SAP BW auf Teradata

SAP verspricht mehr Offenheit beim Data Warehousing

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Durch das Entwicklungsabkommen mit Teradata erhalten SAP-Kunden einen besseren Zugang zu leistungsfähiger Technik für große Data-Warehouse-Systeme. Zudem denkt SAP über die Entwicklung neuer Analyseanwendungen nach.

Am Montag hatten SAP und Teradata auf der Kundenveranstaltung "Teradata Universe" ein erweitertes Kooperationsabkommen angekündigt, dass den Nutzern der unter SAP-Kunden verbreiteten Analysesoftware SAP Netweaver Business Warehouse (SAP BW) neue Perspektiven eröffnen soll. In einem Gespräch mit der COMPUTERWOCHE erklärte Stephan Rossius, Senior Vice President für Global Partner Management bei SAP, dass die Vereinbarung eine andere Qualität habe als die bisherige, seit Jahren bestehende Zusammenarbeit zwischen den Walldorfern beziehungsweise ihrer Tochter Business Objects und Teradata. Demnach gehe es hier nicht um Interoperabilität, sondern um die Portierung von SAP BW in Version 7.2 auf die für Data-Warehousing entwickelten Datenbank Teradata 12 sowie eine Optimierung von SAP für die dazugehörige Hardware von Teradata. Diesbezüglich arbeite man derzeit mit der "BI Bridge" an einem Middleware-Layer, der künftig die Kommunikation zwischen SAP BW und der Teradata-Datenbank übernimmt. Bis zum Jahresende soll eine Betaversion bereitstehen, die allgemeine Verfügbarkeit ist für das zweite Halbjahr 2010 anvisiert.

Leistungsprobleme beseitigt

Mit dem Abkommen erweitert SAP seinen Datenbanksupport, der bisher Systeme wie MySQL, IBM DB2, MaxDB und Oracle umfasste. Laut Rossius komme man mit dieser strategischen Entscheidung Kunden entgegen, die bereits SAP BW und Teradata auf eigene Faust kombinieren und entsprechenden Integrationsaufwand haben. "Vor allem aber könne man SAP BW, das immer wieder von Kunden wegen Leistungsproblemen kritisiert wird, mit einem der derzeit performantesten MPP-Systeme für Datenanalysen ausstatten und manchen Großanwender beschwichtigen." Zugleich betonte Rossius, dass es bei der Kooperation mit Teradata nur um die Infrastrukturtechnik gehe, nicht aber um die analytischen Anwendungen, die Teradata bietet: "SAP BW 7.2 wird auf Teradata 12 laufen. Das bedeutet auch, dass die Schnittstelle zu Berichtswerkzeugen SAP BW ist."

Rossius kann heute noch keine Angaben machen, wie sich diese Partnerschaft auszahlen könnte. Es gebe aber eine hohe Überschneidung zwischen den Kunden. Kurzfristig könnte das neue Angebot SAP-BW-Kunden ansprechen, die zwar die Lizenz erworben haben, aber diese bisher nicht nutzen. "Wir haben aber auch so ein gut gehendes BW-Geschäft, das durch Teradata und unserem gemeinsamen Marktauftritt künftig gefördert wird", warb der Manager. Als Zielgruppe nennt SAP ebenso wie Teradata die Fortune-3000-Unternehmen.