Smartphones für Business und Privates

Es muss nicht immer ein iPhone sein

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Moritz Jäger ist freier Autor und Journalist in München. Ihn faszinieren besonders die Themen IT-Sicherheit, Mobile und die aufstrebende Maker-Kultur rund um 3D-Druck und selbst basteln. Wenn er nicht gerade für Computerwoche, TecChannel, Heise oder ZDNet.com schreibt, findet man ihn wahlweise versunken in den Tiefen des Internets, in einem der Biergärten seiner Heimatstadt München, mit einem guten (e-)Buch in der Hand oder auf Reisen durch die Weltgeschichte.
Das Apple Handy mag nützlich, schick und stylisch sein - das Maß aller Dinge ist es jedoch nicht. Hier einige interessante Alternativen zum iPhone.

Die Zeiten, in denen ein iPhone als Statussymbol funktionierte, sind lange schon vorbei. Nicht nur auf Veranstaltungen und Kongressen sieht man die Teilnehmer reihum ihr Apple-Handy zücken. Auch vor dem Kino oder in öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Gerät fast schon zum Standardtelefon geworden. Doch nicht nur wer Eindruck schinden will, sollte auch andere Smartphones in die engere Wahl ziehen. Zwar liegt das iPhone in puncto Apps-Angebot und Usability ganz vorn, geht es aber um die technische Ausstattung oder Schnittstellen führen andere Geräte. Hinzu kommt, dass Apple es mit seinem Einheitsmodell nicht allen recht machen kann, man denke nur an eine physische Volltastatur oder generell einen anderen Formfaktor.

Hier fünf Geräte, die manches besser können als das iPhone, spezielle Nischen besetzen oder einfach nur anders sind.

HTC Sensation: Schneller, breiter, schöner?

Bei der Entwicklung des HTC Sensation ließ sich der Hersteller offenbar gleich von zwei Geräten inspirieren: Die Vorderseite erinnert stark an das "HTC Desire HD", während die Rückseite von dem Windows-Phone "HTC Mozart" entliehen scheint. Dazu kommen Verbesserungen wie der 4,3 Zoll große Super-LCD-Bildschirm mit einer Auflösung von 960 mal 540 Pixel (qHD). Durch die leichte Krümmung des Glases sieht das Android-Gerät nicht nur elegant aus, der Bildschirm wird zudem vor Kratzern geschützt, wenn Sensation "mit dem Gesicht nach unten" liegt.

Aktuellste Hardware

Unter der Haube bietet das HTC Sensation aktuelle Technik: So besitzt der neue Snapdragon-Chipsatz "MSM8660" von Qualcomm nicht nur zwei Rechenkerne mit jeweils 1,2 Gigahertz Taktung, sondern auch den leistungsfähigen Grafikchipsatz "Adreno 220". Dank dieser Kombination funktioniert das Blättern von Inhalten butterweich, große Datenbanken wie Kontakte, E-Mails oder Office-Dokumente werden nahezu ohne Verzögerung geöffnet und dargestellt. Leider wirkt sich die Performance auf die Wärmeentwicklung des Geräts aus.

Geizig zeigt sich HTC indes beim Speicher. Nicht nur der RAM ist mit 768 MB recht knapp bemessen, auch der Datenspeicher beläuft sich auf lediglich 4 GB (davon 1,14 GB frei verfügbar). HTC legt jedoch eine 8-GB-MicroSD-Karte als Erweiterung bei. Weitere Features sind HSDPA (bis zu 14,4 Mbit/s im Downstream), WLAN, Bluetooth 3.0, A2DP für kabellose Stereo-Headsets sowie Object Push für Datenübertragungen. Gyro- und Beschleunigungssensor, digitaler Kompass, Näherungs- sowie Umgebungslichtsensor runden die Ausstattung ab. Die neue Oberfläche HTC Sense 3.0 bietet nicht nur schöne 3D-Animationen, sondern bringt auch wirklich sinnvolle Funktionen. So erlaubt bereits der neue Lockscreen eigene Widgets, die wichtige Informationen wie die Uhrzeit, Aktienkurse oder Aktuelles auf sozialen Netzen bereitstellen. Unterhalb der Widgets lassen sich vier Verknüpfungen zu Apps anlegen. Natürlich beherrscht auch Sense 3.0 die Darstellung von personenbezogenen Informationen. Hier werden E-Mails, SMS, die Anrufhistorie und weitere wichtige Daten in einer einheitlichen Darstellung aufgelistet und müssen nicht erst in den einzelnen Anwendungen gesucht werden.

Zu der vorinstallierten Software gehört die Bürosoftwarelösung "Polaris Office". Außerdem gibt es eine E-Book-App, und Route 66 steuert eine Navigationslösung mit Sprachausgabe. Als erstes Smartphone bietet das Sensation zudem HTC Watch. Mit diesem Dienst können Nutzer wie in einer digitalen Videothek Filme ausleihen oder kaufen und dann per DLNA, eine teure Zubehörkomponente vorausgesetzt, auf einen Monitor oder Fernseher ausstrahlen. Auch ganze Heimanlagen kann das HTC-Device dank moderner Technik ersetzen. So bietet das HTC Sensation brillanten Dolby-Mobile-Sound inklusive virtuellem SRS-Surround-Klang über den 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss oder per eingebauten Bluetooth 3.0. Doch damit nicht genug: Auf der Rückseite befindet sich eine Acht-Megapixel-Kamera mit Autofokus und Doppel-LED-Blitzlicht. Sie macht ganz ordentliche Fotos, kommt aber bei Bildqualität und Feinheit nicht an das Nokia N8 heran. Immerhin sind dank der kurzen Auslösezeit echte Schnappschüsse möglich. Videos werden mit einer Auflösung von bis zu 1080p (Full HD) mit Stereo-Sound aufgenommen. Leider überzeugt der auf der Rückseite eingebaute Lautsprecher nicht besonders.

Fazit: Hoher Preis, hohe Leistung

Mit dem HTC Sensation erhält der Nutzer nicht nur ein gut verarbeitetes Smartphone, sondern ein Gesamtpaket aus Funktionen und Services inklusive Sense 3.0. Der Dual-Core-Prozessor treibt das Sensation mit nie dagewesener Geschwindigkeit an, was besonders täglichen Benutzern mit rechenintensiven Aufgaben zugute kommt. Man merkt - beispielsweise an der Kamera -, dass HTC sich viel Mühe gegeben hat, die Schwächen der Vorgänger-Smartphones zu beseitigen. Der aktuelle Preis von knapp 600 Euro ist recht hoch angesetzt, doch wird für das Geld eine Menge geboten.