Haben Ultra Personal Computer eine Chance?

Ludger Schmitz ist freiberuflicher IT-Journalist in Kelheim. Er ist spezialisiert auf Open Source und neue Open-Initiativen.
MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Zwischen den PDAs und den schon sehr kleinformatigen Subnotebooks soll es eine Lücke geben. Das glaubt jedenfalls die Firma Vulcan, die sie mit dem "Flipstart" füllen will.

Ganze 148 mal 101 mal 25 Millimeter misst der Flipstart, den Vulcan Inc., eine Firma des Microsoft-Mitbegründers Paul Allen, erstmals der Öffentlichkeit vorgezeigt hat. Der "Ultra Personal Computer" (UPC) gehört zu einer neuen Rechnerklasse, die nur wenig größer als ein PDA ist. Gleichwohl ähnelt das Gerät eher einem Notebook: Auf ihm laufen Windows XP und entsprechende Standardapplikationen. "Ein echter Lilliputaner-Notebook" befand ein Tester der Zeitschrift "PC World", einer Schwesterpublikation der COMPUTERWOCHE.

Der Flipstart von Vulcan ist so groß wie ein Taschenbuch. Seine Tastatur setzt beim Anwender zierliche Finger voraus. (Foto: Vulcan)
Der Flipstart von Vulcan ist so groß wie ein Taschenbuch. Seine Tastatur setzt beim Anwender zierliche Finger voraus. (Foto: Vulcan)

Sicher wird man angesichts des kleinen Bildschirms gar nicht erst versuchen, auf dem Flipstart mit grafisch aufwändigen Programmen wie "Photoshop" zu arbeiten. Aber für Standardanwendungen wie Textverarbeitung, E-Mail oder das Surfen im Internet reicht die Qualität des Displays. Die Darstellung ist klar, hell und leicht lesbar, so der Testbefund. Und viele Anwender dürften es begrüßen, dass sie keine separate digitale Fotokamera mehr einstecken müssen. Denn eine solche ist in die Außenseite des Bildschirms integriert. Ihre Auflösung beträgt 1,3 Megapixel.

Gewöhnungsbedürftig ist das Arbeiten mit dem Flipstart schon. Positiv ist zunächst, dass es gleich zwei Maussteuerungen gibt: Oben rechts über der Tastatur befindet sich ein Maus-Stick. Mit dem werden sich die meisten Anwender eher anfreunden als mit dem Touchpad gleich daneben, denn das ist nicht nur für Wurstfinger sehr klein ausgefallen.

Überhaupt sollten Interessenten vor dem Kauf ohne Eitelkeiten auf die eigenen Hände schauen. Die Tastatur - derzeit nur in der englischen QWERTY-Version - ist völlig ungeeignet für alle, die es gewohnt sind, nicht mit einem Finger nach dem "Adlersystem" zu arbeiten. Die gummierten Tasten sind nur leicht erhoben und liegen sehr eng nebeneinander. Doch Rod Fleck, Entwicklungschef bei Vulcan, meint: "70 Prozent werden die Eingaben im Stehen mit den Daumen machen, 30 Prozent werden den Flipstart auf einem Tisch benutzen." Nebenstehendes Foto zeigt, dass Anwender auch zierliche Daumen haben sollten.

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