Cloud Computing

Leistungsstarke PaaS-Lösungen für Anwendungsentwickler

Diego Wyllie hat Wirtschaftsinformatik an der TU München studiert und verbringt als Softwareentwickler und Fachautor viel Zeit mit Schreiben – entweder Programmcode für Web- und Mobile-Anwendungen oder Fachartikel rund um Softwarethemen.
PaaS-Lösungen (Plattform as a Service) versprechen hochverfügbare, sichere Anwendungsplattformen in der Cloud, die sich leicht managen und beliebig skalieren lassen. Damit werden Software-Hersteller in die Lage versetzt, sich besser auf ihr Kerngeschäft fokussieren zu können.

Auf dem Cloud-Markt sind PaaS-Dienste zwar noch nicht so stark etabliert wie etwa SaaS- (Software as a Service) oder reine IaaS-Lösungen (Infrastruktur as a Service). Doch im PaaS-Markt ist Musik drin. Wie der Marktforschungsspezialist Gartner prognostiziert, sollen dieses Jahr die weltweiten PaaS-Erlöse bereits 1,5 Milliarden Dollar betragen, 2016 sollen es 2,9 Milliarden werden. Im Vergleich zum gesamten Cloud-Markt sprechen wir noch von einem kleinen Marktsegment. Doch gegenüber dem Jahr 2011, in dem die Erlöse auf rund 900 Millionen Dollar beziffert wurden, entspreche diese Entwicklung einem beachtlichen Wachstum von 167 beziehungsweise 322 Prozent.

PaaS hat das Potenzial, die Internet-Economy zu revolutionieren. Noch nie war es so einfach und günstig, eine sichere, hochverfügbare und beliebig skalierbare Web-Anwendungsplattform aufzubauen, wie es heutzutage der Fall ist. Dank moderner PaaS-Lösungen kann die Hardwareschicht theoretisch vollständig abstrahiert werden. Damit können sich Software-Entwickler besser auf die Bussingess-Logik ihrer Anwendungen konzentrieren, während die vielen administrativen und oft komplexen Aufgaben, die mit dem Betrieb einer professionellen Anwendungsplattform zusammenhängen, von den Anbietern abgenommen werden. Um Server-Updates, Patches oder Sicherungen müssen sich Kunden also keine Sorgen mehr machen. Zudem werden dabei spezielle Dienste und Programmierwerkzeuge zur Verfügung gestellt, die ein professionelles Deployment und zentrales Anwendungsmanagement erlauben.

Auf den folgenden Seiten werden einige der wichtigsten PaaS-Lösungen aufgeführt, die sich in der Praxis bereits erprobt haben und den Ton auf diesem zukunftsträchtigen Marktsegment angeben.

Google App Engine

Google App Engine
Google App Engine
Foto: Diego Wyllie

Einer der populärsten PaaS-Dienste ist die "App Engine" von Google. Damit können Software-Entwickler ihre Web-Anwendungen in derselben Infrastruktur ausführen, die der Suchmaschinenriese selbst für seine Online-Services verwendet. Wenn man also nicht vorhat, mehr Traffic als Gmail oder Google Search zu bewältigen, muss man sich um Skalierbarkeit und Verfügbarkeit wohl keine Sorgen machen.

Unterstützte Technologien: App Engine richtet sich prinzipiell an Entwickler, die entweder mit Java oder Python arbeiten. Anfang Oktober hat Google aber eine PHP-Umgebung eingeführt. Diese ist allerdings erst als Beta-Preview verfügbar - für kritische Anwendungen deshalb noch nicht wirklich geeignet.

Hauptmerkmale: Herzstück der Lösung sind die SDKs (Software Development Kit), die für die genannten Programmiersprachen verfügbar sind und als Basis für die Entwicklung und das Deployment von App Engine-Anwendungen dienen. Darüber hinaus kann Googles PaaS-Angebot mit speziellen, leistungsstarken Web-Services punkten, die übliche Programmieraufgaben vereinfachen und beschleunigen können. Dazu zählen beispielsweise Bildbearbeitungsdienste, um Bilder effizient zuschneiden, drehen, spiegeln oder in der Größe verändern zu können. Ebenfalls nützlich ist der E-Mail-Dienst, auf dem Gmail basiert, um transaktionale System-Nachrichten versenden zu können.

Ein weiterer Vorteil: App Engine ist für Anfänger kostenlos. Alle Anwendungen können bis zu 500 Megabyte Speicherplatz einnehmen und so viel CPU und Bandbreite nutzen, dass eine effiziente Anwendung mit ungefähr fünf Millionen Seitenaufrufen pro Monat unterstützt werden kann, heißt es aus Mountain View.