Jobbörsen

Recruiting auf allen Kanälen

03.04.2011 | von Ingrid  Weidner
Inzwischen suchen Firmen wieder mehr neue Mitarbeiter und nutzen dazu verschiedene Wege. Jobbörsen profitieren von diesem Trend.

Einst belächelten große Verlage die Online-Stellenbörsen im Netz. Doch in den vergangenen 15 Jahren haben sich Internet-Jobmärkte etabliert. Die junge Konkurrenz von damals schnappte den Verlegern große Teile des Anzeigenmarktes vor der Nase weg. Und vielleicht sorgen jetzt soziale Medien ein weiteres Mal für neue Spielregeln. Noch stellt Facebook für die etablierten Jobbörsen allerdings keine ernst zu nehmende Konkurrenz dar. Ob das so bleibt, wenn das größte soziale Netzwerk Geld verdienen muss, wird sich zeigen.

Firmen fahnden via Internet nach Mitarbeitern Fast alle Arbeitgeber (95 Prozent) sind mittlerweile im Netz auf Personalsuche. Davon profitieren vor allem Jobbörsen. Im Social Web ist das Engagement noch gering. Angaben in Prozent; n = 1357 Unternehmen, Mehrfachnennungen möglich, Quelle: Bitkom
Firmen fahnden via Internet nach Mitarbeitern Fast alle Arbeitgeber (95 Prozent) sind mittlerweile im Netz auf Personalsuche. Davon profitieren vor allem Jobbörsen. Im Social Web ist das Engagement noch gering. Angaben in Prozent; n = 1357 Unternehmen, Mehrfachnennungen möglich, Quelle: Bitkom

Das Recruitment hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Firmen sind experimentierfreudiger geworden. Gerade große Unternehmen pflegen eigene Fan-Seiten in Facebook und weisen dort auch auf interessante Jobangebote hin. Auch die Welt der Bewerber ist bunter und vielschichtiger geworden. Längst zählt ein Profil bei Xing für viele karriereorientierten Menschen zum guten Ton. Dort präsentieren sich IT-Spezialisten genauso wie Marketing-Manager mit ihrer Vita. Viele suchen den Austausch mit Geschäftspartnern, doch immer häufiger knüpfen sie dort auch Kontakte mit potenziellen neuen Arbeitgebern oder Headhuntern.

Facebook kommt als neue Plattform im Business-Umfeld hinzu, wenn auch noch nicht mit einem speziellen Angebot. Viele Nutzer zögern noch, ihre private Spielwiese, auf der sie ihre Urlaubsfotos genauso unbefangen posten wie die vom eigenen Nachwuchs, auch für die Jobsuche zu instrumentalisieren. Doch ob diese Zurückhaltung auch in fünf Jahren für die heute 16-Jährigen gilt, die mit dem Internet und den sozialen Netzen aufgewachsen sind und unbefangener damit umgehen als 35-Jährige, ist keineswegs sicher. Wolfgang Jäger möchte sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Der Professor für Media-Management an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden wagt deshalb nur eine Prognose für die kommenden drei Jahre: "Online dominiert das Recruiting. Ich glaube nicht, dass klassische Jobbörsen von den Social-Media-Plattformen in den kommenden Jahren abgelöst werden", erklärt Jäger und fügt hinzu: "Unternehmen veröffentlichen ihre vakanten Positionen in unterschiedlichen Stellenbörsen im Netz, auf der eigenen Website und verstärkt in sozialen Netzwerken."

Längst nicht alle begehrten IT-Fachkräfte veröffentlichen ein persönliches Profil in Xing oder Facebook. Manche legen keinen Wert auf diese Form der Selbstdarstellung. "Wer im Marketing oder Vertrieb arbeitet, sieht soziale Netze viel wohlwollender als Ingenieure oder IT-Experten. Doch auch das ändert sich langsam", beobachtet der Professor aus Wiesbaden.

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