Hays Fachkräfte-Index viertes Quartal 2016

Handel sucht händeringend Computerfachleute

Ina Hönicke ist freie Journalistin in München.
Im vierten Quartal 2016 wurden laut Hays-IT-Fachkräfte-Index mehr IT-Experten als in den Quartalen davor gesucht. Im Vergleich zum dritten Quartal 2016 stieg der Index von 117 auf 126 Punkte.

Anhand der aktuellen Ergebnisse stellt sich der Nachfragewert aber nicht nur weiterhin ansteigend dar, er notiert mit 126 Punkten auch wieder nahe an seinem bisherigen Hochpunkt, der im ersten Quartal des Jahres 2016 mit 126 erreicht worden war. "Ganz oben auf der Wunschliste der Unternehmen stehen dabei die Netzwerkadministratoren sowie die IT-Profis, die im Handel tätig sind", beschreibt Hays-Manager Simon Alborz die aktuelle Situation. So zeigt sich, dass die Nachfrage der Unternehmen nach IT-Experten gegenüber dem Quartal zuvor noch größer geworden ist. Dies bestätigt die anhaltend gesunde Verfassung, in der sich der deutsche IT-Arbeitsmarkt befindet.

Ganz oben auf der Wunschliste der Unternehmen stehen Netzwerkadministratoren und IT-Profis, die im Handel tätig sind.
Ganz oben auf der Wunschliste der Unternehmen stehen Netzwerkadministratoren und IT-Profis, die im Handel tätig sind.
Foto: Kurhan - Fotolia.com

Dem Hays-Manager fällt auf, dass es einmal mehr der Handel ist, der um die besten IT-Köpfe ringt. So habe sich die Nachfrage in diesem Segment seit Beginn der Hays-Aufzeichnungen im Jahr 2013 nahezu verdoppelt. Der Handel kann seiner Ansicht nach als Gradmesser für den Verlauf der digitalen Transformation betrachtet werden, da deren Auswirkungen bislang nur in wenigen, anderen Bereichen, ähnlich gravierend sind. Lagen die Endkunden-Umsätze des Online-Handels in Deutschland im Jahr 2012 noch bei knapp 25 Milliarden Euro, so sagen die Prognosen für das Jahr 2017 bereits 73 Milliarden voraus. Der Grund: Käufe finden immer häufiger über das Internet statt.

Expertise hochqualifizierter Fackräfte

"Wo ganze Geschäftsfelder aus der Offline-Welt ins Internet verlagert werden müssen kann auf die Expertise hochqualifizierter IT-Fachkräfte nicht länger verzichtet werden", davon ist Alborz überzeugt. Diese Experten - seien es festangestellte Mitarbeiter, freiberufliche Spezialisten oder Mitarbeiter auf Zeit - seien es, die die digitale Transformation auf operativer Ebene umsetzen würden. System-, Netzwerk- und Datenbank-Administratoren stellen laut Alborz sicher, dass Online-Shops jederzeit verfügbar sind und die Suche innerhalb der oft großen Artikelbestände reibungslos und schnell abläuft.

Screendesigner und Frontend-Entwickler würden eine ansprechende Optik und kundenfreundlich ablaufende Bestellprozesse gewährleisten, während Online-Marketing-Manager sicherstellen, dass der notwendige Traffic auf den Webseiten der Händler herrscht. Zeitgleich sind E-Commerce Projektmanager häufig bereits damit befasst, neue technische Features zu planen und so das eigene Unternehmen im Wettbewerb um den digitalen Kunden erfolgreich zu halten. "Um all diese komplexen Abläufe fehlerfrei und aufeinander abgestimmt umsetzen zu können, werden IT-Experten aller Disziplinen dringend benötigt, was auch an der Nachfrageentwicklung in dem neuesten Hays-Fachkräfte-Index abzulesen ist", erklärt Alborz.

Simon Alborz ist Manager bei Hays.
Simon Alborz ist Manager bei Hays.
Foto: Hays

Interessant findet der Hays-Manager auch die positive Entwicklung der Gesamtnachfrage in der IT. Für Alborz steht fest, dass das "Internet of Things (IoT)" maßgeblich daran beteiligt ist. "Oberste Priorität hat wieder einmal die IT-Sicherheit. Allein das Thema Smart Home, bei dem ein Kühlschrank mit den Account-Daten des Besitzers bei Google oder Amazon gefüttert werden muss, der Kühlschrank aber nicht gegen Hacker-Angriffe gesichert sei, kann man von einem enormen Gefahrenpotential ausgehen." Das Problem sei nur, dass die Zahl dringend benötigter Security-Profis nicht im ausreichenden Maß vorhanden sei. Weitere Beispiele für die guten Zahlen in der IT seien die Gebiete Big Data sowie datenbasiertes Management. Eine wichtige Rolle würden auch die gigantischen Kundendaten, die durch den Online-Handel entstünden, spielen.

In puncto Skills hat Alborz die Web- und Anwendungsentwickler unter die Lupe genommen. Beide Kurven würden sich dem Höchstwert nähern. Allerdings steigt - so Alborz - die Web-Entwickler-Kurve nicht so extrem an wie die der Anwendungs-Entwickler. "Diese beiden Gruppen sind zunehmend schwer trennbar", meint der Hays-Manager. Der Grund: Die Differenzierung werde deutlich schwieriger.