Wenig Besucher auf der Discuss & Discover

Münchner IT-Messe zwischen Hoffen und Bangen

Jan-Bernd Meyer betreut als leitender Redakteur Sonderpublikationen und -projekte der COMPUTERWOCHE. Auch für die im Auftrag der Deutschen Messe AG publizierten "CeBIT News" ist Meyer zuständig. Inhaltlich betreut er darüber hinaus Hardware- und Green-IT- bzw. Nachhaltigkeitsthemen sowie alles was mit politischen Hintergründen in der ITK-Szene zu tun hat.   
Die Nachfolgeveranstaltung zur Münchner Systems, die Discuss & Discover (D&D), beweist Mut bezüglich ihres Konzepts. Doch die Besucherzahlen sind sehr unbefriedigend.

Klaus Dittrich, Geschäftsführer der Messe München GmbH und verantwortlich für die D&D, macht im Pressegespräch keinen Hehl aus seiner Enttäuschung: "Mit der Besucherzahl können wir nicht zufrieden sein."

Unter Erfolgsdruck: Klaus Dittrich, Geschäftsführer der Messe München GmbH und verantwortlich für die D&D, ist vom Konzept der Veranstaltung überzeugt. Die Besucherzahlen findet er enttäuschend.
Unter Erfolgsdruck: Klaus Dittrich, Geschäftsführer der Messe München GmbH und verantwortlich für die D&D, ist vom Konzept der Veranstaltung überzeugt. Die Besucherzahlen findet er enttäuschend.

Bis zum frühen Nachmittag des dritten und letzten Tags der Münchner IT-Veranstaltung zeichnete sich ab, dass lediglich rund 6000 Besucher ihren Weg in zwei Veranstaltungsorte (ICM und Halle B0) des Messegeländes der bayerischen Landeshauptstadt gefunden haben. Im Vergleich zu den beiden anderen Veranstaltungen - der Security-Messe IT-SA in Nürnberg mit 6600 und der IT & Business in Stuttgart mit 6500 Schaulustigen - war die D&D die am wenigsten frequentierte IT-Veranstaltung. "Wir haben bezüglich der Besucherzahlen ein anderes Ziel gehabt", schiebt Dittrich nach. Noch im August 2009 hatte er die Erwartung ausgesprochen, rund 18.000 Besucher würden zur D&D kommen. Zum Vergleich: Die letzte Systems-Messe im Jahr 2008 hatte 39.000 Besucher angezogen, im Jahr des Jahrtausendwechsels waren 147.000 zum Münchner IT-Treff gepilgert.

Zu dem ausgebliebenen Besucherstrom dürfte beigetragen haben, dass die vom Konzept zwar unterschiedlichen, nichtsdestotrotz als Konkurrenzveranstaltungen wahrgenommenen Unternehmungen IT-SA (eine Woche vor der D&D) und der Stuttgarter "IT & Business" (zwei Wochen vor der D&D) unmittelbar vor dem Münchner Event stattfanden.

Insbesondere die dreitägige "IT&Business" in Stuttgart mit ihrer an den Mittelstand gewandten IT-Fachmesse mit betriebswirtschaftlichen IT-Lösungen und -Services versammelte verschiedene, früher separat ausgerichtete wichtige Branchen-Events unter einem Dach: die BITexpo, die PPS-Hausmesse des VDMA und die PPS-Tage des Fraunhofer-IPA.

Allerdings darf man sich fragen, ob die Schwaben nicht vor allem mit besonders günstigen Preisen pro Quadratmeter Ausstellungsfläche ihr nagelneues Messegelände schmackhaft gemacht haben. Die Stuttgarter offerieren laut Aussagen von Insidern ein Preisgefüge, das weit unter dem der Münchner Veranstaltung liegt. Auf dem neben dem Stuttgarter Flughafen gelegenen Messegelände zahlen die Aussteller 178 Euro pro Quadratmeter. Über Sonderkonditionen wollten die schwäbischen Messeverantwortlichen nichts sagen.Auch die Nürnberger IT-SA macht Ausstellern attraktivere Angebote als die Messeverantwortlichen der bayerischen Landeshauptstadt.

Prinzipiell ist sowohl die Strategie der Stuttgarter IT & Business als auch die der Nürnberger IT-SA konventioneller als die D&D und an einem herkömmlichen Messekonzept ausgerichtet. Ob dies aber zum Vorteil des Münchner Wettbewerbers gereicht, wird sich erst noch zeigen.