Kodi 14.0 (früher XBMC) ist da

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Mit der Herausgabe von Kodi 14.0 ist die Ära XBMC nun endgültig zu Ende - zumindest dem Namen nach.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Open-Source und Linux in Kalenderwoche 2. OpenELEC 5.0 wurde mit Kodi 14.0 zur Verfügung gestellt. Dem Raspberry-Pi-Betriebssystem Raspbian wurde eine neue Oberfläche spendiert.

Android-x86 4.4-r2 ist veröffentlicht.Ab sofort können PowerPC-Besitzer eine Version von Ubuntu Mate testen. Das auf Fedora 21 basierende Kororoa 21 ist als Beta-Version verfügbar. GNOME Builder mit Crowdfunding-Kampagne.

Kodi 14.0 "Helix"

Da XBMC (Xbox Media Center) nicht mal mehr auf einer modernen Xbox lauffähig ist, haben sich die Entwickler im Jahre 2014 für eine Namensänderung entschieden. Ansonsten sollte alles mehr oder weniger gleich bleiben. Selbst die Numerierung blieb bestehen. Nach XBMC 13 kam pünktlich zu Weihnachten Kodi 14. Das Multimedia-Center wurde weiter entwickelt und man hat der Software Verbesserungen in Sachen Video-Codecs spendiert. Kodi 14.0 setzt ab sofort wieder FFmpeg ein und zwar in Version 2.4.4. Somit können Anwender nun Videos mit h.265 und VP9 abspielen.

Das bedeutet auch, dass die Dateien bei ähnlicher Qualität kleiner sind. Die Dekodierung von h.265 ist allerdings Software-basiert. Somit werden Geräte mit schwächerer Hardware Probleme damit haben. Ebenso gibt es Verbesserungen bei der Bibliothek, der PVR-Funktion und UPnP. Außerdem darf der Anwender die virtuelle Tastatur ändern. Bisher ging nur QWERTY und nun ist unter anderem auch QWERTZ möglich. Wer Kodi auf einem Tablet einsetzen möchte, kann sich über die neue Anwender-Oberfläche Re-Touched freuen.

Die Entwickler warnen, dass ein Upgrade einen Schritt zurück schwierig macht. Nutzer sollen sich also gut überlegen, ob sie Kodi verwenden wollen. Diverse Add-Ons und Skins sind möglicherweise noch nicht kompatibel mit Kodi 14.0. Man empfiehlt daher dringend, ein Backup von Bibliothek und den Einstellungen durchzuführen. Sie können Kodi 14.0 aus dem Download-Bereich der Projektseite herunterladen. Es gibt Versionen für Linux, Mac OS X, Windows, Raspberry Pi und Android. Die ARM-Version lässt sich auch auf einer OUYA installieren. Weiterhin ist dort ein Abbild von KodiBuntu (früher XBMCbuntu) verfügbar.

OpenELEC 5.0

Kurz nach der Herausgabe von Kodi 14.0 haben die Entwickler der Spezial-Linux-Distribution OpenELEC ebenfalls aktualisiert. OpenELEC 5.0 bringt Kodi 14.0 „Helix“ mit sich. Die Entwickler haben für den Übergang den Pfad /storage/.xbmc als symbolischen Link auf /storage/.kodi geschaffen. Auch die OpenELEC-Entwickler raten vor einem Upgrade, unbedingt ein Backup durchzuführen.

Konservative Anwender sollten mit einem Upgrade warten, da bestimmte Komponenten möglicherweise noch nicht oder nicht mehr funktionieren. Der Linux-Kernel wurde bei OpenELEC von 3.16 auf 3.17 aktualisiert und man setzt künftig auf LibreSSL anstelle von OpenSSL. Es gibt Unterstützung für Freescale imx6 für diverse Geräte. Derzeit sind das CuBox-i und CuBoxTV. Die Unterstützung für AppleTV mk1 wurde eingestellt und eine offizielle Version für Apple-Geräte gibt es nicht mehr.

Sie finden Abbilder von OpenELEC 5.0 mit Kodi 14.0 im Download-Bereich der Projektseite. Neben Versionen für x86_ 64 und i386 finden Sie auch Abbilder für das Raspberry Pi.

Raspbian mit Update und neuer Oberfläche

Die Standard-Linux-Distribution für das Raspberry Pi nennt sich Raspbian. Kurz vor Beginn des neuen Jahres haben die Entwickler dem Linux-Betriebssystem ein Update spendiert. Diese Version nennt sich Raspbian 2014-12-24. Am markantesten ist die neue Oberfläche. Das Menü liegt nun nicht nur oben, sondern die Oberfläche ist auch schneller und reaktionsfreudiger. Per Standard sind Mathematica, Python, Scratch, Sonic Pi und Wolfram als Entwicklungs-Tools installiert.

Sie finden Raspbian 2014-12-24 auf der Projektseite. Es gibt im Prinzip drei Möglichkeiten, die neueste Raspbian-Version zu installieren.

Android-x86 4.4-r2

Android-x86 ist ein inoffizieller Port von Googles Android-Betriebssystem für Mobilgeräte. Ab sofort ist R2 von Android-x86 4.4 „KitKat“ verfügbar. Die Entwickler haben laut eigenen Angaben speziellen Code hinzugefügt, damit das Betriebssystem problemlos auf x86-Plattformen läuft. Der Linux-Kernel wurde auf 3.18 mit mehr aktivierten Treibern aktualisiert. Sie finden weitere Informationen und Download-Links in der offiziellen Ankündigung.

Ubuntu Mate für PowerPC

Wer noch einen PowerPC besitzt und keine aktuelle Software mehr dafür bekommt, kann ab sofort eine Ubuntu-Mate-Version dafür testen. Die bekanntesten Varianten solcher Hardware dürften Apples iBooks sein. Die Test-Version des Abbildes wurde auf Google+ angekündigt. Dort finden Sie auch einen Download-Link.

Korora 21 Beta

Die Linux-Distribution Kororoa basiert auf Fedora, macht es allerdings dem herkömmlichen Anwender etwas einfacher. Es befinden sich Software-Pakete an Bord, die man bei Fedora zunöchst manuell nachinstallieren müsste. Bei Fedora kann man bestimmte Pakete aus politischen Gründen nicht ausliefern, bei Korora geht das. Beispiele sind Multimedia-Codecs und andere proprietäre Software.

Weiterhin bieten die Entwickler Kororoa 21 mit verschiedenen Desktop-Umgebungen an. Anwender können sich bei Kororoa 21 zwischen Cinnamon 2.4, GNOME 3.14, KDE 4.14.3 und Xfce 4.10.1 entscheiden. Sie finden die Beta-Version im Download-Bereich von Korora.

Crowdfunding für GNOME Builder

Der GNOME Builder ist eine IDE für GNOME. Sie soll es vor allen Dingen Einsteigern erleichtern, in die GNOME-Entwicklung einzusteigen. Der Entwickler des GNOME Builders möchte auch Tutorials einbauen, um interessierten Entwicklern direkt an Beispielen zu zeigen, was man mit der IDE erledigen kann. Eine solide Basis für GNOME Builder gibt es bereits.

Der Entwickler hat nun aber seinen Job gekündigt und möchte in den kommenden Monaten Vollzeit an dem Projekt arbeiten. Das kostet natürlich Geld und deswegen sammelt er via Crowdfunding. 30.000 US-Dollar möchte er mindestens haben und über 50 Prozent seines Ziels hat der Entwickler bereits erreicht. Es sind noch 23 Tage Zeit. Je mehr Geld zusammenkommt, desto mehr Funktionen lassen sich in kürzerer Zeit implementieren.