HANA als Appliance

"1+1=3 - das ist zu wenig"

Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
Anzeige  SAP HANA läutet eine neue Phase in der Verarbeitung von Daten ein: Mit der Echtzeitanalyse lassen sich riesige Datenmengen in Millisekunden verarbeiten und analysieren. Eine tolle Technik, meinen die Analysten. Aber ist die Appliance das, was die Unternehmen wirklich brauchen?
SAP soll bei HANA mehr darüber sprechen, welchen Mehrwert Datenanalysen in Echtzeit bringen, fordert Forrester-Analyst Holger Kisker.
SAP soll bei HANA mehr darüber sprechen, welchen Mehrwert Datenanalysen in Echtzeit bringen, fordert Forrester-Analyst Holger Kisker.
Foto: Forrester Research

"Die bisherigen Analytiklösungen waren 'fast', HANA ist 'faster'", meint Holger Kisker, Senior Analyst bei Forrester Research, lapidar. Der Technikchef von SAP, Vishal Sikka, bezeichnet das Arbeitstempo der SAP-Technologie "High Performance Analytic Appliance" als "real realtime". Und tatsächlich: HANA analysiert in üppig ausgestatteten Arbeitsspeichern riesige Datenmengen in Zeiten, die praktisch unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegen. So haben Testläufe ergeben, dass sich mit HANA und In-Memory-Datenabfragen im Größenbereich von 500 Milliarden Datensätzen mit Antwortzeiten unter einer Minute durchführen lassen.

Angesichts der steil ansteigenden Menge der verfügbaren Daten scheint Tempo geboten: Im Jahr 2009, haben die Marktforscher von IDC ausgerechnet, ist das weltweite Datenvolumen auf rund 800 Millionen Terabyte angewachsen. Dazu trägt wesentlich die zunehmende Digitalisierung bei: Immer mehr Transaktionsdaten aus der Geschäftswelt liegen in computerlesbarer Form vor, immer größere Teile des privaten Alltags finden sich ebenfalls in maschinenlesbarer Form wieder, etwa in sozialen Netzwerken wie Facebook, LinkedIn oder Twitter. Für Unternehmen sind solche Daten enorm wertvoll, weil sie schnelle Analysen über Warenströme, Lieferengpässe oder Kundenvorlieben zulassen. Das wiederum hilft bei der Optimierung von Fertigungs- und Vertriebsprozessen, beim Marketing, oder beim Kundensupport.

Mit bisherigen Technologien sind solche Analysen nicht möglich. Zum einen befinden sich "traditionelle" Daten meist auf Massenspeichern und müssen von dort zunächst geladen, um anschließend verarbeitet zu werden. Das senkt die Verarbeitungsgeschwindigkeit bei geschäftskritischen Daten oft so weit, dass die Analyse von Echtzeitprozessen gar nicht möglich ist. Zum anderen sind herkömmliche Systeme schlicht nicht für die großen Datenmengen ausgelegt, wie sie etwa soziale Netze in Sekundenschnelle produzieren. Ohne neue Techniken etwa für das Informationsmanagement und ohne Mittel und Wege, unstrukturierte Daten mit einer Struktur zu versehen, seien die gewonnenen Daten also kaum nutzbar, warnen die Marktforscher von IDC.

SAP hat mit HANA die Technik zur Bewältigung der Datenflut entwickelt. "Bei HANA handelt es sich um eine flexible, für verschiedene Zwecke geeignete und datenquellenagnostische In-Memory-Appliance, bei der SAP-Softwarekomponenten von führenden SAP-Hardwarepartnern auf optimierter Hardware bereitgestellt und ausgeliefert werden", definiert der Walldorfer Softwarekonzern seine Echtzeitanalyse-Technologie. Damit sei es möglich, "große Mengen an detaillierten Daten zur Analyse des Geschäftsbetriebs heranziehen - und zwar sofort nach dem Entstehen oder Anlegen dieser Daten". Alle Transaktions- und Analysedaten aus fast allen Datenquellen ließen sich damit "in Echtzeit" untersuchen.