Gadget des Tages

Per QGate ins Internet der Dinge

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Mit Hilfe einer intelligenten Steckdose will das österreichische Startup QGate Nutzern den Traum eines smartes Zuhause ein Stück näher bringen. Wir haben das Gerät auf Herz und Nieren getestet.
Umfangreiches Repertoire: Das QGate kann hören, fühlen, sehen, steuern, kommunizieren, messen und schalten.
Umfangreiches Repertoire: Das QGate kann hören, fühlen, sehen, steuern, kommunizieren, messen und schalten.
Foto: QGate

Über das Smartphone bequem die Temperatur im Keller überwachen, den Fernsehkonsum der Kinder steuern, den Energieverbrauch des Kühlschranks kontrollieren oder im Urlaub aus der Ferne die Wohnung überwachen und die eigene Anwesenheit simulieren – die von QGate gebotenen Möglichkeiten scheinen fast endlos. Die intelligente Steckdose ist dazu mit verschiedenen Sensoren für Temperatur, Helligkeit, Lautstärke und Energieverbrauch ausgerüstet und verfügt über einen virtuellen Ein/Aus-Schalter - pratisch etwa, um Server remote neu zu starten.

Soweit, so gut - die Besonderheit und der große Unterschied zu den vielen günstigen IP-Steckdosen zur Heimvernetzung und -steuerung am Markt ist jedoch das integrierte GSM-Mobilfunkmodul. Dank dieses kann man von fast überall auf das QGate zugreifen, vorausgesetzt, das Gerät hat Empfang (2G - GPRS, Edge). Wie sich im Test zeigte, ist dieser allerdings nicht immer selbstverständlich: Nach der Platzierung des QGate im Heizungskeller, im Rechenzentrum aber auch in einer Bodendose unter dem Schreibtisch sollte daher gleich im Anschluss die Konnektivität geprüft werden. Außerdem kann das Gerät in der Standardkonfiguration (wie bei unserer Teststellung) wegen der Roaming-Vereinbarungen nur europaweit eingesetzt werden. Der Hersteller will jedoch in Kürze in seinem Webshop eine Liste zu den verschiedenen Einsatzländern sowie den dort jeweils verfügbaren Netzbetreibern bereitstellen.


Facebook-Posts von der Steckdose

Relativ neu sind auch die verschiedenen angebotenen Kommunikationsformen: Das Gerät, beziehungsweise die dafür angebotenen Apps unterstützen zur Statusanzeige oder Alarmierung neben E-Mails auch SMS, Tweets und Facebook-Posts. Letztes kann durchaus Sinn machen – etwa, wenn man Freunde darüber informieren will, dass jetzt die Sauna angeheizt wird oder im Partykeller schon Licht brennt.

Die Bedienung ist relativ einfach: Zunächst gilt es sich und das Gerät (Seriennummer und Key) auf der QGate-Webseite zu registrieren und schon ist die intelligente Steckdose startbereit. Das Steuern von einem oder mehreren Geräten ist direkt über die Website oder eine spezielle App für Android oder iOS möglich. Die Anwendung bietet über ein etwas verworrenes Konstrukt aus QCloud und QGarden eine Reihe von Grundfunktionen wie einen einfachen Ein/Aus-Schalter oder einen Stromzähler, der den Energiebedarf des angesteckten Geräts berechnet.

Im ebenfalls dort integrierten QAppStore gibt es weitere rund 20 QApps für verschiedene Szenarien. Die Anwendungen sind bislang allesamt kostenlos und stammen von der QGate Innovations GmbH selbst. Die Österreicher hoffen jedoch, dass in Zukunft auch externe Entwickler oder Gerätehersteller mithilfe ihres SDKs QStudio (PDF dazu) eigene Anwendungen schreiben und in den Shop einstellen.

In Planung ist außerdem QLink, ein Sensor, der entfernt vom QGate angebracht werden kann und unter anderem eine genauere Temperaturmessung ermöglicht, Lichtveränderungen erkennt oder als berührungsloser Tür-, Fenster- oder Schubladenkontakt funktionieren kann und so die Features von bestimmten QApps wie QFrost, QCare oder QChalet erweitert.

Verschiedene Preise

Der Spaß ist allerdings nicht ganz billig: So kostet das QGate in der Version Rio 249 Euro. Wer sich nicht sicher ist, (beziehungsweise schlecht in Mathematik ist), kann alternativ die Variante Berlin oder Sydney zum Preis von 99 beziehungsweise 49 Euro wählen. Hier wird nach drei Monaten freier Nutzung eine monatliche Gebühr von knapp fünf (Berlin) beziehungsweise knapp zehn (Sydney) Euro erhoben. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt 24 Monate, so dass Berlin-Nutzer nach Ablauf der Zeit bereits 204 Euro, Sydney-Nutzer sogar schon 259 Euro berappt haben.

In allen drei Fällen sind neben dem Gerät eine lebenslange weltweite Mobile-Flat und die kostenlose Nutzung von QCloud und QAppstore sowie 1000 Credits enthalten. Mit den Credits kann der Nutzer SMS-Benachrichtigungen ( 1000 Credits entsprechen 10 SMS à 25 Cents) und QApps aus dem QAppstore (derzeit nur kostenfreie QApps verfügbar) bezahlen.