Tuning für Festplatten

Test - OCZ Synapse Cache SSD

Christian Vilsbeck war viele Jahre lang als Senior Editor bei TecChannel tätig. Der Dipl.-Ing. (FH) der Elektrotechnik, Fachrichtung Mikroelektronik, blickt auf langjährige Erfahrungen im Umgang mit Mikroprozessoren zurück.
OCZ bietet mit der Synapse eine Caching-Lösung für Windows 7 an. Die 2,5-Zoll-SSD wird an SATA 6 Gb/s angeschlossen und arbeitet als Hybrid-Lösung mit der installierten Festplatte zusammen. Damit soll das System SSD-Performance erhalten. Im Test überzeugt die Synapse mit hoher Geschwindigkeit.

Produktdaten: Die OCZ Synapse entspricht vom Funktionsprinzip dem RevoDrive Hybrid - nur ist die Lösung deutlich flexibler. Bei der PCI-Express-Steckkarte RevoDrive Hybrid vereint OCZ eine 1-TByte-Festplatte zusammen mit 100 GByte Flash-Speicher. Den SSD-Part des RevoDrive Hybrid verwendet OCZ als schnellen Cache. Häufig benötigte Dateien werden basierend auf einer ständigen Workload-Analyse im schnellen "SSD-Cache" vorrätig gehalten.

Genau so macht es auch die Synapse, nur flexibler. Während beim RevoDrive Hybrid zwingend das Betriebssystem auf der Steckkarte installiert sein muss, lässt sich die Synapse einfach in eine bestehende Installation integrieren. So kann die Synapse mit der im System vorhandenen Festplatte, auf der Windows 7 installiert ist, kombiniert werden.

Die OCZ Synapse gibt es mit 64 und 128 GByte Kapazität. Unser Testmodell Synapse SYN-25SAT3-64G mit 64 GByte Kapazität nutzt für das Caching allerdings nur 32 GByte. Den Rest verwendet OZC für Flash Overprovisioning, um die Lebensdauer der Synapse zu erhöhen. Auch beim 128-GByte-Modell steht nur die halbe Kapazität zum Puffern der Daten zur Verfügung. OCZ nutzt als SSD-Cache acht MLC-NANDs vom Typ Micron 29F64G08CBAAA, die über einen SandForce-2281-Controller angesteuert werden. Darauf basierend deklariert OCZ eine maximale Leserate von 550 MByte/s, das Schreiben soll bis zu 490 MByte/s schnell sein.

Welche Daten nun in der Synapse oder der Festplatte des Systems gehalten werden, entscheidet die mitgelieferte Caching-Software NVELO Dataplex. Sowohl DataPlex als auch das die Synapse sind ausschließlich für den Betrieb unter Windows 7 ausgelegt. Diese Einschränkung gilt auch für das RevoDrive Hybrid.

Die Synapse wird nach dem Anschließen an einen SATA-6-Gb/s-Port und dem erneuten Starten von Windows 7 in der Datenträgerverwaltung als "normales" 32-GByte-Laufwerk erkannt. Die SSD lässt sich auch formatieren und als Laufwerk verwenden, was aber nicht der Sinn der Synapse ist.

Um die Caching-Funktionalität nutzen zu können, wird die Dataplex-Software von OCZ benötigt. Für die Installation ist der mitgelieferte Lizenzschlüssel notwendig. Außerdem muss eine Internetverbindung zum Aktivieren vorhanden sein. Ist Dataplex installiert, so erfolgt ein Neustart des Systems. Danach sieht Windows das SSD-Volume weder im Gerätemanager noch in der Datenträgerverwaltung.

Die MTBF für die Synapse spezifiziert OCZ mit 2.000.000 Stunden. Damit bietet die Caching-SSD die typische Lebensdauer "normaler" Solid State Disks wie eine OCZ Vertex 3. Beim RevoDrive Hybrid gibt OCZ dagegen nur 600.000 Stunden MTBF an. Allerdings kann die MTBF der Steckkarte durch die verwendete Festplatte nicht höher ausfallen, die fest verbaute Toshiba MK1059GSM ist mit 600.000 Stunden spezifiziert.

OCZs Synapse kostet in der getesteten 64-GByte-Variante SYN-25SAT3-64G bei Online-Händler zirka 130 Euro. Das Modell SYN-25AT3-128G mit 128 GByte Kapazität wird für etwa 210 Euro gelistet. Zum Vergleich: Das RevoDrive Hybrid mit 1-TByte-Festplatteist für zirka 390 Euro erhältlich. Eine SSD wie die OCZ Vertex 3 kostet in den Kapazitäten 120, 240 oder 480 GByte rund 160, 320 beziehungsweise 880 Euro. (Stand Preise: 23.11.11)