Public Beta für Notes/Domino 9

IBM begräbt die Marke Lotus

Joachim Hackmann
Als Chefreporter Online der Computerwpoche spürt Joachim Hackmann aktuelle Themen aus allen Segmenten der IT-Branche auf. Seine thematische Vorliebe gilt der IT-Servicebranche. Dazu zählen etwa Trends, Neuerungen, Produkte und Unternehmen aus den Bereichen Cloud Computing, XaaS, Offshoring und Outsourcing sowie System-Integration und Consulting. Zudem betreut er die Computerwoche-Online-Rubrik "Mittelstand" und hält den Kontakt zur Computerwoche Xing-Lesergruppe.
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Am 14. Dezember wird IBM eine neue Beta-Version von Notes/Domino mit Social-Business-Funktionen vorstellen. Die Marke Lotus hat dann endgültig ausgedient.

Erstmals in der langen Geschichte des Groupware-Tools lässt IBM Notes und Domino in einem öffentlichen Beta-Test prüfen. Das habe man angesichts der Bedeutung des Releases so entschieden, schreibt Ed Brill, verantwortlicher Director der Produktlinie in einem Blog-Post. Erstmals spricht IBM in dem Post auch von der der Version 9, bislang trug das neue Release stets die Versionsnummer 8.5.4. Auch damit soll die besondere Stellung der überarbeiteten Software betont werden.

Die Betaphase leitet zudem die abschließende Integration der Notes- beziehungsweise Domino-Plattform in die Softwaresparte des IT-Konzerns ein. Die neue Software legt endgültig den Markennamen Lotus ab und trägt künftig nur noch das IBM-Label, das laut Brill eine stärkere Signalwirkung habe. Die nun eingestellt Marke hatte IBM 1995 mit der Akquisition des Groupware-Herstellers Lotus Development erworben.

Social Business und neue Oberfläche

Seit über einem Jahr arbeitet IBM an der neuen Software, erste Ergebnisse wurden der Öffentlichkeit auf der Lotusphere 2012 im vergangenen Januar vorgestellt. Der Schwerpunkt der Arbeiten an der „Social Edition“ liegt auf eine Erweiterung um soziale Funktionen, dazu werden Features von Connections und Sametime integriert. Zudem soll der Notes-Client volle Funktionalität im Browser-Fenster eines Windows-PCs bieten, ohne dass ein lokaler Client installiert werden muss. Erforderlich ist lediglich ein Browser-Plug-in.

Außerdem strebt IBM unter anderem eine neue, moderne Oberfläche, neue Mail- und Kalenderfunktionen sowie SAML-Unterstützung (Security Assertion Markup Language) an.

Die nun angekündigte Version 9.0 soll im ersten Quartal 2013 fertig sein, je nachdem, wie viele und umfangreiche Bugs die Betatester finden.

Etwas schummrig scheint IBM jedoch mit dem Sprung auf das nächste Major-Release-Datum zu sein, weil Kunden den Nuller-Versionen oft misstrauen und lieber „die ersten Big-Fixes abwarten“, räumte Brill ein. Daher stellt IBM der Neuner-Version im Lauf des Jahres 2013 ein 8.5.4.-“Maintenance Release“ ohne neue Features zur Seite.