Deutsche Anbieter im Aufwind

US-Anbieter dominieren die Public-Cloud – noch!

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Public-Cloud-Dienste werden bis 2019 um bis zu 40 Prozent pro Jahr wachsen, prognostizieren der eco–Verband und Arthur D. Little in einer gemeinsamen Studie. US-Anbieter dominieren zwar, aber die deutschen Provider holen auf.

Public-Cloud-Dienste werden hierzulande von 1,6 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf ein Umsatzvolumen von 4,4 Milliarden Euro im Jahr 2019 wachsen, prophezeien die Studienautoren vom eco-Verband der Internetwirtschaft e.V. und Arthur D. Little. "Alle Public-Cloud-Segmente werden deutlich an Bedeutung gewinnen", sagt Andreas Weiss, Direktor EuroCloud Deutschland_eco e. V. Das gelte sowohl für den B2B- als auch den B2C-Bereich (Interessenten können die Studie als PDF hier kostenfrei abrufen).

Software as a Service bringt meisten Umsatz

Unter den Public-Cloud-Segmenten erreicht Software as a Service (SaaS) seit jeher den Spitzenplatz - und wird ihn auch bis 2019 behaupten. Hier geht es darum, Anwendungen nach Bedarf über das Internet zu mieten. Im Jahr 2012 betrug der Umsatz noch eine halbe Milliarde Euro, im Jahr 2015 war es bereits eine Milliarde und 2019 sollen es 2,3 Milliarden Euro sein. In dem Zeitraum, den die Studie von eco und Arthur D. Little abdeckt, also von 2015 bis 2019, wächst dieses Segment damit um 23 Prozent jährlich.

Sehr solide Entwicklung des SaaS-Geschäfts in Deutschland.
Sehr solide Entwicklung des SaaS-Geschäfts in Deutschland.
Foto: eco/Arthur D. Little

Der SaaS-Trend ist den Autoren zufolge deshalb so stark, weil Mitarbeiter in den Unternehmen ebenso wie Privatnutzer stets und überall auf Anwendungen und Daten zugreifen können möchten. Zudem könnten SaaS-Lösungen mit Kostenvorteilen und hoher Flexibilität punkten.

Umfrage zu CRM in der Cloud

In den deutschen Unternehmen liegt die SaaS-Durchdringung laut Studie derzeit bei rund 20 Prozent. "Sie wird in allen Industriezweigen in den kommenden Jahren deutlich zunehmen", prognostiziert Weiss.

Wer den Markt beobachtet, wird sich nicht wundern, dass Lösungen für Customer Relationship Management (CRM), E-Mail/Kommunikation sowie Collaboration die Verkaufsschlager im SaaS-Umfeld sind. "Solche Apps machen rund 66 Prozent des SaaS-Marktes aus", sagt Lars Riegel, Principal bei Arthur D. Little.

Den deutschen SaaS-Markt dominieren ausländische Unternehmen wie Microsoft, Apple, IBM, Salesforce und Sage. Doch auch deutsche Anbieter positionieren sich immer besser, wie Riegel beobachtet: "SAP etwa ist als einer der führenden Softwarehersteller der Welt auch im SaaS-Segment vertreten und gewinnt hier aufgrund innovativer Lösungen stetig an Bedeutung."