat Google im Vergleich zum Vorjahr einige Prozentpunkte an Attraktivität eingebüßt. "Wir sind gespannt, ob sich dieser Trend in der Zukunft fortsetzt", kommentiert Jörn Klick, Senior Account Manager bei Trendence, das Ergebnis. Langsam scheint sich herumzusprechen, dass die Bewerbungsphase bei Google außergewöhnlich lange dauern kann, manchmal mehrere Monate. Zu hören ist auch, dass der wöchentliche Kreativtag, den Google seinen Mitarbeitern zugesteht, häufig dem Projektdruck zum Opfer fällt und dass entstandene Hierarchien Kreativität und Innovation bremsen. Google scheint also langsam im normalen Unternehmensalltag anzukommen.

So setzt sich IBM in Szene

Sichere Kandidaten auf dem Treppchen sind seit Jahren IBM und SAP, wobei die Walldorfer wie Google ein paar Prozente verloren haben und von Platz zwei auf Platz drei abgerutscht sind. Vielleicht schafft es die neue Vorstandsriege um Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe mit der Ex-Unilever-Managerin Angelika Dammann als neuer Personalvorstandsfrau, wieder für positive Schlagzeilen zu sorgen, nachdem das Unternehmen im vergangenen Jahr zum ersten Mal in seiner Geschichte wegen schlechter Zahlen Mitarbeiter entlassen hat. IBM dagegen gelingt es durch seine jahrelange kontinuierliche Hochschularbeit, aber auch mit werbewirksamen Auftritten wie etwa auf der größten Web-2.0-Konferenz in Berlin, der re: publica, sich beim Nachwuchs gut in Szene zu setzen und das Gefühl zu vermitteln, an den zukunftsweisenden Themen immer dran zu sein.

Aufsteiger und damit heimlicher Sieger ist die deutsche Microsoft-Niederlassung. Sie verbesserte sich von Rang sieben auf vier. Kaum ein Unternehmen hat in den letzten Jahren so viele vordere Plätze belegt und für positive Schlagzeilen gesorgt, wenn es um vorbildliche Personalarbeit ging. Personalchefin Brigitte Hirl-Höfer ist es ein wichtiges Anliegen, ein motivierendes Klima im Unternehmen zu schaffen. Das gelingt ihr auch durch öffentlichkeitswirksames Engagement, etwa indem sie der Initiative des Bundesarbeitsministeriums beitrat, in der es um gleiche Löhne für Männer und Frauen geht. Oder indem sie sich dafür einsetzt, dass Work-Life-Balance kein Lippenbekenntnis bleibt und Mitarbeiter ihre Arbeitszeiten flexibel gestalten können, um Zeit für die Kinder zu haben. Microsoft ist stolz darauf, in der erweiterten Geschäftsführung vier Frauen zu haben - eine ziemlich einmalige Quote in diesem Land. Die bekannteste davon ist Angelika Gifford, verantwortlich vor allem für das Geschäft mit dem öffentlichen Sektor und Mutter eines fünfjährigen Sohnes. Sie wurde im Vorjahr als "Managerin des Jahres" ausgezeichnet.