Nachkrisen-Agenda für die IT

Wer Prioritäten setzt, vermeidet Sparschäden

Christoph Witte ist freier Publizist und Kommunikationsberater.
Wo genau lassen sich IT-Kosten sparen? Diese Frage muss im Einklang mit den Geschäftszielen beantwortet werden.

Gerade in der Krise braucht die IT mehr Flexibilität und Geschwindigkeit. Das forderte Patrik Gisel, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz, auf dem "IT-Strategie-Forum". Boydak Management Consulting hatte dazu auch in diesem Jahr wieder an den Zürichsee eingeladen, und knapp 100 IT- und Business-Manager aus dem deutschsprachigen Raum waren angereist. Sie wollten eine Agenda für die Zeit nach der Krise erarbeiten.

Selçuk Boydak, Gründer von Boydak Management Consulting
Selçuk Boydak, Gründer von Boydak Management Consulting

Thomas Buberl, CEO des Versicherungsunternehmens Zurich Schweiz, verlangt von der IT: "Sie muss sowohl die Kosten senken als auch Enabler für Transformationsvorhaben sein." Eine Möglichkeit beides zu tun, skizzierte Selçuk Boydak, Gründer von Boydak Management Consulting. Ein klares, auf den Business-Nutzen und die IT-Rendite ausgerichtetes Kennzahlensystem helfe der IT, von der Business-Seite als wertorientiert wahrgenommen zu werden. Diese Key-Performance-Indikatoren gäben präzise Hinweise auf den strategischen Wertschöpfungsgrad der IT. So könne die IT die direkt zum Unternehmenserfolg beitragende Aktivitäten identifizieren und weniger wertbringende Tätigkeiten geringer priorisieren.

Dass das funktionieren kann, belegten Franz Zeder, Mitglied der Geschäftsleitung des Schweizer Krankenversicherers Sanitas, und Andreas Beeres, CIO von Seat Deutschland. An Beispielen aus der Praxis zeigten sie, wie sich Unternehmens- und IT-Strategie gezielt aufeinander aufbauen lassen, so dass die IT einen eindeutigen Business-Nutzen liefern kann und übermäßige Kosteneinsparungen vermeidbar werden.