Freiberufler müssen viel telefonieren

25.04.2005
Von Svenja Hofert
Immer mehr IT-Fachkräfte arbeiten als Freiberufler oder gründen ein Unternehmen. Der Schritt in die berufliche Freiheit birgt die Aussicht auf mehr Job-zufriedenheit, aber auch viele Risiken.

Hier lesen Sie ...

  • worauf angehende IT-Freiberufler achten sollten;

  • dass ohne erfolgreiche Akquise die beste Idee zum Scheitern verurteilt ist;

  • warum ein Geschäftsplan und ein gut ausgearbeitetes Konzept weiterhelfen;

  • auf welche Durststrecken sich Freiberufler am Anfang einstellen sollten.

Die blonde Frau in der roten Jacke strahlt, denn der erste Auftrag ist ihr sicher. "Nur noch neun Stände, dann habe ich es geschafft", sagt Andrea-Maria Glaser am zweiten Tag ihrer CeBIT-Tour. Die Messe nutzt die 45-jährige Bayerin zur Akquisition von neuen Kunden für ihr Redaktionsbüro. Nach 15 Jahren in der IT-Branche arbeitet sie jetzt auf eigene Rechnung, schreibt Technikartikel, Fallstudien und Pressemeldungen zu Fachthemen und erklärungsbedürftigen Produkten.

Laszlo Mihalka, Data-Mining-Spezialist, sucht seine Auftraggeber per Telefon.

Laszlo Mihalka, 49, sucht seine Auftraggeber per Telefon. Der Data-Mining-Spezialist aus Nürnberg bietet sich als freiberuflicher Projektmitarbeiter an. Nächtelang hat der Mathematiker und Informatiker Formulare ausgefüllt und an seinem Profil gefeilt. Ein paar Anfragen, das eine oder andere Vorstellungsgespräch - doch der dicke Fisch mit einem Sechs-Monats-Projektauftrag hat bisher noch nicht angebissen. Jetzt heißt es, bei den vorhandenen Kontakten nachzufassen und persönliche Beziehungen aufzubauen.

Genau dies sei der neuralgische Punkt bei vielen Gründern, sagt Peter Brenner, der seit vielen Jahren IT-Unternehmer im deutschsprachigen Raum berät: "IT-Freelancer müssen gute Telefonverkäufer sein, um sich von der Masse abzuheben." Es reiche nicht, Profile zu verschicken. Letztendlich entscheide der persönliche Kontakt.

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