Meraki virtualisiert den WLAN-Controller

Praxistest WLAN aus der Cloud

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Teure Netzkomponenten in die Cloud verlagern, um Geld zu sparen? Diese Idee verwirklicht Meraki bei seiner WLAN-Lösung, die wir testen konnten.
Das Konzept: Der WLAN-Controller sitzt zentral in der Cloud bzw. dem Meraki-REchenzentrum.
Das Konzept: Der WLAN-Controller sitzt zentral in der Cloud bzw. dem Meraki-REchenzentrum.
Foto: Meraki

An Storage aus der Cloud, Mail-Systeme in der der Cloud etc. haben wir uns gewöhnt - aber ein WLAN aus der Cloud? Die Redaktion schaute doch recht ungläubig als das kalifornische Startup-Unternehmen Meraki uns eine solche Lösung vorstellen wollte. Dabei hat die Idee auf den zweiten Blick durchaus etwas für sich: Warum soll sich ein Unternehmen einen teuren WLAN-Controller oder -Switch kaufen? Oder warum mit explodierenden Kosten herumärgern, wenn im Enterprise mehrere Controller für verschiedene Standorte erforderlich sind? Und was passiert, wenn der Controller mit dem Wachstum des WLAN-Netzes nicht Schritt hält?

Hierauf quasi on demand flexibel reagieren zu können, ohne in zentrales Administrationsequipment zu investieren, ist ein bestechendes Argument, das unsere Neugier weckte. Wir wollten die Lösung in der Praxis testen. Über den deutschen Distributor Sysob wurden uns zwei Meraki Access Points vom Typ "MR16" sowie eine Lizenz für den "Enterprise Cloud Controller" zu Verfügung gestellt. Ein Access Point steht dabei mit 649 Euro in der Preisliste und für die Jahreslizenz des Cloud Controllers sind 150 Euro (jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer) zu veranschlagen.. Beim MR16 handelt es sich um 802.11n Access Point mit zwei Funkteilen, so dass die 2,4 und 5 Gigahertz Frequenzbänder gleichzeitig genutzt werden können. Für das Gerät, das auch die älteren 802.11-Standards a,b und g unterstützt gibt Meraki einen Datendurchsatz von bis zu 600 Mbit/s an.

Der Meraki-Access-Point MR16 kann gleichzeitig im 2,4- und 5Mhz-Frequenzbereich senden.
Der Meraki-Access-Point MR16 kann gleichzeitig im 2,4- und 5Mhz-Frequenzbereich senden.
Foto: Meraki

Als Testszenario wählten wir eine Multihousing-Umgebung, in dem an zwei Standorten identische WLANs abgebildet werden sollten. Die physikalische Installation der Access Points unterscheidet sich nicht von Anderen. Per Ethernet wird die Verbindung zum LAN hergestellt. Die Stromversorgung kann wahlweise über ein externes Netzteil oder via Power over Ethernet erfolgen. Aufgrund seiner Leistungsfähigkeit sollte der MR16 an einen Gigabit Ethernet Switch angeschlossen werden. Nach der Verkabelung steht einer Inbetriebnahme nichts mehr im Weg, wenn der Anwender folgenden Punkt beachtet: Der Access Point benötigt ausgehende Verbindungen auf den UDP-Ports 7351 und 9350 sowie den TCP-Anschlüssen 80, 443 7734 und 7752. Der Access Point benötigt diese Verbindungen, um später mit dem Cloud Controller zu kommunizieren.

Bei der ersten Inbetriebnahme sollte man sich nicht von den blinkenden LEDs des Access Point verunsichern lassen. Er nimmt Verbindung zu den Meraki-Servern auf und lädt, falls erforderlich, gleich ein Firmware-Update herunter. Ein Umstand, den man Mitarbeitern mitteilen sollte, falls die Access-Points nicht von IT-Fachpersonal installiert werden.