Apple iCloud Drive in der Praxis

Für iPhone, iPad, Windows, Mac OS X und Browser

Thomas Joos ist freiberuflicher IT-Consultant und seit 20 Jahren in der IT tätig. Er schreibt praxisnahe Fachbücher und veröffentlicht in zahlreichen IT-Publikationen wie TecChannel.de und PC Welt. Das Blog von Thomas Joos finden Sie unter thomasjoos.wordpress.com.
Mit iOS 8 hat Apple seinen Cloud-Speicher iCloud aktualisiert und "iCloud Drive" eingeführt. Der Dienst bietet eine ähnliche Funktionalität wie seine Pendants OneDrive, Dropbox, Google Drive oder OneBox. Lesen Sie, was mit iCloud Drive alles möglich ist.

Apples Dienst iCloud Drive nutzt den schon vorhandenen iCloud-Speicher von 5 GByte. Allerdings hat iCloud lange nur die Speicherung von Backups, Fotos und Dateien für Apple-Programme wie Pages, Numbers und Keynote unterstützt. In iCloud Drive können Sie jetzt alle Arten von Daten ablegen und mobil nutzen. Die Speicherung von Daten ist mit einer kostenlosen Apple-ID auch möglich, wenn Sie kein Apple-Gerät einsetzen.

Musiktitel, Programme, Bücher, TV-Sendungen und "Mein Fotostream" werden nicht auf den Speicherplatz von iCloud angerechnet.

iCloud-Erweiterung

iCloud Drive lässt sich auf iOS-Geräten nutzen, aber auch mit Windows-Clients und Mac OS X ab Version 10.10. Zur Anmeldung verwenden Sie Ihre Apple-ID und das dazugehörige Kennwort. Laden Sie Daten von einem Quell-Gerät in iCloud Drive, stehen diese Daten auch auf den anderen Geräten zur Verfügung. Hier unterscheidet sich iCloud Drive also nicht von seinen Konkurrenten. Die neue Erweiterung lohnt sich vor allem für Anwender, welche ihre Daten auf mehreren Geräten nutzen und bearbeiten wollen, zum Beispiel iPhone, iPad und den eigenen Mac oder Windows-Rechner.

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Das geht zwar auch bereits mit Google Drive, OneDrive und OneBox sowie Dropbox, jetzt eben auch mit iCloud Drive. Wer aber eine große Datenmenge benötigt, sollte lieber parallel oder ersatzweise auf andere Dienste setzen, die mehr Speicher zur Verfügung stellen. Denn bei vielen Anwendern ist der Speicherplatz in der iCloud bereits durch gesicherte Daten und Backups von iPhones und iPads recht ausgelastet.

Seit den Preissenkungen mit dem Start von iOS 8 profitieren Anwender mit großen Datenmengen aber von iCloud Drive. So kosten aktuell 20 GByte Speicher 0,99 Euro/Monat, 200 GByte gibt es für 3,99 Euro/Monat, 500 GByte sind für 9,99 Euro/Monat verfügbar und 1 TByte Speicher ist für 19,99 Euro/Monat buchbar.

iCloud und Synchronisierung steuern

Da sich die iCloud-Synchronisierung von iOS-Geräten den Speicherplatz mit iCloud Drive teilt, sollten Sie auf Ihren Endgeräten zunächst festlegen, welche Daten überhaupt in iCloud gespeichert werden. In den Einstellungen finden Sie über iCloud zunächst Informationen, welche Daten das iOS-Gerät selbst in iCloud speichert. Diese Einstellungen sollten Sie überprüfen.

Standardmäßig ist die iCloud Drive-Unterstützung in iOS 8 zwar bereits integriert, wird aber nicht automatisch aktiviert. Sie müssen dazu erst in den iCloud-Einstellungen die entsprechenden Optionen setzen. iCloud Drive aktivieren Sie also zunächst auf Ihrem Endgerät.

Aktualisierung: Apples Dienst iCloud Drive für die Verwendung erst aktiviert werden - dann erfolgt die "Migration" der bisherigen iCloud-Daten in "iCloud Drive".
Aktualisierung: Apples Dienst iCloud Drive für die Verwendung erst aktiviert werden - dann erfolgt die "Migration" der bisherigen iCloud-Daten in "iCloud Drive".
Foto: Thomas Joos

Interessant ist hier vor allem der Bereich Dokumente & Daten. Hier legen Sie fest, welche Daten und Apps in iCloud gespeichert werden sollen. Außerdem aktivieren Sie hier die iCloud Drive-Unterstützung für die Endgeräte. Sobald Sie iCloud Drive-Unterstützung aktiviert haben, verschwindet der Menüpunkt Dokumente & Daten und wird durch iCloud Drive ersetzt. Hier nehmen Sie zukünftig alle Einstellungen bezüglich des Cloud-Speichers vor.

Grundsätzlich stehen in den neuen iCloud Drive-Einstellungen aber die gleichen Funktionen wie vorher zur Verfügung. Sie können an dieser Stelle iCloud Drive auf dem Endgerät, sowie die Speicherung der Daten deaktivieren. Alle Apps, welche die Anbindung an Dokumente & Daten unterstützt haben, lassen sich auch mit iCloud Drive nutzen. Neue Apps, die iCloud Drive unterstützen, werden ebenfalls an dieser Stelle eingebunden. Sie können an dieser Stelle für alle Apps die Unterstützung für iCloud Drive ein- oder ausschalten.

Voraussetzungen für iCloud Drive

Damit Sie iCloud Drive auf ihren Geräten nutzen können, benötigen Sie mindestens iOS 8 auf iPhone/iPad und Max OS X ab Version 10.10 Yosemite. Für Windows Rechner benötigen Sie mindestens Windows 7 und iCloud für Windows - aktuell in der Version 4.1. Als Browser können Sie die gängigen Programme nutzen; unterstützt werden alle Versionen ab Internet Explorer 9, Safari 5, Firefox 22 oder Google Chrome 28.

Was müssen Mac-Besitzer beachten?

Aktivieren Sie iCloud Drive, werden alle Daten aus Pages, Numbers und Keynote in iCloud Drive übernommen. Auf diese Daten können Sie dann in iOS 7 und Mac OS X 10.9 nicht mehr zugreifen. An den Dateien selbst wird aber nichts verändert. Sie sollten vor der Aktivierung von iCloud Drive daher zuerst Ihre iOS-Geräte am besten auf iOS 8.4 aktualisieren und Ihre Macs gleich zu Mac OS X 10.11. Danach können Sie in Mac OS in den Systemeinstellungen iCloud aktivieren und sofort nutzen.

Damit Sie auch in den iWork-Programmen auf Mac-Rechnern iCloud Drive nutzen können, müssen Sie auch diese aktualisieren. Welche Möglichkeiten Sie hier haben, zeigt Apple auf einer speziellen Support-Seite zu diesem Thema.

Inhalt dieses Artikels

 

Horst Ulrich Köther

Ein "Quantensprung" ist die kleinstmögliche Änderung, die zufällig erfolgt! Wer einen Quantensprung als etwas großes darstellt, hat in Physik gepennt!

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