Léo Apotheker sucht die Cloud

Hewlett-Packard muss sich neu erfinden

Martin Bayer
Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; mitverantwortlich für die Entwicklung von Themenschwerpunkten; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
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Léo Apotheker, der neue CEO von Hewlett-Packard, stellt die Weichen in Richtung Cloud. Aber vor dem Konzern liegt eine Menge Arbeit. Nach wie vor dominiert die Hardware das Portfolio. Doch die Zukunft gehört Software und Services.
Léo Apotheker: "Wir werden ein komplettes Cloud-Angebot auf den Markt bringen."
Léo Apotheker: "Wir werden ein komplettes Cloud-Angebot auf den Markt bringen."
Foto: Hewlett-Packard

Hewlett-Packard verkauft jede Stunde 7165 PCs, mehr als 6000 Drucker sowie 320 Server. Stündlich stehen 14,4 Millionen Dollar Einnahmen zu Buche, fast 325.000 Mitarbeiter in 170 Ländern halten die Geschäfte am Laufen. Damit bleibt HP der größte IT-Konzern der Welt - ein Unternehmen, das imposante Zahlen vorweisen kann, aber auch ein Unternehmen, das eine neue Strategie und Perspektive sucht.

Der Kapitän und Steuermann, der seit knapp fünf Monaten das Ruder bei HP in der Hand hält und nun einen neuen Kurs einschlagen will, ist Léo Apotheker. Gespannt warteten Mitte März auf dem HPSummit in San Francisco Mitarbeiter, Kunden, Partner und Anteilseigner auf den ersten großen Auftritt des Neuen. "HP ist stark und stellt eine der bedeutendsten Marken der Welt dar", sagte Apotheker mit Blick auf die Erfolge der Vergangenheit. "Wir erkennen aber auch, dass sich die Welt um uns herum verändert - schneller als je zuvor." Trends wie Cloud Computing, die zunehmende Consumerization der IT sowie Connectivity und Mobility sind aus seiner Sicht die wichtigsten Faktoren, die die Transformation der IT-Branche vorantreiben.

HP will den Worten Apothekers zufolge nichts Geringeres, als sich in das Zentrum dieser Transformation zu stellen. "Wenn ich in die Zukunft blicke, dann sehe ich HP als das Unternehmen, das der neuen IT-Welt die Form gegeben hat." Das sind die Bereiche, in denen HP punkten will, um sich als Transformator der IT zu positionieren:

1. Cloud Computing: "Wir werden ein komplettes Cloud-Angebot auf den Markt bringen", kündigt Apotheker im Gespräch mit deutschen Journalisten an. Der Konzern will künftig die ganze Palette von Cloud-Diensten bedienen, von Infrastructure as a Service (IaaS) über Platform as a Service (PaaS) bis hin zu Software as a Service (SaaS). Für letztere Dienste soll ein App-Marktplatz in der Cloud entstehen. Hier sollen Endanwender wie Unternehmen verschiedenste Applikationen und Services beziehen können, die von HP und Partnern eingestellt würden.

2. WebOS: Auf Anwenderseite sieht der HP-Chef das Betriebssystem WebOS als zentrale Nutzungsplattform für die Dienste aus der Cloud. Der Konzern hatte die Plattform mit dem Zukauf von Palm erworben und weiterentwickelt. Mitte des Jahres soll mit dem "Touchpad" ein Konkurrenzprodukt zu Apples iPad herauskommen. Apotheker behauptete, man könne rund 100 Millionen Web-OS-Geräte pro Jahr auf den Markt bringen, vom Drucker über Smartphones, Tablets und Notebooks bis hin zum PC. Damit sollen offenbar vor allem Entwickler angelockt werden, für diese Plattform Apps zu bauen.

3. Software: Darüber hinaus will HP künftig auch sein eigenes Softwaregeschäft forcieren. Apotheker kündigte eine Analytics-Appliance auf Basis von HP-Hardware und der zugekauften Software von Vertica Systems an, mit der Unternehmen in die Lage versetzt würden, große Datenmengen in kurzer Zeit auszuwerten. Die Akquisition von Vertica soll bis Ende April abgeschlossen sein, die geplante Appliance kurz darauf auf den Markt kommen.

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