Fünf Regeln gegen den Frust

Wie Chef und Mitarbeiter miteinander klarkommen

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Der Mitarbeiter ist frustriert, der Chef in seinen Augen schuld. Dabei muss man nur wenige Regeln beachten, damit die Zusammenarbeit klappt.
Lasst Blumen sprechen... Foto: corepics/Fotolia.com
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Zu niedriges Gehalt, zu wenig Lob, unklare Ansagen? Der Chef treibt zwei von drei Angestellten so sehr in den Wahnsinn, dass sie am ehesten wegen ihm kündigen würden. Das zeigen viele Studien, wie eine aktuelle Befragung der Ruhr-Universität Bochum, laut der die Mehrheit der beschäftigten mit ihrem Vorgesetzten unzufrieden sind. Aber auch die Chefs selbst klagen über so manchen Missstand bei Ihren Mitarbeitern.

Die Psychologen Volker Kitz (links)und Manuel Tusch plädieren für einen konstruktiven Umgang mit dem Chef.
Die Psychologen Volker Kitz (links)und Manuel Tusch plädieren für einen konstruktiven Umgang mit dem Chef.

Die Bestsellerautoren Volker Kitz und Manuel Tusch ("Das Frustjobkillerbuch") widmen sich in ihrem neuen Buch "Ohne Chef ist auch keine Lösung. Wie Sie endlich mit ihm klarkommen" (Campus Verlag 2009, 19,90 Euro, ISBN 978-3-593-38789) dem oft schwierigen Verhältnis zwischen Chef und Mitarbeiter. Sie bieten goldene Regeln, die auf unterschiedliche Art jeweils für beide Seiten gelten. Computerwoche.de fasst fünf Ratschläge für Sie zusammen:

Machen Sie den Chef-Test

Alle Mitarbeiter, die mit ihrem Chef unzufrieden sind, können sich auf der Website zum Buch "Ohne Chef ist auch keine Lösung" austauschen. Unter www.wenn-der-chef-nervt.de bieten die Autoren Volker Kitz und Manuel Tusch auch einen Online-Test an, mit dem man überprüfen kann, ob der eigene Chef wirklich so schlimm ist.

1. Was Chefs besser machen können

  1. Gib, was du nimmst, und nimm, was du gibst: Der Job ist ein Tausch von Arbeit gegen Geld. Für die Motivation ist es wichtig, dass dieser Tausch gerecht bleibt. Das gilt für beide Seiten: Nur wenn die Bezahlung anhand objektiver Kriterien (Wert der Arbeitsleistung und Bezahlung der Kollegen) angemessen ist, wird der Mitarbeiter auch vollen Einsatz zeigen. Damit der Mitarbeiter das überprüfen kann, muss das Gehaltsgefüge transparent sein.

  2. Erkenne Anerkennung an: Wir alle brauchen Aufmerksamkeit und Anerkennung, das ist menschlich. Lob und Anerkennung sind wahre Drogen, die Mitarbeiter zu Höchstleistungen anspornen können. Es zahlt sich also aus, etwas großzügiger damit umzugehen - den Grundsatz "Nicht geschimpft ist auch gelobt" sollten Sie getrost aus Ihrem Kopf streichen. Auch wenn Sie nicht jedem Mitarbeiter für jeden Handgriff ein Denkmal setzen können: Ein kurzes "Danke" sollte als Reaktion auf eine Mail mit Arbeitsergebnissen schon drin sein. Das ist höflich und verhindert beim Mitarbeiter den demotivierende Eindruck, seine Arbeit verschwinde in einem schwarzen Loch. Lesen sie dazu: Loben für Fortgeschrittene

  3. Sei keine Lottozahl: Wir reden in Unternehmen jeden Tag sensationell aneinander vorbei! Denken Sie immer daran, dass Ihre Mitarbeiter keine Gedanken lesen können - noch nicht einmal die des Chefs. Wer sich nicht die Zeit nimmt, einen Arbeitsauftrag verständlich zu erklären, zahlt am Ende doppelt und dreifach drauf, wenn der Mitarbeiter erst mal eine Weile im Dunkeln stochert und in die falsche Richtung arbeitet. Kein Chef liebt Nachfragen, aber wenn Sie genervt darauf reagieren, ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter, weiter ins Blaue hinein zu arbeiten.

  4. Sei nicht die Brüder Grimm: Aufrichtigkeit schafft Vertrauen! Wer seinen Mitarbeitern Märchen erzählt über ihre Perspektiven, über die Situation des Unternehmens und über seine Entscheidungshintergründe, der trägt nicht gerade dazu bei, dass diese sich mit dem Unternehmen identifizieren. Und das wiederum macht sich in sinkendem Engagement bemerkbar.

  5. Liebe die Menschen: Menschlichkeit verschwindet immer mehr aus dem Arbeitsalltag. Menschen werden auf Kostenstellen reduziert, in E-Mails fallen nach und nach sämtliche Höflichkeitsformen weg, man grüßt sich auf dem Flur nicht mehr. Vergessen Sie bei aller Effektivitätssteigerung nicht, dass Sie es nicht nur mit Personalnummern und Namenskürzeln zu tun haben, sondern mit Menschen, hinter denen jeweils eine ganze Persönlichkeit, ein ganzes Leben und ein ganzes Schicksal stehen. Beachten Sie in Meetings, Mails und in der Kaffeeküche elementare Umgangsformen und Höflichkeitsregeln, auch wenn sie Zeit und Kraft kosten. Sie geben Ihnen Zeit und Kraft zurück.