Lisog - Lobbyarbeit für Linux

20.04.2005
Von Heinrich Seeger
Open-Source-Software wächst aus den Entwickler-Communities in das Business-Umfeld hinein. Neue Organisationen, insbesondere die Linux Solutions Group, sollen diesen Trend fördern.
Karl-Heinz Strassemeyer portierte bei IBM Linux auf den Mainframe.
Karl-Heinz Strassemeyer portierte bei IBM Linux auf den Mainframe.

U nter Anbietern von Linux-Distributionen, Open-Source-Applikationen und entsprechenden Services herrscht ein Klima, wie es in der IT-Branche sonst nicht zu finden ist. Man beruft sich auf die Community als kleinsten gemeinsamen Nenner und geht pfleglich miteinander um. Schließlich sitzen alle im selben Open-Source-Boot - immer auf Kollisionskurs mit dem kommerziellen Flugzeugträger Microsoft.

Vor diesem Hintergrund ist es möglich, dass Open-Source-Konkurrenten sich in einem Verein zusammenfinden und Lösungen entwickeln. Eine im März 2005 gegründete Interessenvertretung nennt sich Linux Solutions Group e. V. (Lisog) und hat das Ziel, "den Einsatz von Linux-basierenden Lösungen in Unternehmen zu fördern und die Marktakzeptanz in einer breiteren Anwenderschaft zu erhöhen", heißt es in einer programmatischen Mitteilung.

Die bisherigen Linux-Initiativen sind den Lisog-Gründern zu sehr auf die technische Entwicklung des Systems ausgerichtet. Konkrete Hilfen für IT-Entscheider, die sich mit Linux-Strategien beschäftigen, gebe es dagegen selten. Diesem Mangel will die Lisog abhelfen, indem sie als "hersteller-, technologie- und plattformneutral agierender Know-how-Träger" agiert.

29 Gründungsmitglieder zählt die Organisation, darunter vier Universitäten und fünf Anwenderunternehmen. Die meisten Teilnehmer stammen jedoch aus der IT-Branche: Internationale IT-Größen wie IBM, MySQL, Novell, Red Hat und Siemens Business Services, aber auch regionale Anbieter aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg sind dabei.

Lisog-Schwerpunkt im Süden