Virtualisierung von der CPU zum RZ

Itanium und Integrity-Systeme effizient nutzen

Dr. Klaus Manhart hat an der LMU München Logik/Wissenschaftstheorie studiert. Seit 1999 ist er freier Fachautor für IT und Wissenschaft und seit 2005 Lehrbeauftragter an der Uni München für Computersimulation. Schwerpunkte im Bereich IT-Journalismus sind Internet, Business-Computing, Linux und Mobilanwendungen.
Anzeige  Mit Hypervisor-basierten virtuellen Maschinen ist es heute nicht mehr getan. Vom Prozessor bis hin zum kompletten Rechenzentrum stehen Virtualisierungstechniken auf verschiedenen Ebenen bereit. Die wichtigsten Möglichkeiten stellen wir Ihnen am Beispiel von Itanium-basierten Integrity-Servern vor.

Die auf dem Intel Itanium 9300 Prozessor (Tukwila) basierenden neuen Server-Systeme der Integrity-Reihe bieten vielfältige Virtualisierungsmöglichkeiten. Einige davon hat der 64-Bit Chip bereits in Form von Intel VTI integriert. Die optimierte, auf den neuen Itanium zugeschnittene Virtualisierungstechnik verfügt über verbesserte Virtualisierungs-Features im Vergleich zu den Vorgänger-Prozessoren und sorgt für einen höheren Durchsatz.

Virtualisierungstechnik verbessert

Vor allem drei Features kennzeichnen Intel VTI. So werden bei der Hardware-basierten Virtualisierungs-Variante im Prozessor nur minimale Ressourcen benötigt, um die Aufteilung zu verwalten: Der sogenannte Overhead ist vernachlässigbar gering. Das Starten, Ausführen und Beenden virtueller Maschinen läuft damit schneller ab als bei früheren Prozessoren. Zudem sind die in den Microcode gegossenen Virtualisierungsfunktionen, anders als softwarebasierte Hypervisor, immun gegen Angriffe.

Über das neue Feature Intel VT-d (Directly Assigned I/O) der VT-Technologie können Inputs und Outputs (I/O) durch die virtuelle Maschine getunnelt werden. Der Server muss I/Os nicht mehr simulieren, sondern die virtuellen Maschinen haben direkten Zugriff auf die I/O. Dadurch laufen Kommunikationsströme beschleunigter ab - im Durchschnitt ist die Latenzzeit 20 Prozent geringer.

Ein drittes VT-Features ist Dynamic Domain Partitioning (DDP). DDP erlaubt es, Server wie Integrity-Systeme zur Laufzeit noch einfacher in verschiedene Bereiche (Domains) aufzuteilen. Durch das Vergrößern oder Verkleinern von Domains können beispielsweise Belastungen dynamisch abgefangen und besser verteilt werden. In den bisherigen Integrity Servern wurde das Dynamic Domain Partitioning durch Firmware und den eingebauten HP Chipsatz umgesetzt.

Mit dem neuen Itanium 9300 ist diese Funktionalität in den Prozessor integriert worden. Damit arbeitet DDP nun zuverlässiger und schneller. Zudem ist der Aufwand, diese Funktionalität in die Server einzubauen, deutlich geringer, was sich ebenfalls günstig auf die Verfügbarkeit der Systeme auswirkt.