Konkurrenz gegen Blackberry wächst

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Lange Zeit konnte RIM mit dem Blackberry den Markt für E-Mail-Push ungestört bedienen. Mit Microsoft, Nokia und Sybase bekommt der Platzhirsch nun potente Konkurrenten.

Hier lesen Sie…

  • wer die wichtigsten E-Mail-Push-Player sind;

  • wie Marktforscher die Positionierung der einzelnen Anbieter einschätzen;

  • wie die populäre Blackberry-Plattform technisch funktioniert;

  • welche Bedenken es in Bezug auf die Blackberry- Sicherheit gibt;

  • Microsofts mühsamen Weg zu echtem E-Mail-Push;

  • welchen Einschränkungen Microsofts Ansatz unterliegt.

RIM hat zwar mit dem Blackberry die meisten E-Mail-Push-Anwender, doch Microsoft verkauft Windows-Mobile-Geräte.

Wenn deutsche Unternehmen Mobility-Lösungen einsetzen, dann ist der mobile E-Mail-Zugang die am häufigsten genutzte Anwendung. So gaben in einer kürzlich vom Marktforschungsinstitut IDC unter 205 deutschen IT-Entscheidungsträgern betriebenen Umfrage zum Thema "Mobile Enterprise" über 90 Prozent zu Protokoll, dass sie eine entsprechende Applikation im Einsatz haben.

Angesichts dieser Beliebtheit mobiler E-Mail-Services wundert es nicht weiter, dass IT-Schwergewichte wie Microsoft oder Nokia diesen Markt nicht länger kampflos Research in Motion (RIM) überlassen wollen. Bislang konnte Blackberry-Erfinder RIM von den laut Gartner weltweit rund acht Millionen Mobile-E-Mail-Nutzern schätzungsweise über drei Millionen für seine Plattform gewinnen. Weitere wichtige Player im internationalen Umfeld sind laut Gartner die hierzulande nicht so stark vertretenen Anbieter Intellisync (rund 520.000 Benutzer) sowie Good Technology (mit 300.000 bis 500.000 Usern). Eher mickrig wirken im Vergleich dazu Gartners Zahlen für Microsoft: Auf lediglich 100.000 bis 200.000 schätzen die Auguren die Anwendergemeinde, die Microsofts mobile E-Mail-Lösung verwendet. Allerdings räumt Gartner ein, dass die Zahl der verkauften Handhelds mit Microsoft-Betriebssystem die Menge der vermarkteten Blackberry-Devices deutlich übersteigt.

Und vor dem Hintergrund der jüngsten Palm-Microsoft-Kooperation ist man bei der Berliner Berlecon Research GmbH davon überzeugt, dass Microsoft alles daran setzt, seine Marktherrschaft vom PC weiter auf mobile Endgeräte auszudehnen. Lässt man einmal den Consumer-Markt beiseite, dann versuchen die beiden ehemaligen Konkurrenten, Business-Kunden mit einer Kombination aus leistungsfähigen Endgeräten und Geschäftsanwendungen zu locken.