Quad-Core-Angriff: AMD K10-Opteron im Test

Christian Vilsbeck war viele Jahre lang als Senior Editor bei TecChannel tätig. Der Dipl.-Ing. (FH) der Elektrotechnik, Fachrichtung Mikroelektronik, blickt auf langjährige Erfahrungen im Umgang mit Mikroprozessoren zurück.
AMDs lange erwartete K10-Architektur geht mit dem Opteron „Barcelona“ an den Start. Mit nativem Quad-Core, neuer Cache-Hierarchie sowie viel Architekturfeinschliff tritt der 2,0-GHz-Barcelona gegen Intels Vierkernmodelle Xeon 5300 an.

Leicht hatte es AMD in den letzten Monaten nicht. Mit den Dual-Core-Opterons war gegen die Performance der vierkernigen Xeon-5300-Modelle in Systemen mit zwei Sockeln nur wenig auszurichten. Den Nachteil zwei fehlender Kerne konnte auch das Konzept der integrierten Speicher-Controller und flexiblen HyperTransport-Schnittstellen nicht mehr ausmerzen.

Mit dem neuen K10-Opteron bietet AMD nun seinen ersten Quad-Core-Prozessor an. Neben der Kernverdoppelung – bei AMD sind im Gegensatz zu Intel alle vier Kerne auf einem Siliziumplättchen integriert – peppt der Hersteller seinen Prozessor mit zahlreichen Architekturerweiterungen auf.

Dabei vollzieht AMD keinen kompletten Architekturwechsel wie Intel von NetBurst auf Core, sondern merzt Schwachstellen gezielt aus. So erhält der K10-Opteron eine deutliche Verbesserung bei der SSE-Befehlsverarbeitung. Der K10-Core kann nun zwei 128-Bit-SSE-Befehle pro Taktzyklus einlesen. Auch die Cache-Struktur optimierte AMD: Jedem Kern steht ein 512 KByte dedizierter L2-Cache zur Verfügung, ein 2 MByte fassender L3-Cache sorgt für einen schnellen gemeinsamen Datenzugriff. Der Speicherzugriff erfolgt über zwei unabhängige integrierte 64-Bit-DDR2-667-Controller. Alle Details zur K10-Architektur finden Sie bei TecChannel im Artikel AMDs K10-CPUs: Quad-Core, L3-Cache und SSE4a.

K10-Opteron 8350 „Barcelona“ 2,0 GHz: Der Quad-Core-Prozessor arbeitet im Socket F. Pro Core besitzt die CPU einen 512 KByte großen L2-Cache. Allen Kernen steht ein gemeinsamer 2 MByte L3-Cache zur Verfügung. Der integrierte Speicher-Controller steuert gepufferte DDR2-667-DIMMs an.
K10-Opteron 8350 „Barcelona“ 2,0 GHz: Der Quad-Core-Prozessor arbeitet im Socket F. Pro Core besitzt die CPU einen 512 KByte großen L2-Cache. Allen Kernen steht ein gemeinsamer 2 MByte L3-Cache zur Verfügung. Der integrierte Speicher-Controller steuert gepufferte DDR2-667-DIMMs an.

Zusammen mit dem gewohnt flinken HyperTransport-Konzept sollte der K10-Opteron im 2-Sockel-System Intels Xeon-5300-Modellen Paroli bieten können. Den Angriff führt AMD beim Quad-Core-Opteron mit einer Taktfrequenz von „nur“ 2,0 GHz durch. „Nur“, weil die schnellsten Vierkern-Xeons bereits mit 3,0 GHz arbeiten.

Im TecChannel-Testlabor vergleichen wir den neuen Opteron 8350 im 2-Sockel-Betrieb gegen die Dual- und Quad-Core-Konkurrenz von Intel. Außerdem zeigen wir, welchen Performance-Gewinn der 2,0-GHz-Quad-Core-K10 gegen einen bisherigen 2,8-GHz-Dual-Core-K8-Opteron erreicht.