Eine Frage der Chemie

Wann Hochkaräter und Arbeitgeber zusammenkommen

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Überdurchschnittlich Qualifizierte müssen auch menschlich zum Arbeitgeber passen, sagen Personaler.

Obwohl die Krise nach Einschätzung der meisten Experten ihren Höhepunkt hinter sich hat, ist 2010 noch nicht mit einer deutlichen Verbesserung der Situation auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen. Besonders betroffen hiervon fühlt sich der akademische Nachwuchs, da ihm das wichtige Differenzierungskriterium Berufserfahrung fehlt. Wie sieht es jedoch bei leistungsstarken Junginformatikern aus? Können wenigstens sie dank ihrer überdurchschnittlichen Leistungen auf dem Arbeitsmarkt frei wählen? Was erwarten Personaler von dieser Bewerbergruppe, und wie wichtig ist der "Faktor Mensch"?

Wohin wollen ITler?

Arbeitgeber wie Google
Arbeitgeber wie Google
Foto: Google

Die IT-Branche ist und bleibt sehr beliebt unter deutschen Absolventen und Young Professionals. Das haben die jüngsten Umfragen des Berliner Instituts für Personal-Marketing Trendence unter Absolventen sowie Young Professionals wieder bestätigt. Auch in Krisenzeiten locken Innovationskraft und interessante Produkte Bewerber mit ganz unterschiedlichem Studienhintergrund in den IT-Bereich. So überrascht es wenig, dass die ITler unter den Young Professionals am liebsten bei Google, IBM und SAP arbeiten möchten.

"Wir können klar erkennen, dass es sich bei den beliebtesten Arbeitgebern durch die Bank um Unternehmen handelt, die national und international viel Arbeit und Mühe in die Entwicklung und Aufrechterhaltung ihrer Arbeitgebermarke stecken", so Manja Ledderhos, Senior Beraterin bei Trendence. Unternehmen wie Google, IBM oder SAP wüssten sehr wohl, dass Produkte und Dienstleistungen nicht reichen, um die ITler anzuziehen, sondern viele Kandidaten erst durch ein positives Arbeitgeberimage zu ihrer Bewerbung animiert wurden.

Wohin will die Elite?

Eine Sonderauswertung des aktuellen Young-Professional-Barometers ermittelt die unter den High Potentials, also den besonders erfolgreichen jungen Akademikern, beliebtesten Arbeitgeber. Zu beobachten ist dabei, dass Young Professionals sich im Gegensatz zu durchschnittlich begabten Arbeitnehmern sehr gut einen Arbeitgeber außerhalb ihrer akademischen Fachrichtung vorstellen können.

... und die Automobilbranche erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit.
... und die Automobilbranche erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit.
Foto: Audi

So sind die ersten beiden Plätze des Rankings der Überflieger mit der Boston Consulting Group und McKinsey besetzt - traditionell Arbeitgeber, die sich durch Mitarbeiter mit ganz unterschiedlichen fachlichen Hintergründen auszeichnen. Erst auf Platz drei folgt Google, seit Jahren in nahezu allen Rankings der Gesamtgruppe IT der unangefochtene Gewinner. Hinter Porsche auf Platz vier haben es mit Bain (Platz fünf), Oliver Wyman (Platz zwölf) sowie Roland Berger (Platz 17) weitere Beratungsfirmen unter die Top 20 geschafft. Auch Autofirmen stehen trotz ihrer wirtschaftlichen Schwierigkeiten hoch in der Gunst der High Potentials: Die Platzierungen von Porsche, Audi (Platz acht) oder Volkswagen (Platz 29) zeigen klar, dass Jungakademikerherzen für deutsche Wagen schlagen.